3 – Regelmäßige Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

El Salvador

Die Mitgliedsorganisationen des IGB in El Salvador sind die Central Autónoma de Trabajadores Salvadoreños (CATS) und die Central de Trabajadores Democráticos de El Salvador (CTD).

Praxis

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Gewerkschaftsfeindliche Entlassungen in der Zivilluftfahrt 22-12-2015

Am 22. Dezember 2015 wurden mehr als 15 Fachinspektoren und Techniker mit mehr als siebenjähriger Dienstzugehörigkeit bei der Zivilluftfahrtbehörde ohne Begründung und ohne Einhaltung des gesetzlichen Kündigungsverfahrens entlassen. Die Beschäftigten waren Mitglieder der Gewerkschaft Sindicato de Trabajadoras y Trabajadores de la Industria Aeroportuaria de El Salvador Similares y Conexos (SITIAPES).

Gewerkschaftsfeindliche Entlassungen in Apopa und San Martín07-03-2014

Am 28. Februar 2014 hat die Gewerkschaft CATS (Central Autónoma de Trabajadores Salvadoreños) eine Reihe gewerkschaftsfeindlicher Entlassungen bei den Kommunalbehörden in Apopa und San Martín verurteilt.

Laut CATS habe die Kommunalverwaltung von Apopa mit der ungerechtfertigten Entlassung führender Gewerkschaftsvertreter oder deren Versetzung, mit schlechteren Gehältern und Arbeitsbedingungen, gegen innerstaatliche Gesetze verstoßen.

In San Martín hat die Kommunalbehörde den Generalsekretär und die Bildungs- und Kultursekretärin der Gewerkschaft SETRAMUSAM (Sindicato de Empleados y Trabajadores de la Alcaldía Municipal de San Martín) entlassen. Darüber hinaus wurden der für Konflikte zuständige Sekretär, der Schatzmeister, der Sozialsekretär und die Schriftführerin versetzt, wodurch sich ihre Gehälter und Arbeitsbedingungen verschlechterten.

Gewerkschaftsfeindlicher Angriff bei Lido30-06-2013

Im Juni 2013 war die Lido-Betriebsgewerkschaft Betriebsgewerkschaft Damit kann entweder eine Unternehmensgewerkschaft oder eine gelbe Gewerkschaft gemeint sein Sindicato de Empresa Lido S.A. (SELSA) fast zwei Jahre nachdem sie um die Aufnahme von Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
gebeten hatte, mit einem gewerkschaftsfeindlichen Angriff des Unternehmens und dem unfreundlichen Verhalten der Arbeitsbehörden konfrontiert. Die Gewerkschaft kritisierte, dass das Unternehmen auch weiterhin Mobbing gegenüber den Beschäftigten betreibt, um zu erreichen, dass sie aus der Gewerkschaft austreten. Dazu greift das Unternehmen immer wieder die führenden Vertreter der SELSA an und erniedrigt sie, kürzt Löhne und entlässt sogar jene Beschäftigten, die nicht mehr unter Kündigungsschutz stehen.

Gewerkschaftsrechte beschnitten31-12-2010

Die 67.000 Beschäftigten in den 15 Freien Exportzonen (FEZ Freie Exportzone Ein besonderes Industriegebiet eines Landes, in dem importierte Materialien vor ihrer erneuten Ausfuhr verarbeitet werden; soll vor allem ausländische Investoren anziehen, denen besondere Anreize wie die Ausnahme von bestimmten Handelsbarrieren, Steuern, Regeln und/oder arbeitsrechtlichen Bestimmungen geboten werden. ) El Salvadors, mehrheitlich Frauen, sind bei ihrer Arbeit allen erdenklichen Formen von Ausbeutung, Misshandlung, verbalen Attacken, Drohungen und sexueller Belästigung ausgesetzt. Vor allem die Maquila-Betriebe im Textilsektor geben sich weiterhin betont gewerkschaftsfeindlich und entlassen alle, die versuchen, ihre Gewerkschaftsrechte durch die Gründung von Gewerkschaften oder den Beitritt zu bereits bestehenden Gewerkschaften auszuüben. Die Arbeitsbedingungen in den Freien Exportzonen sind laut Beobachtern mit Zwangsarbeit vergleichbar. Auch im öffentlichen Sektor ist es zahlreichen Beschäftigten verboten, ihr Recht auf Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. auszuüben und das Streikrecht ist so sehr eingeschränkt, dass es praktisch unmöglich ist, es auszuüben. Die in der Privatwirtschaft beschäftigten Arbeitnehmer/innen unterliegen ebenfalls zahlreichen Beschränkungen und müssen unzählige Formalitäten und Anforderungen erfüllen, ehe sie eine neue Gewerkschaft gründen oder einer bereits bestehenden Gewerkschaft beitreten können. Diese gewerkschaftsfeindlichen Praktiken sind sehr weit verbreitet und die Behörden schreiten nicht energisch genug dagegen ein, um diese Praktiken zu stoppen. Außerdem ist das Recht auf Wiedereinstellung von Arbeitnehmer(inne)n, die aufgrund ihres Gewerkschaftsbeitritts oder gewerkschaftlicher Aktivitäten ungerechtfertigt entlassen wurden, nicht gesetzlich verankert.

Unveränderte Vorgehensweisen30-11-2009

Übliche Vorgehensweisen wie die Einstellung von Arbeitnehmern über Subunternehmer hindern die gewerkschaftlichen Organisationen an ihrer Tätigkeit und erschweren die Aushandlung von Tarifverträgen. Auch die so genannten schwarzen Listen sind weiterhin in den Freien Exportzonen im Umlauf und versagen denjenigen, die in irgendeiner Weise mit Gewerkschaftsorganisationen in Verbindung stehen, das Recht auf Beschäftigung.

