4 – Systematische Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

Brasilien

Die Mitgliedsorganisationen des IGB in Brasilien sind die Central Única dos Trabalhadores (CUT), die Confederação Nacional das Profissões Liberais (CNPL), Força Sindical (FS) und die União Geral dos Trabalhadores Brasil (UGT).

Praxis

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Polizei schießt auf Protestierende24-05-2017

Am 24. Mai 2017 haben Polizisten mit scharfer Munition auf Gewerkschaftsmitglieder geschossen, die gegen eine Arbeitsrechtsreform protestierten. Nach von den Gewerkschaftsdachverbänden organisierten eintägigen Protesten wurden in der Hauptstadt des Landes Militäreinheiten stationiert. Insgesamt wurden 49 Menschen verletzt, eine Person wurde von einer Kugel getroffen.

Beschwerde gegen McDonald’s 27-08-2015

Am 27. August 2015 wurde der McDonald’s Corporation, der größten Schnellrestaurantkette der Welt, in Brasilia vorgeworfen, ihre Beschäftigten zu misshandeln, ihnen das Recht auf eine Gewerkschaftsmitgliedschaft zu verweigern und die Arbeitnehmerrechte zu verletzen. Angaben der Gewerkschaften zufolge habe McDonald’s seinen Beschäftigten in Brasilien die Bezahlung ihrer Überstunden verweigert und dem Küchenpersonal keine Schutzausrüstung zur Verfügung gestellt, was ständig zu Verbrennungen und anderen Verletzungen führe.

Die Gewerkschaft UGT (União Geral dos Trabalhadores do Brasil) hat daher Beschwerde erhoben und die Staatsanwaltschaft ersucht, Vorwürfe im Zusammenhang mit Steuervermeidung, unlauterem Wettbewerb und dem Verstoß gegen das Lizenzrecht seitens Arcos Dorados Holdings zu untersuchen, des größten Lizenznehmers von McDonald’s weltweit und seines wichtigsten Restaurantbetreibers in Lateinamerika, der 95.000 Menschen beschäftigt. Arcos Dorados wurde zur Teilnahme an der Anhörung eingeladen, ist jedoch nicht erschienen.

Bei der gerichtlichen Anhörung wurde zur Verdeutlichung der Gewerkschaftsrechtsverletzungen der Fall des 19-jährigen Lucas da Cruz erörtert, der mehr als 18 Monate bei McDonald’s gearbeitet hatte und entlassen wurde, nachdem er einer Gewerkschaft beigetreten war.

Gewerkschafter und Menschenrechtsaktivist ermordet 25-08-2015

Raimundo dos Santos Rodrigues, Menschenrechtsaktivist und führender Gewerkschaftsvertreter, wurde am 25. August 2015 in der Stadt Bom Jardim im Bundesstaat Maranhão erschossen. Seine Frau, die ihn begleitete, wurde bei dem Anschlag ebenfalls verletzt. Santos Rodrigues gehörte dem Rat von Gurupi an, einem Naturschutzgebiet im Amazonas-Regenwald im Bundesstaat Maranhão. Er hatte jahrelang gegen die illegale Abholzung und Entwaldung im Amazonasgebiet gekämpft und sich für die Rechte seiner Gemeinschaft eingesetzt. Zudem war er Mitglied der Landarbeitergewerkschaft von Bom Jardim. Er hatte mehrere Morddrohungen erhalten, und die Kommission für Landpastoral sowie eine örtliche Menschenrechtsorganisation hatten die Behörden darüber wiederholt unterrichtet. Dennoch war nichts unternommen worden, um ihn zu schützen.

