5 – Rechte nicht garantiert
Der Globale Rechtsindex des IGB

Korea (Republik)

Die Mitgliedsorganisationen des IGB in der Republik Korea sind die Federation of Korean Trade Unions (FKTU) und die Korean Confederation of Trade Unions (KCTU).

Praxis

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15 Bauarbeitergewerkschaftsmitglieder verurteilt 02-06-2016

Am 2. Juni 2016 hat ein Gericht 15 Turmkranführer, die alle der Bauarbeitergewerkschaft KCWU angehörten, der „Erpressung“ und „Geschäftsbehinderung“ für schuldig befunden, nur weil sie versucht hatten, Tarifverhandlungen mit einem Unternehmen zu führen, das sich weigerte, Gewerkschaftsmitglieder einzustellen. Besonders besorgt waren sie über die Sicherheitsmängel auf den unfallträchtigen südkoreanischen Baustellen. Der stellvertretende KCWU-Vorsitzende Jeong Min-ho und Kim Myeong-uk, der Vorsitzende der Turmkransparte in Seoul-Gyeonggi, wurden zu zwei bzw. drei Jahren Haft verurteilt, während die übrigen 13 Bewährungsstrafen zwischen acht und 18 Monaten erhielten.

Die Anklage war Teil eines generell harten Vorgehens gegen südkoreanische Gewerkschaften, mit dem diejenigen eingeschüchtert und bedroht werden sollten, die es wagten, sich gegen die neoliberale Agenda und die arbeitnehmerfeindlichen Arbeitsreformen der Regierung zu stellen.
Alle 15 wurden später gegen Kaution freigelassen, nachdem sie Berufung eingelegt hatten.

Eisenbahnerstreik: Hunderte entlassen, 19 müssen mit Anklage rechnen07-12-2016

Die staatliche Eisenbahngesellschaft Korea Railroad Corporation (Korail) hat im Oktober 2016 angekündigt, dass sie 19 führende Gewerkschaftsvertreter wegen der Organisation eines Streiks verklagen werde. Darüber hinaus hat die Gesellschaft 218 Streikende suspendiert und erste Maßnahmen ergriffen, um die Initiatoren der Aktion zu bestrafen. Zudem wurde die Einstellung von 500 zusätzlichen Beschäftigten bekannt gegeben.

Der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
bei der Bahn und der U-Bahn hatte am 27. September 2016 aus Protest gegen die geplante Einführung eines leistungsabhängigen Gehaltssystems begonnen. Dieses System war ein zentraler Bestandteil der Politik von Präsidentin Park Geun-hye zur Steigerung der „Flexibilität“ auf dem Arbeitsmarkt, durch die angeblich mehr Arbeitsplätze geschaffen werden sollten. Die Gewerkschaften haben sich gegen dieses System ausgesprochen und gewarnt, dass es Entlassungen erleichtern und die Arbeitsbedingungen verschlechtern könnte.

Angaben des Arbeitsministeriums zufolge sollen sich rund 23.500 Mitglieder der koreanischen Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst und das Transportwesen (KPTU) und zehn staatliche Unternehmen an dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
beteiligt haben, darunter 6.500 Korail-Beschäftigte, 1.760 Beschäftigte der Seouler U-Bahn, 710 Beschäftigte der Seoul Metropolitan Rapid Transit Corporation (SMRT) und etwa 1.200 Beschäftigte der Verkehrsgesellschaft Busan Transportation Corporation (BTC). Die BTC hat am zweiten Streiktag 841 Beschäftigte suspendiert, weil sie der Aufforderung, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, nicht nachgekommen waren. Am 20. Oktober hat Korail den Streikenden ein Ultimatum gestellt: Wer am nächsten Tag nicht zur Arbeit erscheine, müsse mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Die große Mehrheit der Streikenden ließ sich von dieser Drohung jedoch nicht einschüchtern, und der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
wurde fortgesetzt.

Die U-Bahn-Fahrer beendeten den Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
nach ein paar Tagen, aber die Eisenbahner streikten noch bis in den Dezember hinein. Am 7. Dezember wurde der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
schließlich beendet. Korail erklärte, dass man nach zwei intensiven Verhandlungstagen einen Einigungsentwurf mit der KPTU ausgehandelt habe, der vorsehe, dass die Löhne im Rahmen der von der Regierung beschlossenen Richtlinien festgelegt würden.

Streikende Lkw-Fahrer müssen mit Festnahmen, Verletzungen und Repressalien rechnen19-10-2016

Die südkoreanische Regierung hat auf einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
von Mitgliedern der KPTU-Sparte TruckSol mit Einschüchterungen, Gewalt und Festnahmen reagiert. An dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
, der am 10. Oktober 2016 begann, haben sich mehr als 7.000 Lkw-Fahrer beteiligt, um gegen die von der Regierung geplante Deregulierung der Güterfrachtverkehrsbranche zu protestieren.

Die Regierung hat daraufhin am 11. Oktober 4.000 Polizisten stationiert, die Streikende und Sympathisanten vor dem Hafen Busan New Port umstellten, wobei bei den anschließenden Zusammenstößen mehr als 50 TruckSol-Mitglieder festgenommen und verletzt wurden. Die Regierung drohte den Teilnehmern und Organisatoren des Streiks zudem mit Repressalien wie der Aussetzung der Kraftstoffsubventionen, Lizenz-Entzug und Strafanzeigen. Am neunten Streiktag nahm die Polizei den TruckSol-Vorsitzenden Won-ho Park in Busan wegen „Verkehrsbehinderung“ fest.

Die Hauptforderung der Lkw-Fahrer war neben der Aufgabe der Deregulierungspläne die Einführung eines Systems mit „Regelsätzen“, ähnlich dem in Australien eingeführten neuen System, das die Vergütung der Fahrer an die Straßensicherheit knüpft und die gesamte Lieferkette für die Sicherheit verantwortlich macht, wodurch die Kosten höherer Löhne und Vertragskosten über die Lieferkette hinweg verteilt werden. Das australische System wurde bereits gelobt, vor allem von der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
, weil es zu besseren Sicherheitsstandards in der Branche beiträgt. Die südkoreanische Regierung hatte sich im Jahr 2009 zur Einführung eines Regelsatzsystems verpflichtet, diese Zusage jedoch nicht eingehalten. Schätzungsweise 1.200 Menschen kommen in Korea jedes Jahr bei Unfällen mit Lkws ums Leben.

Der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
wurde am 19. Oktober beendet, nachdem sich die Regierung bereit erklärt hatte, über Maßnahmen für einen besseren Schutz der Arbeitnehmerrechte zu diskutieren und gezielter gegen das Überladen von Fahrzeugen vorzugehen.

Samsungs brutale gewerkschaftsfeindlichen Maßnahmen enttarnt15-10-2016

Das Asia Monitor Resource Centre (AMRC) hat im September 2016 eine geleakte PowerPoint-Präsentation des mächtigen südkoreanischen Multis Samsung publik gemacht, die eigentlich nur für die Chefetage des Unternehmens bestimmt war. Aus diesem Papier ging das Ausmaß der gewerkschaftsfeindlichen Maßnahmen hervor, einschließlich „Gegenmaßnahmen“, um die Beschäftigten „unter Kontrolle zu bringen“.

Das geleakte Material enthielt Anweisungen an die Manger wie „Beschäftigte isolieren“, „Anführer bestrafen“ und „interne Konflikte schüren“. Diese Anweisungen waren eindeutig befolgt worden, da das AMRC auch über schwere Missbrauchsfälle berichtet, in denen Samsung „die Telefone von Angestellten abgehört, sie bespitzelt und ihre Familien bedroht“ hat.

Im Oktober 2016 haben der IGB und IndustriALL Global Union einen gemeinsamen Bericht über „Samsung – Moderne Technologie, mittelalterliche Zustände“ veröffentlicht, in dem das weltweite Ausmaß der rücksichtslosen Praktiken des Unternehmens beschrieben wird. Es wird aufgedeckt, wie erschreckend unsicher die Arbeitsbedingungen sind, und erläutert, wie Samsung seine Macht und seinen Einfluss nutzt, um die Gründung von Gewerkschaften zu verbieten, indem mit der Kündigung von Verträgen gedroht wird, falls sich die Beschäftigten gewerkschaftlich organisieren. Ein neues Video über das „Geheimnis von Samsung“ berichtet über eine Familie, die unter der Gewerkschaftsfeindlichkeit von Samsung zu leiden hat, die sich im Übrigen auf die gesamte asiatische Elektronikbranche auswirkt.

Kia Motors geht gerichtlich gegen führende Gewerkschaftsvertreter vor22-07-2016

Kia Motors hat im Juli 2016 Strafanzeige wegen angeblich rechtswidriger Streiks gegen die führenden Vertreter der Metallarbeitergewerkschaft KMWU erstattet. Die Anzeige richtete sich gegen den Gewerkschaftsvorsitzenden Kim Sung-rak und fünf weitere Gewerkschaftsvertreter und bezog sich auf die Beteiligung der Gewerkschaft bei Kia an einem landesweiten Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
, den die KMWU, eine Mitgliedsorganisation des koreanischen Gewerkschaftsbundes KCTU, organisiert hatte.

Zehntausende aktive Gewerkschaftsmitglieder hatten am 22. Juli 2016 im Rahmen eines Generalstreiks von 150.000 Metallarbeitern in Seoul demonstriert, um ihren Unmut über einen Konflikt im Zusammenhang mit den Löhnen und Arbeitsbedingungen bei der Hyundai Motor Group zum Ausdruck zu bringen. Um den Konflikt beizulegen und die Verhandlungsposition der Beschäftigten bei anderen Unternehmen zu verbessern, hatte die KMWU zu einem Generalstreik aufgerufen und branchenweite Tarifverhandlungen gefordert.

Das Unternehmen behauptete, die Gewerkschaft habe die für Arbeitskampfmaßnahmen vorgeschriebenen gesetzlichen Verfahren nicht eingehalten.

Von Hyundais gewerkschaftsfeindlichen Taktiken in den Selbstmord getrieben17-03-2016

In den frühen Morgenstunden des 17. März 2016 nahm sich Han Kwang-ho, ein 41-jähriger Beschäftigter von Yoosung Enterprise, das Leben. Han, ein gewählter Vertreter der Metallarbeitergewerkschaft KMWU, war fünf Jahre lang Einschüchterungen, Repressionen und Angriffen wegen seiner Gewerkschaftsarbeit bei Yoosung Enterprise, einem wichtigen Zulieferbetrieb der Hyundai Motor Company, ausgesetzt gewesen.

Im Januar 2016 wurde der Beweis erbracht, dass Hyundai gemeinsame Sache mit Yoosung Enterprise und der Beratungsfirma Changjo gemacht hatte, um die Gewerkschaft in dem Betrieb zu zerschlagen. Ihre umfassende und aggressive gewerkschaftsfeindliche Kampagne hatte im Jahr 2011 begonnen, als die Gewerkschaft die Beendigung der 12-Stunden-Schichten gefordert hatte. Die Strategie zielte darauf ab, der Gewerkschaft das Leben zur Hölle zu machen und sie vollständig zu zerschlagen. Es wurde eine gelbe Gewerkschaft Gelbe Gewerkschaft Eine Gewerkschaft, die vom Arbeitgeber ins Leben gerufen und/oder kontrolliert wird, um die Gründung einer wirklichen Gewerkschaft zu verhindern. begründet, und die Beschäftigten waren kontinuierlich körperlicher Gewalt und Beschimpfungen ausgesetzt.