Fortschritte30-11-2009

Nach Angaben verschiedener Gewerkschaften konnten positive Veränderungen in der Funktionsweise des Arbeitsministeriums festgestellt werden, insbesondere im Zusammenhang mit Verstößen gegen Arbeitnehmerrechte. Die neue Einstellung der Regierung zeigt in der Hinsicht Folgen, dass es nun leichter ist, Arbeitnehmern die Lage zu verdeutlichen und sie zu einem Gewerkschaftsbeitritt zu bewegen; dies gilt sogar für bei Subunternehmern beschäftigte Arbeitnehmer. Auch der Dialog mit den Unternehmen in Bezug auf Sicherheit am Arbeitsplatz und längerfristige Beschäftigung hat sich verbessert.

Gewerkschaftliches Schulzentrum gegründet31-05-2009

In den ersten 100 Tagen der neuen Regierung, die am 1. Juni die Macht übernahm, wurde im Bereich des Arbeitsministeriums die Escuela de Formación Sindical (Schule für gewerkschaftliche Fortbildung) gegründet. Themen wie die Arbeitnehmerrechte und die Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
sollen in den Studienplänen der Sekundarstufe II und des Abiturs verankert werden.

Anerkennung von Gewerkschaften30-11-2009

Der Führer der Elektrizitätsarbeitergewerkschaft STSEL (Sindicato de Trabajadores del Sector Eléctrico) und Generalsekretär des Verbandes FESTRASPES (Federación Sindical de Trabajadores de los Servicios Públicos de El Salvador), Jaime Rivera, erklärt, einer der wichtigsten Fortschritte, die mit der neuen Regierung erzielt wurden, sei die Vereinfachung der Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. von Gewerkschaften in einigen Fällen. Ein Beispiel hierfür ist die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. der Rechtspersönlichkeit der Gewerkschaft SITRAVX (Sindicato de Trabajadores de Empresa AVX-Kyocera) in der Freien Exportzone von San Bartolo. Der Anerkennungsprozess der Gewerkschaft beim Arbeitsministerium lief bereits seit zwei Jahren; das Unternehmen nutzte diesen Zeitraum, um die Gründer der Gewerkschaft zu entlassen und einzuschüchtern. Auch der Fall der Gewerkschaft SITCOM (Sindicato de Industria de Trabajadores de Comunicaciones), die seit sechs Jahren auf ihre Eintragung wartet, ist mehr als nennenswert, denn sie hofft auf eine Beschleunigung des Prozesses - Ende 2009 war die Eintragung jedoch noch nicht erfolgt.

Gewerkschaftsfeindliche Politik in den Freien Exportzonen30-11-2009

Obwohl das Recht auf Tarifverhandlungen gesetzlich verankert ist, kommt es in den Freien Exportzonen aufgrund der extremen Diskriminierung der Gewerkschaften durch die Arbeitgeber und der fehlenden Verteidigung dieses Arbeitnehmerrechts durch die Regierung nicht zur Anwendung. Jeder Versuch, sich zu organisieren, wird unterdrückt; wenn die Arbeitnehmer versuchen, eine Gewerkschaft zu gründen oder einer solchen beizutreten, werden sie mit Entlassung bedroht oder es wird angekündigt, der Unternehmensstandort werde verlegt und die gesamte Belegschaft werde entlassen.

Verletzung des Rechts auf Arbeit wegen Gewerkschaftsmitgliedschaft30-11-2009

Sperrlisten, so genannte „schwarze Listen“, sind eines der von gewerkschaftsfeindlichen Arbeitgebern am häufigsten benutzten Instrumente, und zwar vor allem in den Freien Exportzonen. Durch die Verwehrung des Rechts auf Arbeit einer Person, die mit Gewerkschaften in Zusammenhang gebracht wird, sorgen die Arbeitgeber in den FEZ Freie Exportzone Ein besonderes Industriegebiet eines Landes, in dem importierte Materialien vor ihrer erneuten Ausfuhr verarbeitet werden; soll vor allem ausländische Investoren anziehen, denen besondere Anreize wie die Ausnahme von bestimmten Handelsbarrieren, Steuern, Regeln und/oder arbeitsrechtlichen Bestimmungen geboten werden. quasi für die Ausrottung von Gewerkschaftern in den Zonen, wodurch eine Neugründung von Gewerkschaften ungleich viel schwerer wird. In ungebrochener Komplizenschaft tauschen die verschiedenen Unternehmen untereinander schwarze Listen aus. Und obwohl dies ein Dauerklagepunkt ist, ergreifen die Behörden dagegen keinerlei Maßnahmen.

„Flexible“ Beschäftigungspraktiken behindern die Gewerkschaftsrechte30-11-2009

Beschäftigungspraktiken wie die indirekte Einstellung von Beschäftigten über Leiharbeitsfirmen werden zum Hindernis für die gewerkschaftliche Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. und Tarifverhandlungen. In diesen Fällen ist die Verantwortung der Arbeitgeber völlig verwässert oder unersichtlich, zumal weder der Betrieb noch die Vorgesetzten, mit denen diese Vertragsarbeitskräfte direkt Kontakt haben, die gesetzlichen Arbeitgeber sind. Ein solcher Betrieb wird daher niemals eine Gewerkschaft anerkennen und erst recht keine Tarifverhandlungen mit ihr führen.

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