Landarbeitergewerkschafterin ermordet 07-02-2016

Siebenundzwanzig Landarbeiterverbände und mehr als 4.000 Landarbeitergewerkschaften haben in Brasilien demonstriert, um ihrer Wut über den brutalen Mord an Francisca das Chagas Silva, einer 34 Jahre alten Land- und Sozialarbeiterin der Gewerkschaft Miranda do Norte, zum Ausdruck zu bringen, die in den frühen Morgenstunden des 1. Februar 2016 in Miranda do Norte, Maranhão, extrem grausam und unter Anwendung sexueller Gewalt getötet wurde. Francisca hatte eine aktive Rolle in der gewerkschaftlichen Forschungsgruppe GES-Frauen und bei anderen während des Jahres 2015 von der Landarbeitergewerkschaftsbewegung (MSTTR) organisierten Aktivitäten gespielt. Im August 2015 hatte sie am „Margeritenmarsch“ teilgenommen, einem Frauenmarsch, der alle vier Jahre in Brasilia stattfindet, um des Mordes an Margarida Maria Alves, einer Arbeitnehmerrechtsaktivistin in Paraíba zu gedenken. An dem Marsch im Jahr 2015 hatten mehr als 100.000 Frauen teilgenommen, um ein Brasilien und eine Welt zu fordern, die auf nachhaltiger Entwicklung, Demokratie, Gerechtigkeit, Autonomie, Gleichberechtigung und Freiheit basieren.

Tränengas und Gummigeschosse gegen streikende U-Bahn-Beschäftigte, 42 Entlassungen06-06-2014

Die Polizei setzte am 6. Juni, dem zweiten Streiktag, Tränengas und Gummigeschosse gegen streikende U-Bahn-Beschäftigte in São Paulo ein. Nachdem die Lohnverhandlungen zwischen der Gewerkschaft der U-Bahn-Beschäftigten von São Paulo und der U-Bahn-Gesellschaft gescheitert waren, hatten die Streikenden ihre ursprüngliche Forderung nach einer Lohnerhöhung um 16,5 Prozent auf 12,2 Prozent gesenkt, aber die Gesellschaft war nicht bereit, ihr Angebot von 8,7 Prozent zu erhöhen. Die Streikenden hatten vor der Haltestelle „Ana Rosa“ einen Streikposten Streikposten Personen, die vor den Toren der betroffenen Betriebe auf einen Arbeitskonfliktoder einen Streik aufmerksam machen und versuchen, andere Beschäftigte dazu zu veranlassen, den Betrieb nicht zu betreten bzw. die Verbraucher davon abzuhalten, den Arbeitgeber zu unterstützen. Die Aufstellung von Streikposten vor einem nicht direkt an dem Konflikt beteiligten, neutralen Betrieb zielt darauf ab, indirekt Druck auf den Arbeitgeber, der die eigentliche Zielscheide der Aktion ist, auszuüben. aufgestellt, woraufhin die Behörden die Einsatzpolizei hinzuzogen, um sie mit Tränengas und Gummigeschossen zu vertreiben. Der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
dauerte fünf Tage, und 42 Beschäftigte wurden aufgrund ihrer Beteiligung daran entlassen. Die U-Bahn-Gesellschaft blieb unnachgiebig und drohte mit 300 weiteren Entlassungen, falls der angedrohte Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
am Eröffnungstag der Fußballweltmeisterschaft aus Solidarität mit ihren entlassenen KollegInnen tatsächlich stattfinde.

Streikende Bauarbeiter beschossen17-04-2014

Am 7. April 2014 wurden Schüsse abgefeuert, als es im Olympiapark für Rio 2016 zu einem Zusammenstoß zwischen streikenden Bauarbeitern und Sicherheitspersonal kam. Berichten zufolge wurde niemand verletzt. Die Bauarbeiter hatten seit dem 3. April für eine bessere Gewerkschaftsvertretung sowie für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen gestreikt.

Der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
wurde nach zwei Wochen am 17. April beendet, als eine Einigung bezüglich eines Teils der Gewerkschaftsforderungen erzielt wurde. Über die noch verbliebenen strittigen Punkte sollte weiter verhandelt werden.