Nur wenige Tage vor seinem Freitod wurde Han erneut von Yoosung zur Befragung vor einen Disziplinarausschuss einbestellt. Dies war lediglich eine von zahlreichen Methoden, mit denen das Unternehmen gegen seine legitime Gewerkschaftsarbeit vorgegangen war. Zwischen Juli und Dezember 2013 hatte Yoosung elfmal Anzeige gegen Han bei der Polizei erstattet. Als er sich das Leben nahm, waren zwei Falschanklagen nach wie vor bei Gericht anhängig.

Korean Air entlässt Piloten wegen Dienst nach Vorschrift07-03-2016

Die südkoreanische Fluggesellschaft Korean Air Lines hat am 7. März 2016 einen Piloten entlassen, weil er sich an einer Dienst-nach-Vorschrift-Aktion beteiligt hatte. Dem lediglich als „Park“ genannten Piloten wurde vorgeworfen, den Abflug einer Maschine nach Manila absichtlich verzögert und die Anweisung der Fluggesellschaft, die Maschine nach Incheon zurückzufliegen, ignoriert zu haben. Gewerkschaftsvertreter erläuterten, dass er den Rückflug verweigert habe, weil er damit gegen die Vorschriften verstoßen hätte, die 12 Flugstunden in Folge innerhalb eines Tages untersagen. Er habe sich mit seiner Entscheidung daher an die Anweisung der Gewerkschaft gehalten und die Vorschriften befolgt. Einen Tag nach der Entlassung Parks nahmen mehr als 200 Piloten an einer Kundgebung teil, um seine Wiedereinstellung zu verlangen und die Gesellschaft zur Annahme ihrer Forderungen zu drängen.

Die Piloten von Korean Air hatten am 19. Februar 2016 für einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
gestimmt, nachdem ihre eigenen Vertreter und die der Fluggesellschaft keine Einigung über die Gehälter und Arbeitsbedingungen erzielt hatten. Die Piloten forderten eine 37-prozentige Gehaltserhöhung, während ihr Arbeitgeber lediglich 1,9 Prozent anbot. Am 25. Februar beantragte Korean Air eine einstweilige Verfügung Einstweilige Verfügung Eine gerichtliche Anordnung, mit der ein bestimmtes Aktionsmittel wie ein Streikaufruf oder die Fortsetzung eines Streiks verboten oder verhindert werden soll. , um den Streikbeschluss wegen verfahrenstechnischer Fragen für „ungültig“ erklären zu lassen. Diesen Antrag hat das zuständige Gericht in Seoul jedoch am 15. April abgelehnt. Die Fluggesellschaft hat zudem im Februar eine Verleumdungsklage gegen 20 Piloten erhoben, diese jedoch schließlich Ende April zurückgezogen.

Nachdem sich die Verhandlungen in die Länge gezogen hatten, gingen die Gewerkschaften mit ihrer Gehaltsforderung von 37 Prozent auf 29 Prozent zurück. Der Arbeitgeber wollte von seinem früheren Angebot jedoch nicht abrücken, und am 22. Dezember 2016 begannen die frustrierten Piloten erneut einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
, den sie allerdings eine Woche später beendeten, um doch noch eine Verhandlungslösung zu finden.

Früherem KCTU-Vorsitzenden droht Prozess12-04-2016

Am 12. April hat die Staatsanwaltschaft Seoul formell Klage gegen Shin Seung-cheol erhoben, den früheren Vorsitzenden des Gewerkschaftsbundes Korean Confederation of Trade Unions (KCTU). Vorgeworfen wurde ihm die Organisation von sechs rechtswidrigen Kundgebungen in den Jahren 2013 und 2014, als er an der Spitze des Gewerkschaftsbundes stand. Angeblich hat Shin im Dezember 2013 rund 3.000 Demonstranten gegen die Privatisierung der Bahn im Zentrum von Seoul mobilisiert, ohne dies gegenüber den Behörden ordnungsgemäß anzukündigen. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zudem Verkehrsbehinderung zur Last, weil er bei einer anderen Kundgebung gemeinsam mit etwa 2.500 Protestierenden in rechtswidriger Weise Straßen besetzt habe.

Erneut Haftstrafe für führenden Gewerkschafter wegen Protesten gegen arbeitnehmerfeindliche Reformen 08-09-2016

Am 8. September 2016 hat ein Strafgericht Lee Jong-hwa, den Präsidenten der Bauarbeitergewerkschaft KPCWU wegen seiner Rolle bei den Massenprotesten am 14. November 2015 zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Zwei Monate zuvor waren bereits KPTU-Vizepräsident Cho Sung-deok und KCTU-Präsident Han Sang-gyun zu zwei bzw. fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Insgesamt wurden 36 Mitglieder der KPCWU im Zusammenhang mit der Kundgebung im November angeklagt. Gegen neun von ihnen wurden Haftstrafen erlassen, obwohl die meisten eine Bewährungsstrafe erhielten. Lee Jong-hwa blieb jedoch in Haft. Andere wurden zu Bußgeldern in Höhe von zwei bis zehn Millionen Won (etwa 1.800 – 9.000 US-Dollar) verurteilt.

Es wird vermutet, dass das Gerichtsurteil Teil des allgemeineren Vorgehens der Regierung gegen die Mitgliedsgewerkschaften der Bauarbeitervereinigung Korean Federation of Construction Industry Trade Unions (KFCITU) war. Die Polizei hatte die regulären Gewerkschaftsaktivitäten der KPCWU als Nötigung gegenüber den Arbeitgebern bezeichnet und gegen Dutzende führende Gewerkschaftsvertreter ermittelt.

Noch ein führender Gewerkschaftsvertreter inhaftiert26-06-2016

Am 26. Juli 2016 hat das zentrale Bezirksgericht Seoul den Vizepräsidenten der koreanischen Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst und das Transportwesen (KPTU), Cho Sung-deok, wegen seiner Rolle bei den Massenprotesten am 14. November 2015 zu zwei Jahren Haft verurteilt. Er war einer von mehreren südkoreanischen Gewerkschaftern, die wegen fragwürdiger Anklagepunkte im Zusammenhang mit den von den Gewerkschaften organisierten Protesten vor Gericht gestellt wurden, und seine Verurteilung erfolgte lediglich zwei Wochen nach der von Han Sang-gyun, des Präsidenten des Gewerkschaftsbundes Korean Confederation of Trade Unions (KCTU), zu fünf Jahren Gefängnis wegen ähnlicher „Vergehen“. Einer der Anklagepunkte lautete „Verkehrsbehinderung“, obwohl der Präsident der Internationalen Transportarbeiter-Föderation, Paddy Crumlin, erklärte, dass „höchstens von der Verursachung eines Staus“ die Rede sein könne.

Die Kundgebung und Proteste im November richteten sich gegen die geplanten Arbeitsrechtsreformen, die die Arbeitnehmerrechte erheblich untergraben würden, sowie gegen die Regierung generell. Das Regime ging mit harter Hand gegen die Proteste vor, worin viele einen allgemeineren Angriff auf die demokratische Gewerkschaftsbewegung des Landes sahen, der darauf abzielte, Gewerkschaften zu bestrafen, die sich gegen arbeitnehmerfeindliche Reformen aussprechen.

Gewerkschaftspräsident zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt12-12-2016

Am 4. Juli 2016 hat ein Bezirksgericht in Seoul den Präsidenten des Gewerkschaftsbundes Korean Confederation of Trade Unions (KCTU), Han Sang-gyun, zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Zu den Anklagepunkten, die die Staatsanwaltschaft am 5. Januar 2016 gegen ihn vorgebracht hatte, gehörten „Behinderung öffentlicher Aufgaben“, “Zerstörung öffentlicher Güter“, „Verkehrsbehinderung“ und „Organisation einer Versammlung an einem verbotenen Ort“. In der Anklageschrift wurden vom KCTU organisierte Aktivitäten aufgelistet, wie etwa die Kundgebung zum Gedenken an den Untergang der Fähre Sewol am 16. April 2014, eine Demonstration am 1. Mai, Rentenreformproteste am 6. und 28. Mai 2015 sowie Proteste gegen Arbeitsrechtsreformen und die Massenkundgebung am 14. November 2015. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen der leitenden Funktion Hans beim KCTU eine achtjährige Haftstrafe gefordert.

Vor allem die Kundgebung am 14. November 2015 aus Protest gegen die geplanten Arbeitsrechtsreformen von Präsidentin Park Geun-hye hatten ihn zur Zielscheibe der Regierung gemacht. Zehntausende Menschen hatten sich an der Kundgebung beteiligt, gegen die die Behörden mit harter Hand vorgegangen waren. Rund 20.000 Polizisten waren mobilisiert worden, die Tränengas und Wasserwerfer einsetzten. Ein Demonstrant kam ums Leben, nachdem er aus nächster Nähe von einem Wasserwerfer getroffen worden war. Dutzende wurden zum Teil schwer verletzt, und gegen 585 führende Vertreter und Mitglieder des KCTU, von denen 20 in Haft genommen wurden, wurden Strafverfahren eingeleitet. KCTU-Generalsekretär Lee Young-joo stellte sich im Hauptsitz des KCTU selbst unter Hausarrest, nachdem im Dezember 2015 Haftbefehl gegen ihn ergangen war.

Nach einem Einspruch wurde die Strafe Hans am 12. Dezember 2016 von fünf Jahren auf drei Jahre verkürzt und ein Bußgeld in Höhe von 500.000 Won (430 US$) gefordert. Die Anklage im Zusammenhang mit der Maikundgebung wies das Gericht ab.

Gewerkschaften bei Maßnahmen zur Kürzung der Bezüge älterer Beschäftigter umgangen 07-05-2015

Am 7. Mai 2015 hat die Regierung die Einführung eines Systems ‘empfohlen’, das die Bezüge älterer Beschäftigter in allen öffentlichen Institutionen kürzen würde, da eine bestimmte Obergrenze nicht überschritten werden dürfte. Diejenigen Institutionen, die dieses System nicht einführen, könnten nur geringere Gehaltserhöhungen vornehmen und würden bei den jährlichen Management-Beurteilungen schlechter abschneiden.

Da dieses System negative Folgen für die Beschäftigten hat, ist sowohl gesetzlich als auch tarifvertraglich vorgesehen, dass die Arbeitgeber vor seiner Einführung die Zustimmung der repräsentativen Gewerkschaft oder der Mehrheit der Beschäftigten (falls die Gewerkschaft nicht die Mehrheit vertritt) erhalten. Gegen diese Bestimmung wurde in mehreren Fällen verstoßen.

Das Korea Institute of Ocean Science & Technology, das Korea Polar Research Institute und das Korea Institute of Ships and Ocean Engineering haben zwar Einwilligungsformulare von den einzelnen Beschäftigten erhalten, nicht jedoch die Zustimmung der Gewerkschaften, obwohl sie die Mehrheit der Beschäftigten bei diesen Institutionen vertreten. In mehreren Krankenhäusern, in denen die Gewerkschaften nicht die Mehrheit der Beschäftigten vertreten, wurde das neue System ohne Zustimmung der Mehrheit der Beschäftigten eingeführt.

Die Gewerkschaften machen sowohl die Regierung (das Strategie- und Finanzministerium) als auch die Leiter der öffentlichen Institutionen für die Einführung des Systems mit rechtswidrigen Mitteln verantwortlich. Die Korean Federation of Public Services and Transportation Workers’ Unions (KPTU) und der Gewerkschaftsbund KCTU (Korean Confederation of Trade Unions) haben darauf während des Jahres 2015 mit mehrfachen Protestaktionen reagiert. Die KPTU hat sich zudem beim Arbeitsministerium über einzelne öffentliche Institutionen beschwert, aber bei der Untersuchung dieser Fälle gab es Verzögerungen.

