3 – Regelmäßige Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

Albanien

Die Mitgliedsorganisationen des IGB in Albanien sind der albanische Gewerkschaftsbund KSSH und der Bund Unabhängiger Gewerkschaften Albaniens (BSPSH).

Praxis

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Beschäftigte am Beitritt zur Gewerkschaft ihrer Wahl gehindert08-06-2016

Beschäftigte des Fährterminals Durres wurden von ihrem Arbeitgeber, einem privaten Unternehmen, daran gehindert, der BSPSH-Mitgliedsgewerkschaft beizutreten. Im Vorfeld der Abstimmung darüber, von welcher Gewerkschaft sie sich vertreten lassen wollten, wurde denjenigen gedroht, die der BSPSH-Mitgliedsorganisation beitreten wollten. Der Arbeitgeber wollte lediglich Betriebsgewerkschaften anerkennen, die der BSPSH als gelbe Gewerkschaften betrachtet.

Hindernisse bei der Eröffnung von Gewerkschaftskonten08-06-2016

Angaben des Bundes Unabhängiger Gewerkschaften Albaniens (BSPSH) zufolge ist es nach wie vor schwierig für Gewerkschaftsbünde, Bankkonten zu eröffnen, da sie oftmals steuerlich gemeldet sein und eine Steuernummer angeben müssen, obwohl sie von der Steuer befreite gemeinnützige Organisationen sind. Das Problem wurde mehrfach im Rahmen des Nationalen Arbeitsrates angesprochen, aber bisher wurde noch keine Lösung gefunden.

Versuchte Umgehung des BSPSH bei Tarifverhandlungen08-06-2016

Als die dem Bund Unabhängiger Gewerkschaften Albaniens (BSPSH) angehörende Unabhängige Bildungsgewerkschaft im Dezember 2014 als repräsentativste Gewerkschaft Repräsentativste Gewerkschaft Die Gewerkschaft, die in einer Tarifeinheit die meisten Beschäftigten vertritt; kann das alleinige Vertretungsrecht erhalten, so dass sie als einzige Gewerkschaft berechtigt ist, die Beschäftigten bei Tarifverhandlungen zu vertreten. im albanischen Bildungswesen die Verlängerung ihres Tarifvertrages beantragte, kam es wiederholt zu Verzögerungen. Der BSPSH geht davon aus, dass beabsichtigt wurde, die Gewerkschaft aus den Verhandlungen herauszuhalten und einen Vertrag mit der regierungsnahen Gewerkschaft abzuschließen. Dank der Intervention der nationalen Schlichtungsstelle wurde schließlich Ende September 2015 mit Verhandlungen begonnen, und bis Januar 2016 hatten beide Parteien einen Vertrag unterzeichnet.

Unabhängiger Gewerkschaftsbund diskriminiert08-06-2016

Der Bund Unabhängiger Gewerkschaften Albaniens (BSPSH) ist im Nationalen Arbeitsrat gegenwärtig unterrepräsentiert. Seine Vertreter sind in dem Gremium in der Minderheit, obwohl er die meisten Mitglieder hat. Der BSPSH hat zudem festgestellt, dass das Energieunternehmen KESH und das Gesundheitsministerium Tarifverträge mit regierungsnahmen Gewerkschaften abgeschlossen haben, obwohl der BSPSH die meisten Beschäftigten vertritt. Der Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
des BSPSH mit dem Gesundheitsministerium lief bis Februar 2015, als hinter seinem Rücken ein neuer Vertrag mit einer anderen Gewerkschaft unterzeichnet wurde.

Führende Gewerkschaftsvertreter willkürlich entlassen 08-06-2016

Der Bund Unabhängiger Gewerkschaften Albaniens (BSPSH) hat berichtet, dass führende Vertreter seiner Mitgliedsgewerkschaften aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen worden seien. Die Vorsitzenden von Betriebsgewerkschaften in folgenden Branchen und Regionen wurden entlassen:
Forstwirtschaft, Korça und Puka,
Energiesektor, Shkodra,
Gesundheitswesen, Elbasan, Gjirokastra und Fier,
Telekommunikation, Fier und Gjirokastra,
Wasser- und Abwasserwirtschaft, Tirana.
In den meisten Fällen wurden die Arbeitgeber wegen ungerechtfertigter Entlassungen für schuldig befunden, und die Gewerkschafter erhielten eine Entschädigung.

Anerkennung als Tarifpartei19-06-2015
Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung19-06-2015

Mehrere Beschäftigte wurden aufgrund ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft oder ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen.
- Der Vorsitzende der Gewerkschaften bei Energieunternehmen wurde an einen anderen Standort versetzt.
- Der Vorsitzende der Gewerkschaften bei der Telekommunikationsgesellschaft wurde unter dem Vorwand einer Umstrukturierung entlassen.
- Der Vorsitzende der Gewerkschaften bei forstwirtschaftlichen Unternehmen wurde 2014 entlassen und kämpft weiterhin bei Gericht gegen seine Entlassung.

Schlechte Arbeitsbedingungen in der Textil- und Schuhindustrie31-12-2011

In der Textil- und Schuhindustrie, aus der rund 35% der Exporte stammen und in der etwa zwei Drittel aller Beschäftigten im nicht landwirtschaftlichen, privaten Bereich arbeiten, kommt es besonders häufig zu Verletzungen der Arbeitnehmer- und der Gewerkschaftsechte. Von annähernd 100.000 Beschäftigten sind rund 90% junge Frauen, und Kinderarbeit ist nicht unüblich. Schätzungen zufolge sind etwa 40% der Beschäftigten nicht angemeldet. Es gibt in der Branche nach wie vor nur sehr wenige Gewerkschaftsmitglieder, da im Falle eines Gewerkschaftsbeitritts mit Entlassung gedroht wird.

Gewerkschaftsfeindliche Arbeitgeber31-12-2011

Der albanische Gewerkschaftsbund KSSH berichtet, dass gewerkschaftsfeindliches Verhalten seitens der Arbeitgeber weit verbreitet ist, und unter anderem Versetzungen, Herabstufungen, Lohnkürzungen und Entlassungen umfasst. Viele Unternehmen stehen Gewerkschaften weiterhin feindselig gegenüber, sehen sie als Hindernis beim ungehinderten Umgang mit ihren Beschäftigten und versuchen, Tarifverträge zu umgehen. In einigen Unternehmen sind den Gewerkschaften Kontakte zu den Beschäftigten untersagt, und es hat Fälle gegeben, in denen gewaltsam gegen Gewerkschaften vorgegangen wurde.

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