Gewerkschaftsführer ermordet24-11-2014

Ozano Pereira da Silva, 77, der Vorsitzende der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Papierindustrie in Guarulhos, Aruja und Itaquaquecetuba, wurde am 24. November 2014 im Büro seiner Gewerkschaft in Guarulhos erdrosselt. Augenzeugenberichten zufolge waren zwei bewaffnete Männer in das Gewerkschaftsbüro eingedrungen, in dem sich 20 Personen aufhielten, darunter Mitarbeiter und Patienten eines Zahnarztes, der Gewerkschaftsmitglieder behandelte.

Die zwei Männer nahmen die Mitarbeiter der Gewerkschaft als Geiseln, fesselten ihre Hände und stülpten ihnen Plastiktüten über den Kopf. Angaben der Polizei zufolge warteten die Mörder zwei Stunden lang in dem Büro auf Ozano Pereira da Silva. Nachdem er eingetroffen war, brachten sie ihn und den Schatzmeister in ein Hinterzimmer und erdrosselten Ozano. Der Schatzmeister hat überlebt.

Die Gewerkschaft geht von persönlichen Rachemotiven aus. Eine Geisel hörte, wie einer der Mörder sagte, dass sie nur wegen einer Person gekommen seien. Als sie Ozano bei ihrer Ankunft nicht antrafen, zwangen sie seine Sekretärin, ihn anzurufen und ihn zu bitten, in das Büro zu kommen.

Ozano war 29 Jahre lang Vorsitzender der Gewerkschaft gewesen. Es war auch Vorsitzender des Verbandes der Beschäftigten in der Papierindustrie im Bundesstaat São Paulo gewesen.

Konflikt im Gastgewerbe von Curitiba13-12-2013

Am 30. November 2013 haben die Beschäftigten im Hotel- und Gaststättengewerbe in Curitiba die Arbeit niedergelegt, um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen zu fordern. Angaben der für diesen Sektor zuständigen Gewerkschaft CONTRATUH (Confederação Nacional dos Trabalhadores em Turismo e Hospitalidade) zufolge sollen die Arbeitgeber daraufhin eine gerichtliche Verfügung erwirkt haben, um den Streikenden lautstarke Demonstrationen in unmittelbarer Nähe der an dem Konflikt beteiligten Hotels bzw. Restaurants zu untersagen.

Gewerkschaftsfeindliche Praktiken bei SABESP31-08-2013

Im August 2013 baute die Companhia de Saneamento Básico do Estado de São Paulo (SABESP) Arbeitsplätze ab, was auch die Entlassung von 31 Gewerkschaftsführern beinhaltete.

Gewerkschaftsfeindlichkeit bei TV Paraíba31-07-2013

Im Juli 2013 begann das Unternehmen Televisão Paraíba nach der Gründung des Sindicato dos Trabalhadores em Empresas de Radiodifusão e Televisão de Campina Grande, mit Mobbing und der Entlassung der Gewerkschaftsführer aktiv gegen die Gewerkschaft vorzugehen.

Veracel weigert sich, mit Gewerkschaft zu verhandeln31-03-2013

Im März 2013 legten die Beschäftigten von Veracel die Arbeit nieder, da sich das transnationale Forstunternehmen weigerte, über bessere Löhne und Arbeitsbedingungen in seinem Werk im äußersten Süden von Bahía zu verhandeln.