Verhandlungen über Änderung der Rechtsstellung verweigert 29-02-2016

Im Februar 2016 hat das Werk von Hyundai Steel Co. in Suncheon die Bitte von Leiharbeitskräften um Verhandlungen über eine Festanstellung abgelehnt, obwohl das Regionalgericht Gwangju entschieden hatte, dass Hyundai Steel Co. all diejenigen als regulär beschäftigt betrachten sollte, die länger als zwei Jahre für das Unternehmen arbeiten. Das Gerichtsverfahren hatte bereits 2011 begonnen.

Arbeitgeber zwingt Bauarbeitern Gewerkschaft auf 08-06-2016

Drei Subunternehmer (Geumhwa PSC, Jeongho Enc. und Beomjin Enc.) des Generalunternehmers Daewoo Construction & Engineering haben die Beschäftigten des Bauprojektes Pocheon Combined Fire Plant gezwungen, der Korean Construction & Plant Construction Industry Trade Union beizutreten, einer Industriegewerkschaft Industriegewerkschaft Eine Gewerkschaft, die Mitglieder in einer bestimmten Branche vertritt, ungeachtet ihres Berufes oder ihrer Qualifikationen.

vgl. Unternehmensgewerkschaft
, die mit der Korean Plant Construction Workers’ Union konkurriert, einer Mitgliedsorganisation der Korean Federation of Construction Industry Trade Unions (KFCITU). Es wurde festgestellt, dass die Subunternehmer im Namen der Beschäftigten Mitgliedsbeiträge entrichtet hatten. Als die neue Gewerkschaft mehr Mitglieder hatte als die alte, wurde das Bauprojekt als Verhandlungseinheit abgesondert und die neue Gewerkschaft als repräsentative Tarifpartei anerkannt.

Metallarbeitergewerkschaft bei Autofabrik diskriminiert 08-06-2016

Die Metallarbeitergewerkschaft KMWU kämpft bei Yoosung Enterprise Co., Ltd. seit fünf Jahren gegen Diskriminierung. Ein Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
im Jahr 2011 wegen der Weigerung des Betriebes, den Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
in Kraft zu setzen, führte zu einer vorübergehenden Schließung, und die Beschäftigten wurden unter Druck gesetzt, aus der KMWU auszutreten und eine gelbe Gewerkschaft Gelbe Gewerkschaft Eine Gewerkschaft, die vom Arbeitgeber ins Leben gerufen und/oder kontrolliert wird, um die Gründung einer wirklichen Gewerkschaft zu verhindern. zu gründen. Seit der Gründung der neuen Gewerkschaft wird diese vom Arbeitgeber unverhohlen bevorzugt. Bereits 2011 mit der KMWU begonnene Verhandlungen wurden nie abgeschlossen, weil die Betriebsleitung inakzeptable Bedingungen stellte, während mit der neuen Gewerkschaft schnell eine Einigung erzielt wurde. KMWU-Mitgliedern wurden infolgedessen jährliche Lohnerhöhungen vorenthalten. Neben der Begünstigung der neuen Gewerkschaft im Tarifprozess kam es zu Diskriminierung im Zusammenhang mit den Gewerkschaftsaktivitäten (Freistellung für die Gewerkschaftsarbeit, Bereitstellung von Gewerkschaftsbüros usw.), und zum Teil wurden sogar einzelne Gewerkschaftsmitglieder ins Visier genommen, beispielsweise bei Beurteilungen, der Bewilligung oder Verweigerung von Überstunden usw. Das Unternehmen hat zudem die Kosten von gesellschaftlichen Veranstaltungen und Besuchen in einer luxuriösen Bar für die neue Gewerkschaft übernommen.

Untersuchungen des Arbeitsministeriums und der Staatsanwaltschaft haben ergeben, dass der wichtigste Auftragnehmer des Unternehmens, Hyundai Motors, hinter der Gewerkschaftsfeindlichkeit steckt und sogar Ziele und Fristen für die Zerschlagung von Gewerkschaften Zerschlagung von Gewerkschaften Versuche eines Arbeitgebers, die Gründung einer Gewerkschaft zu verhindern oder eine bereits vorhandene Gewerkschaft loszuwerden, beispielsweise durch die Entlassung der Gewerkschaftsmitglieder, die gerichtliche Belangung der Gewerkschaft oder die Gründung einer gelben Gewerkschaft. festlegt. Es hat lange gedauert, den Fall vor Gericht zu bringen, und zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels war noch kein Entscheid ergangen.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung bei einem Hersteller elektrischer Anlagen31-12-2015

Während des Jahres 2015 hat der regionale Arbeitsausschuss Valeo Electrical Systems Korea unlauterer Arbeitspraktiken für schuldig befunden. Die Betriebsleitung hatte versucht, sich der Metallarbeitergewerkschaft KMWU in dem Werk zu entledigen, Arbeiten extern vergeben und Schläger angeheuert, um Gewerkschaftsmitglieder einzuschüchtern. Wer sich weigerte, aus der Gewerkschaft auszutreten, schnitt bei der jährlichen Leistungsbewertung am schlechtesten ab und wurde erneut zum Austritt aus der KMWU aufgefordert. Mehrere Beschäftigte gaben ihre Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft schließlich auf, weil sich ihre finanzielle Situation dadurch verschlechtert hatte.

Eingriff in Gewerkschaftsabstimmung31-03-2016

Im März 2016 haben das Innenministerium und der Stadtrat von Gwangju gewarnt, dass eine von der Gewerkschaft der Beschäftigten der Stadt Gwangju (Metropolitan City Employees Union, GMCEU) geplante Abstimmung illegal sei und dass alle, die an der Versammlung teilnähmen, bei der die Abstimmung stattfinden sollte, bestraft würden. Die GMCEU hatte die Abstimmung anberaumt, um ihre Rechtsstellung zu ändern und zu einem Ortsverband der koreanischen Staatsbedienstetengewerkschaft KGEU (Korean Government Employees’ Union) zu werden, deren Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. die Regierung weiterhin ablehnt. Die Abstimmung wurde behindert, und gegen zehn Gewerkschaftsvertreter wurde Anzeige erstattet.

Gewerkschaftszulassung verweigert, Webseite blockiert31-05-2016

Die koreanische Staatsbedienstetengewerkschaft KGEU (Korean Government Employees’ Union) war bis Mai 2016 immer noch nicht zugelassen worden. Das Arbeitsministerium hatte ihre Zulassung erstmals im Jahr 2013 abgelehnt, da es in ihrer Satzung heißt, dass auch entlassene Beschäftigte Mitglieder der Gewerkschaft sein können. KGEU-Mitglieder haben an ihrem Arbeitsplatz keinen Zugang zur Webseite ihrer Gewerkschaft, da sämtliche Regierungsstellen sie blockiert haben. Auf diese Weise ist es extrem schwierig für die Mitglieder, Informationen über Gewerkschaftsaktivtäten auszutauschen.

Streikender Bauarbeiter absichtlich von Lkw angefahren30-11-2015

Am 16. November 2015 wurde ein Mitglied der Bauarbeitergewerkschaft KCWU namens Na während eines Protestes zur Forderung nach einem 8-Stunden-Tag von einem Muldenkipper angefahren, dessen Fahrer direkt bei dem Subunternehmer beschäftigt war. Er war sich bewusst, dass Na genau vor seinem Fahrzeug stand und fuhr absichtlich auf ihn zu.

Mitglieder der Turmkranführergewerkschaft in Haft27-11-2015

Fünf Vertreter der Turmkransparte der Bauarbeitergewerkschaft KCWU saßen am Jahresende in Haft und warteten auf ihren Prozess, einschließlich ihres Vorsitzenden Kim Myung-uk, der gemeinsam mit vier anderen am 27. November 2015 verhaftet und beschuldigt worden war, eine Firma, die Turmkräne vermietet (Junkeyung Tower Crane), erpresst zu haben. Die anderen vier Verhafteten waren Jeong Min-ho, stellvertretender Vorsitzender der Turmkransparte; Lee U-seong, Vorsitzender der Turmkransparte in Busan-Ulsan-Süd-Gyeongsang; Ko Beom-seok, Organisationsleiter der Turmkransparte in Seoul-Gyeonggi; Hwang Seong-yong, Organisationsleiter der Turmkransparte in Seoul-Gyeonggi. Tatsächlich hatten sie sich um einen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
bemüht.

KCTU-Vorsitzender verhaftet, vielen weiteren Gewerkschaftern droht eine Anklage 14-11-2015

Im November wurde Haftbefehl gegen Han Sang-kyun erlassen, den Vorsitzenden des koreanischen Gewerkschaftsbundes KCTU (Korean Confederation of Trade Unions), weil er Märsche und Kundgebungen organisiert hatte, um Gerechtigkeit für die Opfer des Fährunglücks zu fordern und gegen vorgeschlagene Arbeitsreformen zu protestieren.

Die Polizei versuchte, ihn zu verhaften, als er kurz vor einer Kundgebung am 14. November auf einer Sitzung sprach, aber Gewerkschaftsmitglieder versperrten den Weg, so dass Han Sang-kyun entkommen konnte. Neun Personen wurden verhaftet, weil sie geholfen hatten, seine Verhaftung zu verhindern, 126 mussten mit einer Anzeige rechnen, weil sie dem KCTU-Vorsitzenden zur Flucht verholfen oder an „illegalen“ Protesten teilgenommen hatten, und weitere 450 wurden gewarnt, dass die Polizei sie in diesem Zusammenhang vernehmen werde.

Zwei Tage nach der Kundgebung vom 14. November suchte Han Sang-kyun Zuflucht in einem buddhistischen Tempel und erklärte, dass er es den Beschäftigten des Landes schuldig sei, zunächst das Problem der bevorstehenden Arbeitsreformen zu lösen. Er verließ den Tempel schließlich am 10. Dezember nach einer Polizeiaktion, bei der es zu einem Zusammenstoß mit Tempelangehörigen gekommen war, woraufhin Han-Sang-kyun beschloss, den Menschen in dem Tempel keine weiteren Zwischenfälle mehr zuzumuten. Er rief für den 16. Dezember zu einem erneuten Protest gegen die von der Regierung geplanten Reformen auf und erklärte, dass er die brutale Unterdrückung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seitens der Behörden publik machen werde.

Han wurde auf dem Polizeirevier Namdaemun in Seoul festgehalten, während er auf seinen Prozess wartete. Als Noriyuki Suzuki von der IGB-Regionalorganisation für Asien/Pazifik um ein Treffen mit ihm bat, wurde dies von der Polizei nicht genehmigt, da „Beweise zerstört“ werden könnten.

Neben der Organisation „illegaler“ Kundgebungen forderte die Polizei, den KCTU-Vorsitzenden wegen Volksverhetzung anzuklagen. Es war das erste Mal seit 29 Jahren, dass eine derartige Anklage erhoben wurde.

Regierung verbietet Massenkundgebung, verhaftet Teilnehmer und durchsucht Gewerkschaftsbüros21-11-2015

Als bekannt wurde, dass für den 14. November eine Massenkundgebung geplant war, wurde diese von der Regierung für rechtswidrig erklärt und nachdrücklich vor einer Teilnahme daran gewarnt. Mit der Aktion sollte gegen die kontroversen Arbeitsmarktreformen, die von der Regierung verfassten Geschichtsbücher, den sinkenden Reispreis und die Jugendarbeitslosigkeit protestiert werden. „Wir werden diejenigen, die illegale Proteste initiieren und gewalttätig werden, finden und vor Gericht stellen“, erklärte Justizminister Kim Hyun-woong.

