Brasilien - 2012
Hauptstadt: Brasilia

29 Zwangsarbeit (1930) 98 Vereinigungsrecht und das Recht zu Kollektivverhandlungen (1949) 100 Vereinigungsfreiheit und der Schutz des Vereinigungsrechts (1948) 111 Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf (1958) 138 Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung (1973) 182 Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit (1999)
gemeldete Verletzungen - 2012
Hintergrund
29 Zwangsarbeit (1930) 98 Vereinigungsrecht und das Recht zu Kollektivverhandlungen (1949) 100 Vereinigungsfreiheit und der Schutz des Vereinigungsrechts (1948) 111 Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf (1958) 138 Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung (1973) 182 Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit (1999)
Hauptstadt: Brasilia

gemeldete Verletzungen- 2012
Gewerkschaftsrechte in der Gesetzgebung
Auch wenn die grundlegenden Gewerkschaftsrechte garantiert sind, so sind die gesetzlichen Regelungen dennoch nach wie vor mit einer Reihe von Problemen behaftet. Die Verfassung und das Arbeitsgesetz schützen das Recht aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sich gewerkschaftlich zu organisieren, mit Ausnahme bestimmter Staatsbediensteter. Das für die Gründung von Gewerkschaften geltende „Unicidade“-System legt fest, dass pro Wirtschafts- oder Berufsgruppe in einem bestimmten geographischen Raum nur eine Gewerkschaft bestehen darf. Außerdem wird die Gründung nationaler Gewerkschaftsdachverbände durch übermäßige formale Anforderungen erschwert.
Darüber hinaus ist das Recht auf Tarifverhandlungen nicht ausreichend gesichert, da eine Vereinbarung für nichtig erklärt werden kann, wenn sie im Widerspruch zur Wirtschafts- oder Finanzpolitik der Regierung zu stehen scheint. Den Beamten wird das Recht auf Tarifverhandlungen vorenthalten. Auch in den staatlichen Unternehmen und den sogenannten gemischten Betrieben („empresas mixtas“), also jenen Unternehmen, die sich nur zum Teil in staatlichem Besitz befinden, sind kollektive Lohnverhandlungen nur eingeschränkt möglich.
Obwohl das Streikrecht allen Beschäftigten im privaten Sektor und im öffentlichen Dienst gleichermaßen garantiert wird, unterliegen Streiks im Bereich der öffentlichen Dienste einem Regelwerk, das jedoch bis heute nicht näher ausgearbeitet wurde. Die brasilianische Gesetzgebung sieht das Rechtsinstrument der sogenannten Unterlassungsverfügung („interdito proibitório“) zum Schutz von Privateigentum vor. Dieses Rechtsinstrument stellt eine Art indirekten Schutzmechanismus dar. In der Praxis wird das „interdito proibitório“ jedoch dazu benutzt, das Aufstellen von Streikposten Streikposten Personen, die vor den Toren der betroffenen Betriebe auf einen Arbeitskonfliktoder einen Streik aufmerksam machen und versuchen, andere Beschäftigte dazu zu veranlassen, den Betrieb nicht zu betreten bzw. die Verbraucher davon abzuhalten, den Arbeitgeber zu unterstützen. Die Aufstellung von Streikposten vor einem nicht direkt an dem Konflikt beteiligten, neutralen Betrieb zielt darauf ab, indirekt Druck auf den Arbeitgeber, der die eigentliche Zielscheide der Aktion ist, auszuüben. aus Gründen des „Schutzes von Eigentum vor Beeinträchtigung und Plünderung“ zu verbieten oder zumindest einzuschränken. Im Oktober 2011 äußerten Vertreter von Gewerkschaftsorganisationen auf einer öffentlichen Sitzung der Menschenrechtskommission des Senats ihre Kritik an diesem Schutzmechanismus, wobei sie argumentierten, dass dieses Rechtsinstrument nicht nur Streikaktionen erheblich beeinträchtigt, sondern auch eine weitere Form von Kriminalisierung der sozialen Bewegungen darstellt.
Vereinigungsfreiheit / Vereinigungsrecht
Grundsätze
Vereinigungsfreiheit :
- >Die Vereinigungsfreiheit ist in der Verfassung verankert.
- >Die Vereinigungsfreiheit ist gesetzlich geregelt.
Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung:
- >Das Gesetz untersagt gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung, enthält aber keinen angemessenen Schutz.
Beschränkungen
Beschränkungen des Rechtes der Beschäftigten auf die Gründung von und den Beitritt zu Organisationen ihrer eigenen Wahl:
- >Gesetzlich vorgeschriebenes Gewerkschaftsmonopol und/oder ein System, das die Organisierung auf einer bestimmten Ebene (Betrieb, Branche/Sektor, regional, gebietsbezogen, national) verbietet oder einschränkt
- Das "Unicidade"-System legt fest, dass pro Berufsgruppe oder Wirtschaftseinheit in einem bestimmten geographischen Raum nur eine Gewerkschaft bestehen darf. Dieses geographisch bedingte Gewerkschaftsmonopol bedeutet, dass einige sektorale Verbände und nationale Gewerkschaftsbünde nicht gesetzlich anerkannt werden.
- >Beschränkungen des Rechtes der Gewerkschaften auf die Gründung von Ortsverbänden, Vereinigungen oder Dachverbänden oder auf den Beitritt zu nationalen oder internationalen Organisationen
- Um anerkannt zu werden, muss ein Dachverband eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen: Mitgliedschaft von mindestens 100 Gewerkschaften aus allen fünf Regionen, Mitgliedschaft von Gewerkschaften aus mindestens fünf Sektoren und Mitgliedschaft von mindestens 5% der landesweit gewerkschaftlich organisierten Personen im ersten Jahr; innerhalb von zwei Jahren müssen mindestens 7% erreicht werden. Von den bestehenden 17 "Dachverbänden" erfüllen weniger als sechs diese Kriterien.