Beschränkung von Streikposten30-11-2012

Im November 2012 streikten im Bundesstaat Santa Catarina Beschäftigte im Gesundheitswesen mehr als 30 Tage lang, um Gehaltserhöhungen zu fordern. Eine Anordnung der Staatsanwaltschaft besagte, dass sich maximal 70 Prozent der Beschäftigten an Arbeitskampfmaßnahmen beteiligen und Streikposten Streikposten Personen, die vor den Toren der betroffenen Betriebe auf einen Arbeitskonfliktoder einen Streik aufmerksam machen und versuchen, andere Beschäftigte dazu zu veranlassen, den Betrieb nicht zu betreten bzw. die Verbraucher davon abzuhalten, den Arbeitgeber zu unterstützen. Die Aufstellung von Streikposten vor einem nicht direkt an dem Konflikt beteiligten, neutralen Betrieb zielt darauf ab, indirekt Druck auf den Arbeitgeber, der die eigentliche Zielscheide der Aktion ist, auszuüben. nur 200 Meter vom Arbeitsplatz entfernt aufgestellt werden durften, ohne Verwendung von Spruchbändern, Flugblättern usw.

Kampf um Grund und Boden wird kriminalisiert31-12-2012

Udo Wahlbrink, Vorsitzender des Sindicato dos Trabalhadores Rurais de Vilhena e Chupinguaia im Staat Rondonia, wurde bedroht und angegriffen. Dabei wurden drei Schüsse auf ihn abgefeuert. Da Justiz und Polizei ihm keinen Schutz zusicherten, beschloss er, eine Waffe zu tragen, was als Vorwand dafür diente, ihn im Jahr 2012 acht Monate lang einzusperren und zu foltern.

Laut der Comisión Pastoral de la Tierra (CPT) gab es im Jahr 2012 36 Todesfälle aufgrund landwirtschaftlicher Konflikte, was im Vergleich zu den 29 Fällen im Jahr 2011 einen Anstieg um 24% darstellt. Im Jahr 2012 gab es im Bundesstaat Rondonia mehr Tote aufgrund von Auseinandersetzungen wegen Land als im Bundesstaat Pará. Insgesamt gab es neun Fälle gegenüber zwei im Vorjahr, was einen Anstieg um 350% darstellt.

Kein Streikrecht für Beamte im öffentlichen Dienst von Roraima 31-07-2013

Im Juli 2013 war ein Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
von Beamten der Zivilpolizei des Bundesstaates Roraima vom Arbeitsgericht für gesetzeswidrig erklärt worden. Laut dem Richter hatte die Gewerkschaft zwar alle Kriterien für die Ausrufung des Streiks erfüllt, aber der Sektor gelte als „wesentlicher Dienst“ für die Bevölkerung.

Im Jahr 2012 richtete sich eine gerichtliche Entscheidung gegen die Beamten im Bildungssektor von Roraima, da das Ende ihres Streiks angeordnet wurde. Die Fortsetzung des Streiks hätte die Zahlung eines täglichen Bußgelds von 100.000 BRL (43.000 USD) für die Gewerkschaft, 2.000 BRL (860,00 USD) für jeden Gewerkschaftsführer und 200 BRL (86,00 USD) pro Streikendem nach sich gezogen.

Gewerkschaftsfeindliche Praktiken bei der Banco Santander11-04-2013

Am 11. April 2013 verzögerten die brasilianischen Mitarbeiter von Grupo Santander zum Zeichen des Protests die Öffnung von Filialen, um zu erreichen, dass Entlassungen, Arbeitsplatzrotation, missbräuchliche Zielsetzungen und Mobbing ein Ende nehmen. Gleichzeitig forderten sie bessere gesundheitliche Bedingungen, Arbeitsplatzsicherheit, Chancengleichheit sowie auch die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. der Ruheständler.

Die Maßnahme fand im Rahmen des „Nationalen Tags des Kampfes“ statt, an dem im ganzen Land eine Reihe von Protestkundgebungen abgehalten wurden, bei denen einige, für die Bankangestellten nachteilige Praktiken der Bank angeprangert wurden, die sich auch auf den Kundenservice auswirken.

Santander reichte seinerseits Klage wegen ideellen Schadens gegen die Sindicato dos Bancários e Financiários de São Paulo, Osasco e Região, die Federação dos Trabalhadores em Empresas de Crédito de São Paulo (FETEC/SP) und die Confederação Nacional dos Trabalhadores no Ramo Financeiro (CONTRAF) ein. Das Unternehmen begründete die Klage damit, dass die Maßnahmen dieser Organisationen dem Image von Santander (...) „einen nicht wieder gutzumachenden Schaden zugefügt haben, der schon fast an Vernichtungswut grenzt“.