Als die Kundgebung dennoch mit rund 100.000 Teilnehmern stattfand, setzten die Behörden Tränengas und Wasserwerfer ein. Zudem errichtete die Polizei eine Straßensperre mit ihren Bussen, um die Protestierenden daran zu hindern, zum Sitz des Präsidenten zu marschieren, obwohl das Verfassungsgericht den Einsatz von Polizeibussen zu diesem Zweck im Jahr 2011 für rechtswidrig erklärt hatte. Die Polizei nahm 51 Verhaftungen vor, und Schätzungen des KCTU zufolge wurden etwa 500 Menschen durch exzessive Polizeigewalt verletzt. Neunundzwanzig Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Angaben der Polizei zufolge seien ca. 22.000 Polizisten, 700 Polizeibusse und Wasserwerfer zum Einsatz gekommen, um den Gwanghwamun-Platz abzuriegeln.

Am darauffolgenden Tag kündigte der Justizminister harte Maßnahmen gegen die Organisatoren „gewaltsamer, rechtswidriger“ Kundgebungen an.

Am 21. November durchsuchte die Polizei der Hauptstadt Seoul 12 Büros von acht Gewerkschaften, einschließlich des Gewerkschaftsbundes KCTU (Korean Confederation of Trade Unions), um nach Anhaltspunkten für eine Beteiligung an den Kundgebungen zu suchen. Die Polizei konfiszierte Gewerkschaftsunterlagen und kopierte Computerdateien.

Razzia im Büro der Transportarbeitergewerkschaft, führende Vertreter verhaftet 11-11-2015

Am Vormittag des 6. November 2015 führten circa 200 Polizisten eine Razzia im Gebäude der koreanischen Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst und das Transportwesen (KPTU) durch. Anlass war angeblich ein Protest streikender Lkw-Fahrer der KPTU-Sparte Truck Sol, die Waren für das Lebensmittelunternehmen Pulmuone befördern. Der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
hatte am 4. September begonnen, um die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. der Gewerkschaft, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Sicherheitsmaßnahmen zu fordern.

Die Polizei nahm Unterlagen aus dem TruckSol-Büro im 2. Stock des KPTU-Gebäudes mit und versuchte, die oberen Stockwerke, in denen das KPTU-Sekretariat und andere KPTU-Mitgliedsorganisationen ihre Büros haben, zu durchsuchen, wurde jedoch von protestierenden Gewerkschaftern, Mitgliedern und Sympathisanten aufgehalten. Die Regierung erließ zudem Haftbefehl gegen ein Dutzend Vertreter und Mitglieder der KPTU-TruckSol. Am 11. November wurden sieben KPTU-TruckSol-Mitglieder im Zusammenhang mit diesen Haftbefehlen festgenommen und inhaftiert.

Regierung gibt Einigung bezüglich Arbeitsmarktreformen bekannt, während die Polizei hart gegen Gewerkschaftsproteste vorgeht 29-09-2015

Die Regierung gab im September 2015 bekannt, dass man hinsichtlich der kontroversen Arbeitsmarktreformen, die es den Arbeitgebern erleichtern, „hinter den Erwartungen zurückbleibende“ Beschäftigte zu entlassen und Arbeitsverträge zu ändern, eine Einigung erzielt habe. Die Gewerkschaften befürchteten, dass diese Maßnahmen nicht nur zu größerer Unsicherheit führen würden, sondern auch dazu benutzt werden könnten, um sich ihrer Mitglieder zu entledigen. Am 23. September hat der koreanische Gewerkschaftsbund KCTU daher eine eintägige Protestkundgebung gegen die von der Kommission für wirtschaftliche und soziale Entwicklung beschlossene Vereinbarung organisiert, woraufhin die Regierungspartei Saenuri behauptete, dass der Gewerkschaftsbund die Beschäftigten nicht mehr vertrete.

Das harte Vorgehen der Polizei gegen die Proteste, einschließlich des Einsatzes von Tränengas, und Fotos von Demonstranten, die von Polizisten am Hals gepackt wurden, führten zum Vorwurf exzessiver Polizeigewalt. Am 29. September kündigte die Polizei an, dass die für Demonstrationen und Proteste geltenden Regeln verschärft würden, wobei sie sich beklagte, dass der mangelnde Respekt der Bevölkerung vor Recht und Ordnung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes schade und die Bemühungen um die Ankurbelung der Wirtschaft behindere. Die neuen Maßnahmen sehen u.a. die Verhaftung all jener vor, die Polizeiabsperrungen durchbrechen.

Chemiemulti untergräbt Gewerkschaftsrechte in eklatanter Weise 31-07-2015

Die Geschäftsführung des koreanischen Werkes des niederländischen Chemieriesen AkzoNobel hat sich weiter geweigert, konkrete Verhandlungen mit der koreanischen Chemie- und Textilarbeitervereinigung KCTF zu führen, obwohl sie sich nach einer Vermittlung Vermittlung Ein Prozess zwischen Schlichtung und Schiedsverfahren, bei dem der Vermittler neutral ist und den an einem Arbeitskonfliktbeteiligten Parteien bei einer Einigung hilft, indem er mögliche, unverbindliche Lösungen vorschlägt; wird auch als Mediation bezeichnet.

vgl. Schiedsverfahren, Schlichtung
des Arbeitsministeriums zu „aufrichtigen“ Tarifverhandlungen verpflichtet hatte. Die Lohnverhandlungen hatten sich im Juli 2015 festgefahren, als der Arbeitgeber immer mehr Leiharbeitskräfte eingestellt und dadurch die Arbeitsbedingungen der fest angestellten Belegschaft untergraben und die Möglichkeiten der Gewerkschaft, für die legitimen Forderungen ihrer Mitglieder einzutreten, geschwächt hatte.

Am 22. Juli kam es zu einem partiellen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
. Als die Geschäftsführung eingriff, um Gewerkschaftsplakate zu entfernen, folgte ein körperlicher Angriff, bei dem ein örtlicher Gewerkschaftsvertreter so schwer verletzt wurde, dass er danach mehr als eine Woche im Krankenhaus behandelt werden musste.

Die KCTF hat das Unternehmen aufgefordert, die Lohnverhandlungen wieder aufzunehmen und die systematischen Verletzungen grundlegender Arbeitsschutznormen in dem Betrieb zu beenden.

Bauarbeiterführer verhaftet 30-06-2015

Am 30. Juni wurden Mitglieder der koreanischen Bauarbeitervereinigung KFCITU im Zusammenhang mit einem Vorfall im Jahr 2014 verhaftet und angeklagt.

Jang Ok-gi, Vorsitzender des KCWU-Ortsverbandes Gwangju-Süd in der Provinz Jeolla, Shin Sang-gi, stellvertretender Vorsitzender der Kranführersparte der Bauarbeitergewerkschaft KCWU in Gwangju-Süd in der Provinz Jeolla, und Park Seung-hee, Organisator der Kransparte, wurden bei Gericht verhaftet und des Verstoßes gegen das Versammlungs- und Demonstrationsgesetz sowie wegen Geschäftsbehinderung im Zusammenhang mit einem Konflikt auf einer Baustelle, bei dem entlassene Beschäftigte im Vorjahr auf einen Stahlturm geklettert waren und ihre Wiedereinstellung gefordert hatten, beschuldigt. Jang wurde vorgeworfen, eine nicht angekündigte und rechtswidrige Kundgebung vor einem örtlichen Polizeirevier organisiert zu haben. Tatsächlich warteten er und einige andere Gewerkschaftsmitglieder dort auf die Arbeiter, die von dem Stahlturm herunterkletterten.

Ministerium geht weiter gegen Lehrergewerkschaft vor 20-10-2015

Das Bildungsministerium hat mit harten Maßnahmen gegen die koreanische Lehrergewerkschaft KTU gedroht, nachdem sie am 20. Oktober angekündigt hatte, dass sie eine politische Erklärung gegen den Beschluss der Regierung, ein einziges, vom Staat herausgegebenes Geschichtsbuch für alle koreanischen Schulen einzuführen, abgeben werde. Oppositionsparteien und Wissenschaftler befürchteten, dass die neuen Schulbücher die Entstehungsgeschichte des südkoreanischen Staates manipulieren und verzerren würden. Das Ministerium kündigte in einer Presseerklärung am folgenden Tag an, dass sie Disziplinarmaßnahmen ergreifen und ein Strafverfahren gegen Lehrkräfte anstrengen werde, die eine politische Erklärung unterzeichneten oder an nicht genehmigten Demonstrationen teilnähmen.

Die KTU veröffentlichte ihre Erklärung dennoch, und insgesamt beteiligten sich 21.379 Lehrkräfte von 3.904 Schulen im ganzen Land daran. Das Ministerium machte seine Drohungen wahr und zeigte 84 Mitglieder der Lehrergewerkschaft KTU an, einschließlich Vorstandsmitgliedern und ihres Vorsitzenden Byun Seong-ho. Das Ministerium erklärte ferner, dass es den örtlichen Aufsichtsbehörden offizielle Dokumente übersenden und die Bestrafung derjenigen fordern werde, die sich an der Aktion beteiligt hätten.

Führende Vertreter der Lehrergewerkschaft angeklagt 30-06-2015

Am 26. Juni hat die Staatsanwaltschaft Seoul im Zusammenhang mit einer Arbeitsniederlegung an Schulen im Juni 2014 und einer landesweiten Lehrerkundgebung im Monat darauf gegen den Beschluss, der KTU die Rechtspersönlichkeit zu entziehen, ein Verfahren gegen 27 KTU-Mitglieder, einschließlich des früheren KTU-Vorsitzenden Kim Jung-hoon, eingeleitet. Zur Last gelegt wurde ihnen ein Verstoß gegen das Gesetz über öffentlich Bedienstete.

Die Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit zwei Vorfällen im Mai 2014 zudem sechs weitere Personen angeklagt, u.a. die der KTU angehörende Lehrkraft Lee Min-sook. Es ging dabei um Botschaften, die auf der Internetseite des Blauen Hauses gepostet worden waren, sowie um einen öffentlichen Appell, mit dem Präsidentin Park Geun-hye wegen ihrer Handhabung der „Sewol“-Schiffskatastrophe kritisiert und ihr Rücktritt gefordert worden war.

Nationaler Nachrichtendienst maßgeblich an Maßnahmen zum Verbot der Lehrergewerkschaft beteiligt 26-05-2015

Im Mai kursierten beunruhigende Berichte darüber, dass der Nationale Nachrichtendienst hinter den Versuchen stand, der koreanischen Lehrergewerkschaft KTU ihre Rechtspersönlichkeit zu entziehen. Am 26. Mai bekam die koreanische Tageszeitung „Hankyoreh“ eine Mitschrift von Bemerkungen und Anweisungen des damaligen Nachrichtendienst-Direktors Won Sei-hoon vom 18. Februar 2011 in die Hände, wonach die Mitarbeiter seiner Behörde aufgefordert wurden, mit den Schulaufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass Disziplinarmaßnahmen gegen Lehrkräfte ergriffen würden, die Mitglieder der Demokratischen Arbeiterpartei seien. Weiter hieß es, dass es so aussehe, als ob die KTU zu einer rechtswidrigen Gewerkschaft erklärt werden müsse. Won, der diese Bemerkungen bei einer monatlichen Abteilungsleitersitzung machte, wollte, dass der KTU angehörende Lehrkräfte bestraft werden und alles darangesetzt werde, um der KTU ihre Rechtspersönlichkeit zu entziehen. Er wies seine Mitarbeiter an, direkt mit konservativen Schulaufsehern und mit Beamten des Arbeitsministeriums zusammenzuarbeiten, um zu verhindern, dass die Beteiligung des Nachrichtendienstes ans Licht kommt.