Gruppen von Beschäftigten, die Gewerkschaften laut Gesetz weder gründen noch beitreten oder ein Gewerkschaftsamt bekleiden dürfen bzw. nur mit Einschränkungen:
- >Streitkräfte
- >Polizei
- >Sonstige Beamte oder öffentlich Bedienstete
- Angehörige der Feuerwehr und verschiedene andere Staatsbedienstete dürfen sich nicht gewerkschaftlich organisieren.
Tarifverhandlungsrecht
Grundsätze
Tarifverhandlungsrecht:
- >Das Tarifverhandlungsrecht wird weder gesetzlich anerkannt noch begünstigt oder gefördert.
Beschränkungen
Beschränkungen des Grundsatzes ungehinderter und freiwilliger Verhandlungen:
- >Ausschluss bestimmter Themen von Tarifverhandlungen (z.B. Löhne, Arbeitszeit)
- Gemäß Artikel 623 der konsolidierten Arbeitsgesetze (CLT) können Bestimmungen einer Übereinkunft oder einer Vereinbarung, die im Widerspruch zur Wirtschafts- oder Finanzpolitik der Regierung oder der geltenden Lohnpolitik stehen, für nichtig erklärt werden. Kollektive Lohnverhandlungen unterliegen zudem in staatlichen und gemischten Unternehmen Beschränkungen, so dass wirkliche Lohnerhöhungen von bestimmten Kriterien abhängen, wie etwa von einer erhöhten Produktivität, der Ausschüttung der Dividenden oder der Anpassung der Bezüge der Beschäftigten an das aktuelle Niveau auf dem Arbeitsmarkt insgesamt. Beschränkungen bestehen auch bezüglich der Aufnahme automatischer Indexierungen in die Verträge, d.h. der Erhöhung oder Anpassung der Löhne an die Teuerungsrate, wodurch die Möglichkeiten der Parteien eingeschränkt werden, die Themen und Inhalte von Tarifverhandlungen selbst zu bestimmen.
Einschränkungen oder Verbot von Tarifverhandlungen in bestimmten Sektoren:
- >Sonstige Beamte und öffentlich Bedienstete
- Öffentlich Bedienstete, auch diejenigen, die nicht in der Staatsverwaltung beschäftigt sind, sind nicht tarifverhandlungsberechtigt.
Streikrecht
Grundsätze
Streikrecht:
- >Das Streikrecht ist in der Verfassung verankert.
- >Das Streikrecht ist arbeitsrechtlich geregelt.
In der Verfassung ist ein uneingeschränktes Streikrecht für alle Arbeitnehmer/innen in allen staatlichen Dienstbereichen, mit Ausnahme der Polizei und der Streitkräfte, verankert. Streiks im öffentlichen Dienst sind somit gestattet; die Verfassung knüpft die Wahrnehmung dieses Rechtes allerdings an ein bestimmtes für den öffentlichen Dienst geltendes Regelwerk, das bis heute noch nicht existiert. In der Praxis entstehen somit Schwierigkeiten für Staatsbedienstete, die von ihrem Streikrecht Gebrauch machen wollen.
Beschränkungen
Bestimmungen, die die Streikmöglichkeiten oder die Wirksamkeit eines Streiks untergraben:
- >Sonstige gesetzliche Bestimmungen, die das Streikrecht untergraben
- Das in Artikel 1210 und den nachfolgenden Artikeln des Zivilgesetzbuches vorgesehene Rechtsinstrument der Unterlassungsverfügung (“interdito proibitório”) ist dazu benutzt worden, um Streikposten "zum Schutz von Eigentum vor Eingriffen oder Plünderungen" zu verbieten bzw. einzuschränken.
29 Zwangsarbeit (1930) 98 Vereinigungsrecht und das Recht zu Kollektivverhandlungen (1949) 100 Vereinigungsfreiheit und der Schutz des Vereinigungsrechts (1948) 111 Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf (1958) 138 Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung (1973) 182 Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit (1999)
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gemeldete Verletzungen - 2012
Praxis
vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte -Bericht von Oktober 2011 wurden seit 1995 mehr als 36.000 Personen, die unter sklavereiähnlichen Bedingungen ohne Arbeitsvertrag und ohne Lohn beschäftigt wurden, von den mobilen Sonderinspektionsgruppen der brasilianischen Arbeitsinspektion befreit.
vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik der für Bestattungen zuständigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die der Gewerkschaft der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung und in den für kommunale Selbstverwaltungszwecke eingerichteten Autarquia-Dienststellen der Stadt Sao Paulo SINDESP (Sindicato dos Trabalhadores na Administração Pública e Autarquias do Município de São Paulo) angehören. Die Beschäftigten verlangten eine Lohnerhöhung von 39 %, da ihre Löhne seit 1995 nicht mehr angehoben worden waren.
29 Zwangsarbeit (1930) 98 Vereinigungsrecht und das Recht zu Kollektivverhandlungen (1949) 100 Vereinigungsfreiheit und der Schutz des Vereinigungsrechts (1948) 111 Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf (1958) 138 Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung (1973) 182 Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit (1999)
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Rechtsverletzungen
29 Zwangsarbeit (1930) 98 Vereinigungsrecht und das Recht zu Kollektivverhandlungen (1949) 100 Vereinigungsfreiheit und der Schutz des Vereinigungsrechts (1948) 111 Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf (1958) 138 Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung (1973) 182 Die schlimmsten Formen der Kinderarbeit (1999)
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