Die Bank hat ein Gericht eingeschaltet, obwohl diese Frage eigentlich auf der Ebene der Arbeitsbeziehungen Arbeitsbeziehungen Die individuellen und kollektiven Beziehungen und Kontakte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern am Arbeitsplatz sowie die institutionelle Interaktion zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und auch der Regierung.

vgl. sozialer Dialog
geklärt werden sollte. Laut CONTRAF hat der Finanzkonzern diese gegen die Gewerkschaften gerichtete Strategie 2011 begonnen, um die Arbeitnehmervertretung einzuschüchtern.

Gewalt gegenüber Gewerkschaftern31-01-2013

Im Januar 2013 geriet Cicero Guedes, ein führender Vertreter der Landlosenbewegung MST, in der Nähe eines Zuckerrohr-Anbaugebietes in einen Hinterhalt und wurde erschossen. Der frühere Zuckerrohrschneider kam mit dem Fahrrad von einem Treffen, bei dem eine Verhandlungslösung für den Konflikt zwischen Landarbeiterfamilien und dem sieben Farmen umfassenden 3.500-Hektar-Agrarkomplex Cambahyba gefunden werden sollte.

Verhaftung von Gewerkschaftern28-02-2013

Im Februar 2012 weigerten sich die Regierungen der Bundesstaaten Bahia und Rio de Janeiro, mit streikenden Polizeibeamten und Feuerwehrleuten zu verhandeln. Demonstrationen wurden kriminalisiert, und mehrere Anführer wurden verhaftet. Angehörige der Feuerwehr und der Polizei zählen in Brasilien zum Militär und dürfen sich somit nicht gewerkschaftlich organisieren oder Arbeitskampfmaßnahmen ergreifen.

Schwierige Tarifverhandlungen bei den Beschäftigten in der Luftfahrtindustrie21-10-2011

Am 21. Oktober 2011 legte die nationale Gewerkschaft des Flughafenpersonals SINA (Sindicato Nacional dos Aeroportuários) den Flughafen Viracopos in Campinas, einer Stadt rund 100 km nördlich von Sao Paulo, für 48 Stunden lahm, um gegen das von der brasilianischen Regierung für die geplante Teilprivatisierung von Flughäfen favorisierte Konzessionsmodell zu protestieren, durch welches der Betrieb, das Frachtgeschäft, die Flugnavigation, die Kontrolle über die Flughafengebühren sowie Wartung und Spezialtechnik in die Hände von privaten Betreibern gegeben werden sollen. Dies wird zwangsläufig zu einer Prekarisierung Prekarisierung Die zunehmende Flexibilisierung der Arbeitnehmerschaft durch den Ersatz unbefristet beschäftigter Vollzeitkräfte durch Beschäftigte mit befristeten, irregulären Verträgen. der Beschäftigungsbedingungen führen. Die Beschäftigten fordern bis heute den Schutz ihrer Rechte.

Schwierige Tarifverhandlungen bei den Beschäftigten der städtischen Friedhöfe von Sao Paulo30-08-2011

Am 30. August 2011 begann auf den städtischen Friedhöfen von Sao Paulo ein einwöchiger Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
der für Bestattungen zuständigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die der Gewerkschaft der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung und in den für kommunale Selbstverwaltungszwecke eingerichteten Autarquia-Dienststellen der Stadt Sao Paulo SINDESP (Sindicato dos Trabalhadores na Administração Pública e Autarquias do Município de São Paulo) angehören. Die Beschäftigten verlangten eine Lohnerhöhung von 39%, da ihre Löhne seit 1995 nicht mehr angehoben worden waren.

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