Regierung versucht weiter, Lehrergewerkschaft zu verbieten16-11-2015

Die koreanische Lehrergewerkschaft KTU schien ihren Kampf mit der Regierung um ihre Rechtsstellung zu verlieren, als das Verfassungsgericht am 28. Mai 2015 entschied, dass das Arbeitsgesetz, dem zufolge entlassenen Bildungsbeschäftigten eine Gewerkschaftsmitgliedschaft untersagt ist, verfassungsmäßig sei. Die KTU hatte seit dem Beschluss des Arbeitsministeriums vom Oktober 2013, die Gewerkschaft zu verbieten, weil sie entlassenen Beschäftigten des Bildungswesens eine Mitgliedschaft ermöglichte, um ihr juristisches Überleben gekämpft, obwohl lediglich neun ihrer 60.000 Mitglieder in die „rechtswidrige“ Kategorie fallen. Die diesbezügliche Bestimmung selbst steht im Widerspruch zu den internationalen Arbeitsnormen, denen zufolge es den Gewerkschaften selbst überlasen sein sollte, wen sie als Mitglieder aufnehmen und in ihre Führungsspitze wählen. Die IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
hatte deutlich gemacht, dass das Verbot, entlassene oder arbeitslose Beschäftigte als Mitglieder oder führende Vertreter/innen zu akzeptieren, einen Verstoß gegen die Prinzipien der Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
darstelle.

Wenn es bei diesem Entscheid bleibt, wäre die KTU nicht mehr zu Tarifverhandlungen mit der Regierung berechtigt, und sämtliche hauptamtlichen KTU-Vertreter/innen müssten ihre Lehrtätigkeit wieder aufnehmen.
Die Regierung hatte schon seit langem keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die Gewerkschaft gemacht und ihre Einstellung nicht geändert. Zum Weltbildungsforum vom 19. – 22. Mai 2015 in Incheon (Korea) hatte die Regierung die KTU noch nicht einmal eingeladen, obwohl sie eine der beiden größten Lehrergewerkschaften des Landes ist.

Der Kampf war jedoch noch nicht endgültig verloren, da das Verfassungsgericht zwar den Ausschluss von entlassenen Beschäftigten für verfassungsmäßig erklärt, aber auch festgestellt hatte, dass es nicht notwendigerweise rechtmäßig wäre, der KTU ihren Rechtsstatus abzusprechen, da sie einen Zulassungsantrag gestellt habe und in legitimer Weise arbeite. Nach Ansicht des Gerichts müsse der Hohe oder Oberste Gerichtshof beurteilen, ob die Entscheidung des Ministeriums angemessen sei. „Die KTU arbeitet seit ihrer Gründung vor zehn Jahren als legale Gewerkschaft und die Aberkennung ihrer Rechtspersönlichkeit erfolgte erst im Oktober 2013, obwohl sich bereits zuvor entlassene Beschäftigte unter ihren Mitgliedern befanden“, so das Gericht.

Am 16. November hat der Hohe Gerichtshof Seoul den Entscheid des Obersten Gerichtshofs aufgehoben, indem er dem Antrag stattgab, den Entscheid bezüglich des Entzugs der Rechtspersönlichkeit der KTU so lange auszusetzen, „bis ein Berufungsgericht entschieden hat“. Der Kampf um das juristische Überleben der KTU geht weiter.

Ministerium verhindert wiederholt Anerkennung von Migrantengewerkschaft20-08-2015

Das Arbeitsministerium hat wiederholt versucht, die Bemühungen der Migrantengewerkschaft (MTU) um ihre offizielle Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. und den Schutz der Rechte von Wanderarbeitskräften zu vereiteln. Die Gewerkschaft hat ihre offizielle Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. erstmals im Jahr 2005 beantragt, und 2007 hat der Hohe Gerichtshof zu ihren Gunsten entschieden. Das Arbeitsministerium hat sich jedoch konsequent geweigert, die MTU zuzulassen, da ihre Mitglieder angeblich illegale Einwanderer seien, und ist stattdessen gezielt gegen die Organisation vorgegangen und hat deren führende Vertreter verhaftet und deportiert.

Am 26. April 2015 hat die MTU eine Kundgebung im Zentrum von Seoul organisiert, um ihre Forderungen im Namen der Wanderarbeitskräfte in dem Land hervorzuheben, einschließlich des Rechtes auf die Gründung von Gewerkschaften, auf Tarifverhandlungen und kollektive Aktionen, mehr Freiheit bezüglich eines Arbeitsplatzwechsels sowie höherer Löhne. Aus einem im Jahr 2014 von Amnesty International veröffentlichen Bericht geht hervor, dass die Wanderarbeitskräfte in Korea häufig unter Androhung von Strafen gezwungen werden, unter Bedingungen zu arbeiten, mit denen sie nicht einverstanden sind, einschließlich Einschüchterungen und Gewalt, schlechter Unterbringung, übermäßig langer Arbeitszeiten sowie der Verweigerung wöchentlicher Ruhezeiten und bezahlter Überstunden. Das Arbeitsministerium hatte nichts unternommen, um diese Probleme zu lösen.

Die Behauptungen des Ministeriums, dass die MTU illegale Beschäftigte vertrete, entsprechen nicht unbedingt den Tatsachen. Die große Mehrheit der 700.000 Arbeitsmigranten, etwa 553.000, halten sich legal und mit einem Arbeitsvisum in dem Land auf, obwohl sie im Rahmen dieses Systems Missbräuchen ausgesetzt sind.

Am 25. Juni 2015 hat der Oberste Gerichtshof Koreas in einem bahnbrechenden Urteil entschieden, dass Wanderarbeitskräfte ohne Papiere das Recht auf einen Gewerkschaftsbeitritt haben und unter das Gewerkschafts- und Arbeitsbeziehungsgesetz fallen sollten. Bei der Urteilsfindung hat sich der Gerichtshof an einer Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen anderer Länder orientiert und festgestellt, dass das Zugeständnis des Vereinigungsrechtes für Migranten ohne Papiere auf internationaler Ebene die Norm ist.

Das Arbeitsministerium hat dies am 7. Juli erneut gerichtlich angefochten und darauf bestanden, dass die MTU Änderungen an ihren Statuten vornimmt, bevor ihre Gründung offiziell bescheinigt werden könne. Konkret wurde eine Änderung in Bezug auf ihr Recht gefordert, sich gegen hartes Durchgreifen und Deportationen zur Wehr zu setzen, für die Legalisierung von Wanderarbeitskräften zu kämpfen und gegen das Arbeitserlaubnis-System (das die Wanderarbeitskräfte an einen einzelnen Arbeitgeber bindet und die Dauer ihres Aufenthalts begrenzt), da dies „politische Ziele“ seien.

Das Ministerium hat sich schließlich am 20. August bereit erklärt, die Legalität der MTU anzuerkennen, nachdem die Gewerkschaft ihre „Ziele und Absichten“ geändert hatte. Anstatt der Abschaffung des Arbeitserlaubnis-Systems und der Durchsetzung einer Amnestie für illegale Wanderarbeitskräfte hat sie sich jetzt die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Stellung der Wanderarbeitskräfte in Korea zum Ziel gesetzt.

Regierung greift in Tarifprozess ein 24-06-2015

Mit ihrem Beschluss, die Tarifverträge verschiedener Unternehmen zu überprüfen und eine Änderung derjenigen zu verlangen, die ihr missfielen, schien die Regierung direkt in den Tarifprozess einzugreifen. Landesweit wurden 3.000 Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten aufgesucht, um sie zur Überarbeitung ihrer kollektiven Vereinbarungen mit den Gewerkschaften zu ermutigen. Die Besuche gingen Hand in Hand mit Plänen der Regierung, die auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes abzielten und die Gewerkschaften daran hindern sollten, zentrale Managementfragen zu beeinflussen. Der Gewerkschaftsbund KCTU hat beanstandet, dass die geplanten Änderungen Entlassungen erleichtern würden.

Am 24. Juni 2015 hat das Arbeitsministerium die Ergebnisse seiner Untersuchung der Tarifverträge der 30 südkoreanischen Unternehmen mit den höchsten Umsätzen veröffentlicht. Aus der Untersuchung ging beispielsweise hervor, dass zehn Unternehmen über Klauseln verfügten, denen zufolge Tarifverhandlungen nur mit einer Gewerkschaft geführt würden, und bei 14 Unternehmen war im Falle von Ernennungen und Management-Entscheidungen die Zustimmung der Gewerkschaften erforderlich. Das Ministerium kam zu dem Schluss, dass einige der Klauseln, wie etwa die bezüglich nur einer Gewerkschaft als Tarifpartei, gesetzwidrig seien und es sowohl die Arbeitgeber als auch die Gewerkschaften in diesen Unternehmen dazu ermutigen werde, diese Klauseln bis Ende August freiwillig zu ändern. Sollte dies nicht freiwillig geschehen, werde das Ministerium die gewünschten Änderungen offiziell anordnen.

Das Ministerium hat zudem die Klauseln in Bezug auf Ernennungen und andere Entscheidungen als unsinnig bezeichnet, da dadurch die „Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen geschwächt“ werde. Die Gewerkschaften haben jedoch darauf hingewiesen, dass es dabei gewöhnlich um Entscheidungen mit Auswirkungen auf das Wohl der Beschäftigten gehe, wie beispielsweise um Versetzungen, Outsourcing Outsourcing vgl. Contracting Out , Freisetzungen und freiwillige Frühverrentungen.

Regierung droht wegen Generalstreik mit gerichtlichen Schritten 24-04-2015

Ein seit langem andauernder Konflikt zwischen den Gewerkschaften und der Regierung im Zusammenhang mit den geplanten Arbeitsmarktreformen für mehr Flexibilität und zur Änderung von Tarifverträgen veranlasste die Gewerkschaften schließlich dazu, ab dem 24. April 2015 zu einem unbefristeten Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
aufzurufen, nachdem die dreigliedrigen Gespräche keine Einigung gebracht hatten. Die Regierung warnte nachdrücklich, dass alle, die sich an dem Generalstreik, der als politisch motiviert und somit als rechtswidrig betrachtet wurde, beteiligten, verklagt würden. Neben der Ablehnung der Arbeitsmarktreformen zielte der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
darauf ab, die Forderungen nach der Erhöhung des Mindestlohns und der Streichung geplanter Rentenreformen, die Leistungskürzungen zur Folge hätten, zu untermauern.

Als die koreanische Lehrergewerkschaft KTU bekannt gab, dass sie sich dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
anschließen werde, drohte auch das Bildungsministerium mit gerichtlichen Schritten, wobei es darauf hinwies, dass Lehrkräften die Beteiligung an kollektiven Aktionen gesetzlich untersagt sei, obwohl das Bildungswesen laut IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Definition kein wesentlicher Dienst ist.

