2 – Wiederholte Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik

Die Mitgliedsorganisation des IGB in Mazedonien ist der Verband der Unabhängigen und Autonomen Gewerkschaften Mazedoniens (UNASM).

Praxis

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Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung von Ärzten05-12-2012

Im Dezember 2012 drängte das Gesundheitsministerium unzufriedene Patienten dazu, Ärzte zu melden, die sie nicht behandelt hätten. Zuvor hatte die Gewerkschaft einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
angekündigt, um das Ministerium dazu zu veranlassen, eine Verordnung zurückzuziehen, der zufolge ihre Bezüge anhand der Zahl der behandelten Patienten berechnet würden. Berichten zufolge habe die Maßnahme des Ministeriums darauf abgezielt, Streikwillige einzuschüchtern. Die Ärzte sorgten während des Streiks dafür, dass im Notfall ein Mindestdienst Mindestdienst Die Arbeiten, die in einer öffentlichen oder privaten Einrichtung während eines Streiks erforderlich sind, gewöhnlich um zu verhindern, dass das Leben oder die grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung aufs Spiel gesetzt werden oder dass irreversible Schäden entstehen.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
gewährleistet war. Das Ministerium weigerte sich, mit der Gewerkschaft zu verhandeln und nahm stattdessen Kontakt zu der Gewerkschaft „Mutter Theresa" auf, die nach der Streikankündigung gegründet worden war.

Einschüchterung Streikender31-10-2012

Die mazedonische Eisenbahngesellschaft hat 13 Beschäftigte entlassen, einschließlich des Vorsitzenden der unabhängigen Lokführergewerkschaft NSMPM, Risto Pejovski, weil sie einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
organisiert hatten, um die fristgerechte Zahlung der Löhne und Gehälter zu fordern. Die Entlassungen waren ungerechtfertigt und gesetzwidrig.

Einige Fortschritte trotz Marginalisierung des sozialen Dialogs31-12-2011

Die Kriterien für eine repräsentative Beteiligung von Sozialpartnern am zweigliedrigen und dreigliedrigen sozialen Dialog wurden endlich umgesetzt, und die Gewerkschaften haben begonnen, Tarifverträge im öffentlichen Sektor zu unterzeichnen. Dennoch bleibt der zweigliedrige und dreigliedrige soziale Dialog schwach, weil die Sozialpartner Sozialpartner Gewerkschaften und Arbeitgeber bzw. deren repräsentative Verbände. unzureichend in Richtlinienerarbeitungsprozesse eingebunden sind.

Laut dem mazedonischen Gewerkschaftsdachverband Gewerkschaftsdachverband Dachorganisation auf nationaler, regionaler oder Bezirksebene, die sich aus ihren Mitgliedsgewerkschaften zusammensetzt; bezeichnet häufig einen Verband oder Dachverband eines Landes. Federation of Trade Unions of Macedonia (CCM) und dem mazedonischen Bund Freier Gewerkschaften (Confederation of Free Trade Unions of Macedonia, KSS), den beiden repräsentativen daran beteiligten Gewerkschaften, befindet sich der 2010 auf nationaler Ebene gegründete Sozial- und Wirtschaftsrat (Social and Economic Council, SEC) immer noch im Aufbau. Sozial- und Wirtschaftsräte wurden auf lokaler Ebene unter Beteiligung von Gewerkschaftsvertretern gegründet. Es gibt drei örtliche SEC in Kumanovo, Strumica und Kavadarci, zehn weitere sind in den größeren Orten im Aufbau.

Der Staat hat zwar Schritte gegen die übermäßige Anwendung von befristeten Arbeitsverträgen im öffentlichen Dienst eingeleitet, da dies rechtswidrig ist, aber es gibt immer noch eine hohe Zahl von Zeitarbeitsplätzen.

Auf der positiven Seite ist zu berichten, dass dank der Initiative eines Sozialpartners das Gesetz über Europäische Betriebsräte (EBRG) umgesetzt wurde, das Beschäftigten das Recht auf Unterrichtung und Anhörung und auf eine Mitsprache in Betriebsräten über transnationale Fragen und die Förderung des sozialen Dialogs gibt. Auch wurden erstmals seit der Unabhängigkeit des Landes ein Gesetz über den Mindestlohn erlassen und ein Mindestlohn festgelegt. Weiterhin wurden Änderungen am Gesetz über Löhne und Gehälter vorgenommen, die auch eine Lohnerhöhung um 5% ab Dezember 2012 beinhalteten.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung31-12-2011

Druck und Mobbing sind häufig gegen Gewerkschaftsmitglieder und -vertreter eingesetzte Mittel. Obwohl gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung Gewerkschaftsfeindliche diskriminierung Jede Praxis, die eine/n Beschäftigte/n oder eine Gruppe von Beschäftigten aufgrund einer früheren, gegenwärtigen oder zukünftigen Gewerkschaftsmitgliedschaft, legitimer Gewerkschaftsaktivitäten oder der Inanspruchnahme von Gewerkschaftsdiensten benachteiligt; beinhaltet Entlassungen, Versetzungen, Degradierungen, Belästigungen und Ähnliches

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
gesetzlich verboten ist, gibt es in der Praxis gewerkschaftsfeindliche Entlassungen, und Gerichtsverfahren wegen Entlassungen ziehen sich üblicherweise zwei bis drei Jahre hin. Neben der Ineffizienz der Arbeitsaufsichtsbehörde hat in den letzten Jahren auch das Misstrauen gegenüber dem Rechtssystem wegen der wachsenden politischen Kontrolle zugenommen. Wie berichtet wird, haben einige Unternehmen versucht, sich in Gewerkschaftswahlen einzumischen oder sogar gewerkschaftliche Organisationen auf Unternehmensebene zu zerschlagen.

Tarifvereinbarungen im öffentlichen Sektor nicht respektiert31-12-2010

Der Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission merkt an, dass es im öffentlichen Sektor keinen effektiven sozialen Dialog gibt und dass tarifliche Vereinbarungen nicht respektiert werden. Die Legitimierung der unterzeichnenden Gewerkschaft kann darüber hinaus von anderen Gewerkschaften in Frage gestellt werden. Bis zum dritten Quartal 2010 war die Anzahl von befristeten Stellen in der öffentlichen Verwaltung unverhältnismäßig hoch, obwohl das Einstellen von befristetem Personal nicht mit den Gesetzen für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst zu vereinbaren ist.

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