Als mehr als 200.000 Beschäftigte dem Streikaufruf der Gewerkschaften folgten, kündigte die Regierung erneut Disziplinarmaßnahmen und gerichtliche Schritte an, die auch nicht lange auf sich warten ließen. Mehrere führende Gewerkschaftsvertreter wurden wegen ihrer Rolle bei dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
verhaftet, darunter Lee Gil-u, Ortsverbandsvorsitzender der koreanischen Bauarbeitergewerkschaft KCWU in Daegu-Nord in der Provinz Gyeongsang, Im Seong-yeol, Vorsitzender des KCTU-Regionalrates in Daegu, und Park Hee-eun, Generalsekretär des KCTU-Regionalrates in Daegu.

Keine Anklage gegen Topmanager der Samsung-Gruppe trotz schriftlicher Beweise für gewerkschaftsfeindliche Aktionen19-06-2015

Im Januar 2015 hat die koreanische Staatsanwaltschaft beschlossen, auf die Anklage einer Reihe von Spitzenmanagern der Samsung Gruppe einschließlich des Vorsitzenden von Samsung Electronics, Lee Kun-hee, zu verzichten. Sie waren beschuldigt worden, Mitarbeitern von Samsung die Gründung von Gewerkschaften zu verbieten.
Das Büro der zentralen Staatsanwaltschaft von Seoul erklärte am Dienstag, dass die Vorwürfe gegen Lee und den Leiter der Abteilung für Unternehmensstrategie, Choi Gee-sung, wegen Verletzung des Arbeitsrechts wegen Mangels an Beweisen fallengelassen werden.
Die Anschuldigungen gehen auf den Oktober 2013 zurück, als die Politikerin Sim Sang-jung von der oppositionellen Gerechtigkeitspartei ein 150 Seiten-Dokument vorlegte, das die gewerkschaftsfeindlichen Aktionen des Konzerns beschreibt.
Darin heißt es: „Sollte es Versuche zur Gründung von Arbeitergewerkschaften geben, sollten die dafür zuständigen Abteilungen der Gruppe und die Personalabteilungen jeder Tochtergesellschaft kooperieren, um diese Bewegung so früh wie möglich zu verhindern“, und weiter: „Wenn diese nicht im Keim erstickt werden kann, sollten die Gewerkschaften mit einer langfristigen Strategie zermürbt werden.“
Samsung ist seit langem für seine gewerkschaftsfeindliche Einstellung bekannt.
Nach der Enthüllung haben einige Bürgerinitiativen und die Gruppe Lawyers for a Democratic Society bei der Staatsanwalt Klage gegen Lee und Choi wegen der systematischen Blockierung von Initiativen zur Gründung von Gewerkschaften erhoben.
Die Staatsanwaltschaft ließ jedoch verlautbaren, dass sie keine Beweise für unfaire Arbeitspraktiken der Samsung-Tochtergesellschaften finden könne. Eine Ausnahme sei jedoch die Tochter Samsung Everland, die im vergangenen Jahr ihren Namen in Cheil Industries geändert hat. In der Folge beantragte der Staatsanwalt vor Gericht, dass gegen vier Führungskräfte Geldstrafen in Höhe von 5 bis 10 Millionen Won verhängt werden.

Attacken der Regierung gegen den gesetzlichen Status der KTU und die Gewerkschaftsführung19-06-2015

Im Oktober 2013 verbot die Regierung die koreanische Lehrer- und Erziehergewerkschaft KTU aufgrund der wiederholten Weigerung, entlassenen Lehrern die Mitgliedschaft in der Gewerkschaft zu verweigern.
In einem Urteil vom Juni 2014 hat das Verwaltungsgericht in Seoul diese Entscheidung bestätigt und der KTU ihren seit 14 Jahren bestehenden Status als gesetzliche Gewerkschaft aberkannt.
Das Gericht erklärte, dass die KTU ihre Zulassung nur dann wieder erlangen könne, wenn sie die Mitgliedschaft entlassener Lehrer und Erzieher annullieren würde. Diese können nach Artikel 2 des Gesetzes über Arbeitsbeziehungen Arbeitsbeziehungen Die individuellen und kollektiven Beziehungen und Kontakte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern am Arbeitsplatz sowie die institutionelle Interaktion zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und auch der Regierung.

vgl. sozialer Dialog
nicht Mitglied einer Gewerkschaft sein.
Die Lehrer und Erzieher gingen daraufhin auf die Straße und protestierten gegen die Entscheidung des Gerichts. Als Reaktion darauf befahl das Bildungsministerium den KTU-Mitgliedern, wieder an ihre Schulen zurückzukehren, da sie sonst mit ernsten Konsequenzen rechnen müssten.
Am 27. Juni 2014 verließen ca. 1.500 KTU-Mitglieder ihren Arbeitsplatz frühzeitig, um gegen die Entscheidung der Regierung zu demonstrieren. Sie legten ebenfalls eine von 12.000 Mitgliedern unterzeichnete Petition vor und forderten Präsident Park Geunhye zum Rücktritt auf.
Am 15. Juli 2014 beschlagnahmte die Polizei die Websiteserver von KTU im Rahmen einer Untersuchung über angebliche illegale politische Aktivitäten ihrer Mitglieder.
Das Bildungsministerium erklärte, es habe Anklage gegen 107 KTU-Mitglieder erhoben, die für die Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. der Protestaktionen und die Petition verantwortlich seien. Die Begründung lautete, dass diese Aktion die „politische Neutralität der Bildungsinstitutionen beschädigt habe“.
Die IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
hat über ihre unterschiedlichen Ausschüsse die koreanische Regierung nachdrücklich aufgefordert, diese gesetzlichen Vorschriften aufzuheben.
Im September 2014 gab Richter Min Joon-gi vom Obersten Gericht in Seoul einer einstweiligen Verfügung statt, die der KTU ihren Status bis zur endgültigen Entscheidung der Berufungsklage zusichert. Das Gericht genehmigte ebenfalls den Antrag auf Überprüfung des Artikels 2 des Gesetzes über Arbeitsbeziehungen Arbeitsbeziehungen Die individuellen und kollektiven Beziehungen und Kontakte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern am Arbeitsplatz sowie die institutionelle Interaktion zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und auch der Regierung.

vgl. sozialer Dialog
auf Verfassungsmäßigkeit durch das Verfassungsgericht. Begründung: „Der Artikel verstößt möglicherweise gegen den in der Satzung verankerten Grundsatz des Verbots übermäßiger Einschränkungen und verletzt das Recht der Lehrer auf gewerkschaftliche Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. und Gleichbehandlung“.
Einige Tage zuvor hatte das Bezirksgericht in Seoul einen Antrag des Staatsanwalts abgelehnt, den KTU-Vorsitzenden Kim Jeong-hoon zu verhaften, der wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Beamtengesetz des Landes verhört wurde. Dieses Gesetz verbietet es Beamten und auch Lehrer an öffentlichen Schulen, an politischen Aktivitäten teilzunehmen. Dazu gehören die Veranstaltung von Kundgebungen oder die öffentliche Äußerung politischer Standpunkte.
Kim hatte nach Darstellung der Staatsanwaltschaft angeblich Posts auf der Website des Cheong Wa Dae (offizielles Regierungsgebäude und Residenz des Präsidenten) veröffentlicht und damit gegen das nationale Gesetz für den öffentlichen Dienst verstoßen.
Der KTU-Vorsitzende wurde ebenfalls wegen Missachtung dieser Gesetze angeklagt, weil er in Online-Posts Aufklärung über die wahren Hintergründe des Fährunglücks vom April gefordert hatte und die Regierung wegen ihres schlechten Katastrophenmanagements kritisiert hatte.
Der Staatsanwalt unterstellt ebenfalls, dass 1.500 KTU-Mitglieder auf Veranlassung des Gewerkschaftsführers am 27. Juni ihren Dienst vorzeitig beendeten und damit gegen eine Entscheidung der Regierung protestierten, die KTU aufgrund der Mitgliedschaft entlassener Lehrer zu einer Außenseitergewerkschaft zu machen.
„Es gibt nicht genügend Gründe, Kim zum aktuellen Zeitpunkt in Halft zu behalten, wenn man sich die Beweislage und den Untersuchungsprozess anschaut“, erklärte Yoon Gang-yeol, ein Richter am Zentralen Bezirksgericht von Seoul zu den Gründen für die Entscheidung des Gerichts.

Staatliche Unternehmen sollen ihre Schuldenquote um 200 Prozent reduzieren11-12-2013

Am 11. Dezember 2013 hat das Strategie- und Finanzministerium 295 staatliche Unternehmen angewiesen, ihre Schuldenquote bis 2017 um 200 Prozent zu reduzieren. Das Ministerium drohte Managern, die dieses Ziel nicht erreichen, mit Entlassung. Die Unternehmen müssen Pläne zum Schuldenabbau entwickeln, und die Regierung wird diese im dritten Quartal 2014 evaluieren und die Leiter von Einrichtungen entlassen, die einen solchen Plan nicht vorlegen können. Die FKTU geht davon aus, dass diese Maßnahme darauf abzielt, die Verantwortung für die Schulden auf die Beschäftigten abzuwälzen, indem betont wird, dass sie auf übertrieben hohe Gehälter, Zulagen und Sozialleistungen für die Beschäftigten zurückgingen. Die Regierung hat die staatlichen Unternehmen zudem angewiesen, Tarifverträge zu ändern, die sich nicht im Einklang mit ihren Richtlinien befinden, wozu sie eine Checkliste mit 58 Punkten vorgelegt hat, die größtenteils nichts mit Schulden zu tun haben.

Kommission für wirtschaftliche und soziale Entwicklung23-12-2013

Angaben der Federation of Korean Trade Unions (FKTU) zufolge fänden keine wirksamen Konsultationen mit der Kommission für wirtschaftliche und soziale Entwicklung statt. Die im Rahmen der Kommission zustande gekommenen Vereinbarungen seien nicht verbindlich, und sie greife in Fragen ein, die im Zuge bilateraler Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften behandelt werden sollten, wie etwa Löhne und Arbeitszeit. Die Kommission wird auch deshalb kritisiert, weil sie Mitglieder ausgewählt habe, die den Arbeitgebern näherstehen, anstatt breite öffentliche Interessen zu vertreten. Am 23. Dezember 2013 hat die FKTU die Kommission aus Protest gegen die von der Regierung durchgeführte Razzia in den Büros der KCTU im Zusammenhang mit einem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
der koreanischen Eisenbahnergewerkschaft KRWU verlassen.

Massenentlassung Streikender16-12-2013

Die koreanische Eisenbahnergewerkschaft KRWU hat bei der Eisenbahngesellschaft KORAIL zu einem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
gegen die geplante Privatisierung aufgerufen und fünf konkrete Forderungen gestellt: Rücknahme des Beschlusses, die Suseo KTX Corporation zu gründen; keine weitere Erteilung von Unternehmenslizenzen durch das Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport; Einrichtung eines Unterausschusses für Eisenbahnentwicklung innerhalb des Ausschusses der Nationalversammlung für Land, Infrastruktur und Transport; Einrichtung eines Gremiums für Diskussionen der beteiligten Akteure; Beendigung gewerkschaftsfeindlicher Diskriminierung.

KORAIL reagierte darauf mit der Entlassung von 6.748 Beschäftigten, die sich an dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
beteiligt hatten, womit nahezu alle Streikenden ihren Arbeitsplatz verloren haben. Die KRWU hat einen Antrag beim Bezirksgericht Daejeon gestellt, um die Gründung der Suseo KTX Corporation zu verhindern. An zentralen Bahnhöfen in Cheonan, Jeonju, Suncheon und Mokpo fanden gemeinsam mit Organisationen der Zivilgesellschaft solidarische Aktionen gegen die Privatisierung statt.

Zulassung koreanischer Lehrergewerkschaft aufgehoben24-10-2013

Da sie entlassenen und aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen Beschäftigten eine Mitgliedschaft ermöglicht, wurde der koreanischen Lehrergewerkschaft vom Arbeitsministerium mitgeteilt, dass sie ihre Satzung bis zum 23. Oktober 2013 zu ändern habe, andernfalls werde ihre Zulassung aufgehoben. Am 26. September fand ein Lehrerprotest in Seoul gegen diese Drohung statt. Am 23. Oktober wurde die Zulassung der koreanischen Lehrergewerkschaft von der Regierung aufgehoben, und am 24. Oktober wurden 76 als hauptamtliche Gewerkschaftsvertreter/innen tätige Lehrkräfte in ihre Schulen zurückbeordert.

Eingriffe in Gewerkschaftsangelegenheiten16-08-2013

E-Mart Co. Ltd. hat systematisch versucht, die Gewerkschaftsorganisation zu untergraben, wie etwa durch die rechtswidrige Verwendung der Melderegisternummern der Beschäftigten, um zu prüfen, ob sie der Gewerkschaft beigetreten waren.

Keine Vereinigungsfreiheit28-02-2013

Das Bildungsinstitut Jaeneung hat seine Beschäftigten im Februar 2013 durch Entlassungen und die Annullierung tarifvertraglicher Regelungen von einem Gewerkschaftsbeitritt abgehalten.

Eingriff des Arbeitgebers16-08-2013

Hanjin hat eine „gelbe“ Gewerkschaft gegründet, um der koreanischen Metallarbeitergewerkschaft KMWU Mitglieder abzuwerben. Daraufhin nahm sich Choe Kang-seo, der stellvertretende Organisierungsdirektor des für Hanjin zuständigen KMWU-Ortsverbandes Busan, das Leben.

Direkte Diskriminierung von Gewerkschaftsmitgliedern und -funktionären16-08-2013

137 KGEU-Mitglieder wurden aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen. Der Präsident und der Sekretär der KGEU wurden mit der Begründung entlassen, dass sie führende Vertreter einer illegalen Organisation seien.

165 Beschäftigte von Staatsbetrieben, die der koreanischen Vereinigung von Staatsbediensteten- und Transportarbeitergewerkschaften KPTU angehörten, wurden wegen legitimer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen. Viele dieser Beschäftigten, darunter 96 Mitglieder der der KPTU angehörenden koreanischen Eisenbahnergewerkschaft, waren wegen ihrer Opposition gegen die Privatisierung des öffentlichen Dienstes und anderer Maßnahmen zur Verteidigung hochwertiger öffentlicher Dienstleistungen Repressalien ausgesetzt. Andere wurden in dem Versuch entlassen, legitime Bemühungen um die Verbesserung schlechter Arbeitsbedingungen zu vereiteln.

Demonstrationsverbot01-04-2013

Im April 2013 hat die Polizei eine Protestkundgebung gewerkschaftlich organisierter Beschäftigter des Medizinischen Zentrums Jinju gegen die Schließung des Krankenhauses verboten, wobei es hieß, dass Gewerkschaftsmitglieder zuvor gewaltsam versucht hätten, Mitglieder des Provinzrates von Süd-Gyeongsang am Betreten des Gebäudes zu hindern.

Sanktionen wegen legitimer Streiks01-08-2012

Ein Beschäftigter von Hyundai Motor konnte sich im Januar 2011 und im Februar 2012 mit dem Argument vor Gericht durchsetzen, dass sein Leiharbeitsverhältnis illegal und er kein „Subunternehmer“ sei. Die Gerichte erkannten ihn als direkt bei Hyundai beschäftigen Arbeitnehmer an, nachdem er mehr als zwei Jahre hintereinander bei dem Betrieb gearbeitet hatte. Die Betriebsleitung von Hyundai ließ jedoch im August 2012 verlauten, dass sie die Gerichtsentscheide nicht umsetzen werde. Nach dieser Weigerung des Unternehmens begann die Metallarbeitergewerkschaft KMWU einen Arbeitskampf Arbeitskampf Ein Konflikt zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bezüglich der Arbeitsbedingungen oder -umstände; kann zu Arbeitskampfmaßnahmenführen. , um die Regularisierung der Arbeitsverhältnisse aller Leiharbeitskräfte, die länger als zwei Jahre bei dem Unternehmen gearbeitet haben, zu fordern. Hyundai klagte daraufhin vor Gericht auf Schadenersatz in Höhe von 16,2 Milliarden für Streiks und Sit-ins in seinen Werken in Ulsan, Asan und Jeonju.

Bei zahlreichen Arbeitskonflikten haben die Unternehmen das vielfach kritisierte Gesetz über „Geschäftsbehinderung“ geltend gemacht, um im Falle von Streiks Verhaftungen und hohe Geldstrafen zu erwirken.

Eingriffe in Streiks27-07-2012

Am 27. Juli 2012 hat der Autoteilehersteller SJM die private Sicherheitsfirma Contactus engagiert, um einen Sitzstreik Sitzstreik Eine Form des Arbeitskampfes, bei der sich die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz hinsetzen, jedoch keine Arbeit verrichten.

vgl. Streik
in dem Betrieb gewaltsam zu beenden, während die Polizei, die verprügelte Beschäftigte mehrfach gerufen hatten, erst über eine Stunde später auf der Bildfläche erschien und dann nichts gegen das gewaltsame Vorgehen unternahm.

Beeinträchtigung des Rechtes auf die Gründung von Gewerkschaften 06-06-2013

Die koreanische Staatsbedienstetengewerkschaft KGEU wird nach wie vor nicht gesetzlich anerkannt. Die Regierung hat ihr drei Mal die Zulassung verweigert. Seit ihrer Gründung wurden 137 KGEU-Mitglieder aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen. Im Januar 2013 führte KGEU-Präsident Kim Jung-nam einen 16-tägigen Hungerstreik durch, bevor er in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Die KGEU hat unterdessen ihren Sitzstreik Sitzstreik Eine Form des Arbeitskampfes, bei der sich die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz hinsetzen, jedoch keine Arbeit verrichten.

vgl. Streik
vor der Nationalversammlung fortgesetzt. Der Präsident und der Sekretär der KGEU wurden vor kurzem mit der Begründung entlassen, dass sie führende Vertreter einer illegalen Organisation seien.

Hartes Vorgehen gegen Gewerkschaften und zunehmender Einsatz von Gerichtsverfahren30-11-2011

Berichten zufolge steigt die Zahl der Fälle, in denen Unternehmensleitungen nach Arbeitskämpfen auf Entschädigung klagen, obwohl vor acht Jahren, nach einer Reihe von Selbstmorden von Arbeitnehmern wegen umfangreicher Entschädigungsklagen, eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern getroffenen wurde, solche Klagen einzuschränken. Mehrere Gewerkschafter saßen im Jahr 2011 wegen streikbezogener Aktivitäten im Gefängnis.

In einer Untersuchung fünf großer Betriebe im Vorfeld von Arbeitskonflikten belief sich der Gesamtbetrag der Entschädigungsansprüche auf rund 75 Mrd. KPW (US$ 69,4 Mio.). Darin enthalten sind Ansprüche von 30,1 Mrd. KPW von KEC, 17,9 Mrd. von Kumho Tyres, rund 20 Mrd. von Hyundai Motor seinen internen Subunternehmern, 2 Mrd. von JEI und 5.377 Mrd von Hanjin Heavy Industries (einschließlich einer Geldstrafe von 96 Mio. KPW gegen ein einzelnes Gewerkschaftsmitglied, Kim Jin-suk, der für einen Großteil des Jahres 2011 einen Protest auf der Spitze eines Krans geführt hatte). Diese Forderungen richten sich an 910 Gewerkschaftsführer und -mitglieder.

KEC forderte sogar einen Schadenersatz in Höhe von 30,1 Mrd. KPW, nachdem eine gemeinsame Vereinbarung, keine Entschädigungen mehr zu verlangen, getroffen worden war. Die Unternehmen, die Schadensersatz geltend gemacht haben, argumentierten, sie hätten durch illegale Aktivitäten der Gewerkschaften hohe Verluste erlitten, und dass sie mit der Forderung nach Schadenersatz die ordnungsgemäßen Prozeduren einhielten. Allerdings verlieren viele Gewerkschaftsfunktionäre Berichten zufolge ihr persönliches Eigentum und leiden in der Folge unter Depressionen. Im Jahr 2003 tötete sich Bae Dal-ho, ein Arbeiter von Doosan Heavy Industries durch Selbstverbrennung, um gegen das Unrecht der Ersatzansprüche zu protestieren, während sich im Oktober 2003 zwei Gewerkschaftsführer, Kim Ju-ik bei Hanjin Heavy Industries und Lee Hae-nam bei Sewon Tech, das Leben nahmen.

Der Ausbreitung der Schadenersatzforderungen liegt die Schwierigkeit für Arbeiter zugrunde, legale Streiks zu veranstalten. Jegliche größeren Streikbemühungen werden als „illegal“ betrachtet, und Unternehmen verwenden diese Illegalität als Vorwand für die Einleitung rechtlicher Schritte. Im Februar unternahm Hanjin Heavy Industries Restrukturierungsmaßnahmen, wodurch 400 Arbeitsplätze verlorengingen, darunter 230 freiwillige Kündigungen und 170 Entlassungen. Ein Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
als Reaktion darauf wurde für illegal erklärt. Interne Leiharbeiter bei Hyundai Motor streikten für die Umstellung auf regulären Mitarbeiter-Status in Übereinstimmung mit einem Urteil des Obersten Gerichtshofs, aber auch dieser Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
wurde für illegal erklärt.

Die Auslegung der Regierung und der Gerichte ist, dass Umstrukturierung, Privatisierung, Entlassungen usw. unter die Kategorie von Management-Rechten fallen, und damit sind Streiks zur Verhinderung dieser Maßnahmen nicht zugelassen. Laut Kwon Du-seop, einem Rechtsanwalt des KCTU Law Centre, werden arbeitsrechtliche Schadensersatzansprüche in erster Linie dazu benutzt, das Streikrecht zu unterdrücken und hart gegen Gewerkschaften vorzugehen. Bedenklich ist auch die Tatsache, dass Gerichte bei Rechtsstreitigkeiten die Geschäftsführung begünstigen.

Am 24. Juni schloss sich Fernando Lopes, stellvertretender Generalsekretär des Internationalen Metallgewerkschaftsbund (IMB) einer Delegation an, die im Rahmen eines Besuchs die Nationalversammlung über die jüngste, umfangreiche Gewalt gegen Gewerkschaften in Korea unterrichtete.

Einseitige Kündigung von Tarifverträgen30-06-2011

Die derzeitige Gesetzgebung erlaubt die einseitige Kündigung eines Tarifvertrags, eine Klausel, die von Arbeitgebern oft verwendet wird. Die Zahl einseitiger Kündigung von Tarifverträgen, einem der wesentlichsten Elemente der Arbeitsbeziehungen Arbeitsbeziehungen Die individuellen und kollektiven Beziehungen und Kontakte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern am Arbeitsplatz sowie die institutionelle Interaktion zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und auch der Regierung.

vgl. sozialer Dialog
, stieg bei öffentlichen Institutionen um das Vierfache an.
Die Anzahl von Berichten über unlautere Arbeitspraktiken war im Juli 2011 mit 459 bereits höher als die gesamte Summe der Fälle von 451 im Jahr 2010.

Unterdrückung von Wanderarbeitergewerkschaften und Vorgehen gegen illegale Migranten31-08-2011

Die Arbeitsrechte von Wanderarbeitskräften werden schwerstens missachtet. Während das Gesetz ihnen bei Löhnen und den grundlegenden Bedingungen einen ähnlichen Schutz gewährt wie einheimischen Arbeitnehmern, werden die meisten von ihnen tatsächlich wesentlich schlechter bezahlt als ihre koreanischen Kollegen. Sie werden zu Überstunden gezwungen und ihre Löhne werden oftmals einbehalten. Sie sind an ihre Arbeitgeber gebunden und müssen bei einem Arbeitsplatzwechsel Einschränkungen hinnehmen, wodurch sie besonders gefährdet sind.

In Südkorea gibt es rund 700.000 Wanderarbeitskräfte, die hauptsächlich bei Textil- und Elektronikgeräteherstellern beschäftigt waren, aber auch in der Prostitution. Im September 2008 kündigte die Regierung an, dass sie bis 2012 die geschätzte Zahl von 220.000 illegalen Wanderarbeitskräften halbieren würde, und hat daher die mitunter gewalttätigen Razzien zwecks Abschiebung am Arbeitsplatz und zu Hause erhöht. Fast 80% der Wanderarbeitskräfte haben angegeben, am Arbeitsplatz beschimpft worden zu sein. 25% von ihnen sagten, sie seien körperlich misshandelt worden. Im September wurde angekündet, dass die Regierung die Einreise von Wanderarbeitskräften aus Vietnam vorläufig beenden wolle, nachdem eine größere Zahl dieser Menschen nach Ablauf ihres Visums nicht wieder in die Heimat zurück gekehrt sei.

Einmischung bei Gewerkschaften31-12-2010

Im Januar wies das Ministerium für Beschäftigung und Arbeit eine Empfehlung der südkoreanischen Menschenrechtskommission vom Oktober 2010 zurück, seine Einmischung in die Gründungsverfahren von Gewerkschaften und in die Mitgliedschaftskriterien zu reduzieren. Das Ministerium verweigerte darüber hinaus, Berichten zufolge, vorübergehend Arbeitslosen und Arbeitssuchenden die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft. Im Mai erklärte ein leitender Politikberater des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses (TUAC) bei der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass die koreanische Regierung übermäßig in Arbeitsbeziehungen Arbeitsbeziehungen Die individuellen und kollektiven Beziehungen und Kontakte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern am Arbeitsplatz sowie die institutionelle Interaktion zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und auch der Regierung.

vgl. sozialer Dialog
eingreift und dass die Politik der Lohneinschränkungen bei Gewerkschaftsmitgliedern nicht den internationalen Standards entspricht. Gewerkschafter kritisierten auch ein neues Gewerkschaftsgesetz, das im Juli 2010 in Kraft trat, und das die Zahl der Vollzeit-Gewerkschaftsfunktionäre verringert. Die Zahl der Vollzeit-Gewerkschafter in Betrieben mit weniger als 300 Arbeitnehmern ist Berichten zufolge um 25% zurückgegangen.

Mehrere Gewerkschaften begrüßt, aber Gewerkschaften äußern sich besorgt über Auswirkungen des einzigen Tarifverhandlungskanals auf Minderheitsgewerkschaften30-06-2011

Am 1. Juli trat ein neues Gesetz in Kraft, das mehrere Gewerkschaften in einem einzigen Unternehmen erlaubt. Das Gesetz wurde erstmals im Jahr 1997 beschlossen, wurde aber seit einem Jahrzehnt verschoben. Nach dem überarbeiteten Gesetz sind nur zwei Personen nötig, um eine Gewerkschaft zu gründen. Befürworter sehen das Gesetz als Mittel zur Verbesserung der Rechte der Arbeiter, dadurch dass Gewerkschaften in Unternehmen entstehen können, die zuvor arbeitgeberfreundliche Gewerkschaften hatten, oder in denen Gewerkschaften zuvor gänzlich verboten waren. Sowohl Samsung als auch POSCO haben bislang eine Politik der Abwehr von Gewerkschaften verfolgt, indem sie arbeitgeberfreundliche oder so-genannte „Geister“-Gewerkschaften unterhielten, und damit die Schaffung echter Gewerkschaften blockierten. Das Ministerium erwartet die Gründung von 400 bis 500 neuen Gewerkschaften innerhalb der nächsten 12 Monate zusätzlich zu den im Jahr 2009 bestehenden 4.689 Organisationen.

Doch die Beschränkung auf einen einzigen Kanal für Tarifverhandlungen traf auf starken Widerstand seitens der FKTU und KCTU. Unter dem neuen System können Arbeitnehmer bis zu zwei oder mehr Gewerkschaften auf Betriebsebene gründen. Es ist weiterhin möglich, dass mehrere Gewerkschaften separat mit dem Arbeitgeber verhandeln – jedoch nur, wenn der Arbeitgeber zustimmt, was als unwahrscheinlich angesehen wird. Die Gewerkschaften werden in den meisten Fällen eine repräsentative Gewerkschaft bestimmen müssen, um Verhandlungen mit dem Arbeitgeber aufnehmen zu können. Wenn es den Gewerkschaften nicht selbst gelingt, sich auf einen einzigen Tarifverhandlungskanal zu einigen, wird automatisch die Gewerkschaft, der die Mehrheit der Arbeitnehmer angehört (oder eine Gewerkschaft, die durch ein Bündnis mit kleineren Gewerkschaften ihre Autorität delegiert) zur repräsentativen Gewerkschaft bestimmt. Wenn keine Mehrheitsgewerkschaft vorhanden ist, müssen die Gewerkschaften sich zu einem gemeinsamen Verhandlungsteam zusammentun, in dem sie alle vertreten sind. Gewerkschaften sind gegen die Erfordernis eines einzigen Tarifverhandlungskanals und argumentieren, dass dadurch die Rechte von Minderheitsgewerkschaften auf Tarifverhandlungen eingeschränkt werden.

„Illegale“ Streiks und Polizeigewalt 30-11-2010

Arbeitskampfmaßnahmen werden aufgrund der komplexen rechtlichen Verfahren für die Organisation eines Streiks auch außerhalb der wesentlichen Dienste schnell „gesetzeswidrig“. Solche Arbeitskampfmaßnahmen wurden weiterhin unnachgiebig von der Regierung unterdrückt, wobei es zur Inhaftierung von Hunderten von Gewerkschaftern kam. In den meisten Fällen lautete die Hauptanklage „Geschäftsbehinderung“. Gewerkschafter, die sich an „gesetzeswidrigen“ Streiks beteiligen, werden häufig mit einer einjährigen Haftstrafe oder einem Bußgeld belegt. Inhaftierte Gewerkschafter werden gewöhnlich isoliert, damit sie im Gefängnis keine kollektiven Aktionen organisieren können.

Die Behörden rechtfertigen die Inhaftierung von Gewerkschaftsführern mit den gewalttätigen Ausschreitungen bei einigen Demonstrationen und Streiks. Die Gewerkschaften weisen nachdrücklich darauf hin, dass das Vorgehen der Polizei unnötig provokativ und unverhältnismäßig brutal sei. Staatsanwälte erlassen sehr schnell Haftbefehle, sobald Beschäftigte streiken, zum Teil bereits dann, wenn ein Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
lediglich angekündigt wird. Die Polizei und die Sicherheitsbehörden greifen auf (zum Teil ausgeklügelte) Überwachungsmethoden zurück, um Streikführer zu fassen. Diese Überwachung erstreckt sich zum Teil auch auf die Familienmitglieder der Gewerkschafter. Die Büros und Telekommunikationsverbindungen von Gewerkschaften werden routinemäßig überwacht.

Im April wurde berichtet, dass Staatsanwälte DNA-Proben von Arbeitern genommen hatten, die wegen der Beteiligung an Streiks und anderen Aktivitäten verurteilt worden waren. Diese Praxis, die derzeit auf Arbeitnehmer abzielt, die an einem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
bei Ssangyong Motor und der Besetzung von Daelim Motor teilgenommen haben, fand Berichten zufolge seit März in den Räumen der Bezirksstaatsanwälte im ganzen Land statt.

OECD kritisiert die Einmischung der koreanischen Regierung in Gewerkschaftsangelegenheiten31-05-2010

Im Mai erklärte ein leitender Politikberater des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses (TUAC) bei der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass die koreanische Regierung übermäßig in Betriebsvereinbarungen eingreift und dass die Politik der Lohneinschränkungen bei Gewerkschaftsmitgliedern nicht den internationalen Standards entspricht. Er kommentierte ebenso, dass das koreanische Freistellungssystem für Gewerkschaftsführer eingeführt wurde, um die Gewerkschaften zu schwächen; dasselbe gilt für die Tatsache, dass die Arbeiter, anders als in anderen Ländern, alle Gewerkschaftsausgaben selber tragen müssen. Die OECD war in Südkorea, um Untersuchungen der sich verschlechternden Situation der Arbeitsrechte durchzuführen und festzulegen, ob Südkorea in ihre Sonderüberwachung einzubeziehen ist.

Demonstranten bleiben außen vor30-11-2009

Rahmen des Versammlungs- und Demonstrationsgesetzes ist jede Versammlung im Umkreis von 100 Metern um ausländische diplomatische Vertretungen herum verboten. Infolgedessen haben zahlreiche Großunternehmen, wie etwa Samsung, Botschaften gebeten, Büros in ihren Gebäuden anzumieten, um so die Beschäftigten effektiv an Demonstrationen vor ihrem Konzernsitz zu hindern.

„Papiergewerkschaften“30-11-2009

Angesichts der Tatsache, dass Gewerkschaftspluralismus auf betrieblicher Ebene weiterhin gesetzlich verboten ist, haben viele Arbeitgeber von der Betriebsleitung kontrollierte Gewerkschaften ins Leben gerufen, die als „Papiergewerkschaften“ bekannt sind. Da es aufgrund der Feindseligkeit der Betriebsleitungen nicht möglich ist, sie von innen heraus zu demokratisieren und es gesetzlich verboten ist, alternative Gewerkschaften zu organisieren, haben die Beschäftigten nur wenige Rechte – wenn überhaupt – und können keine echten Tarifverhandlungen führen. Das weiterhin geltende Verbot von Gewerkschaftspluralismus auf betrieblicher Ebene verstärkt den negativen Einfluss dieser „Papiergewerkschaften“, da den Beschäftigten ihr Recht auf Tarifverhandlungen verweigert wird.

Zunehmende Unterdrückung gewerkschaftlicher Organisation 31-01-2009

Eine im Februar 2009 vom Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB), Vertretern der Globalen Gewerkschaftsföderationen und dem Gewerkschaftlichen Beratungssausschuss der OECD (TUAC) durchgeführte Untersuchung belegte, dass Arbeitnehmern mit unsicherem Arbeitsverhältnis in Korea weiterhin die grundlegendsten Rechte verweigert werden, speziell die Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
, das Recht auf Tarifverhandlungen und das Recht auf kollektive Maßnahmen. Die Untersuchung ergab außerdem, dass die Situation im Bereich Gewerkschaftsrechte sich verschlechtert, und dass die Regierung die Empfehlungen der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
, die Gesetze an grundlegende IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Standards anzupassen, nicht umgesetzt hat, unter anderem die Anwendung von Koreas eigentümlichem Paragraphen bezüglich der „Störung wirtschaftlicher Tätigkeit” (Artikel 314 des Strafgesetzbuchs), der die legitime Gewerkschaftsarbeit stark beschneidet.

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