This country has not been yet rated
Der Globale Rechtsindex des IGB

Malediven

Der IGB hat auf den Malediven keine Mitgliedsorganisation.

Praxis

Browse by:

Rechtsverletzungen in Luxushotelanlage Reethi Rah Malediven09-02-2015

Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft bei der Kerzner International Holdings gehörenden Luxusanlage One&Only Reethi Rah auf den Malediven kämpfen bereits seit sechs Jahren gegen die gewerkschaftsfeindlichen Taktiken und die Weigerung der Geschäftsleitung, die Gerichtsbeschlüsse zugunsten der Gewerkschaft in Kraft zu setzen.

Angesichts missbräuchlicher Arbeitsbedingungen, niedriger Löhne, Korruption aufseiten des Managements, willkürlicher Versetzungen und der Weigerung der Geschäftsleitung, das neue Arbeitsgesetz in Kraft zu setzen, waren die Beschäftigten der Hotelanlage im Jahr 2008 der Vereinigung der Beschäftigen in der Tourismusbranche der Malediven (TEAM) beigetreten und hatten versucht, diese Themen bei der Geschäftsleitung anzusprechen. Letztere lehnte jedoch jegliche Diskussionen ab und begann damit, Gewerkschaftsmitglieder zu mobben und einzuschüchtern. Zutiefst frustriert, legten die Gewerkschaftsmitglieder daraufhin am 28. November 2008 aus Protest die Arbeit nieder. Am dritten Protesttag lehnte die Hotelleitung Verhandlungen mit den Beschäftigten weiterhin ab und schaltete die Polizei ein, die gegen den friedlichen Arbeitnehmerprotest mit Schlagstöcken und Pfefferspray gewaltsam vorging und willkürlich 13 führende Vertreter und Mitglieder der Gewerkschaft festnahm und von der Insel entfernte.

Die Hotelleitung entließ anschließend die 13 Gewerkschaftsmitglieder, einschließlich des Gewerkschaftsvorsitzenden, und versuchte, die Gewerkschaft zu verbieten. Im Juni 2009 befand das Arbeitsgericht der Malediven die Entlassungen für ungerechtfertigt und rechtswidrig und ordnete ihre Wiedereinstellung und die Nachzahlung aller ausstehenden Löhne an. Die Geschäftsleitung lehnte dies ab und erhob Einspruch gegen den Entscheid. Der Einspruch wurde abgewiesen, und im September 2011 wurde erneut ihre Wiedereinstellung angeordnet, was die Hotelleitung jedoch wieder ignorierte. Im September 2012 teilte das Gericht der Geschäftsführung mit, dass das Versäumnis, der Anordnung nachzukommen, die Beschlagnahme von Vermögenswerten zur Folge haben könnte.

Die ausstehenden Löhne wurden schließlich 2013 auf richterliche Anweisung hin gezahlt, aber die Wiedereinstellung der Entlassenen wurde erneut abgelehnt. Im Januar 2014 legten wieder Hunderte Beschäftigte die Arbeit nieder, um ihren Forderungen und Beschwerden im Zusammenhang mit den Löhnen, Diskriminierung, der Unterbringung und anderen Missständen, die 2008 zur Gründung der Gewerkschaft geführt hatten, Nachdruck zu verleihen. Die Geschäftsleitung lehnte es erneut ab, auf die Arbeitnehmerforderungen einzugehen und schaltete wie damals die Polizei ein, um den Protest zu beenden.

Im April 2014 haben 302 Beschäftigte von Reethi Rah eine Petition an die Geschäftsführung unterschrieben, mit der sie die Wiedereinstellung der entlassenen Gewerkschaftsmitglieder fordern.

Ungerechtfertigte Entlassung eines führenden Gewerkschaftsvertreters31-03-2013

Der Generalsekretär der Vereinigung der Beschäftigten in der Tourismusbranche der Malediven wurde am 13. April 2009 im Zusammenhang mit strafrechtlichen Vorwürfen von One and Only Reethi Rah entlassen. Mauroof Zakir hatte 2008 einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
in der Ferienanlage organisiert, um die Inkraftsetzung grundlegender Arbeitnehmerrechte zu fordern. Das Zivilgericht entschied, dass seine Entlassung ungerechtfertigt gewesen sei und wies seinen Arbeitgeber an, ihn wieder einzustellen und ihm seine ausstehenden Bezüge auszuzahlen. Im März 2013 verhängte das Gericht wegen Missachtung seiner Anweisung eine Geldstrafe gegen One and Only Reethi Rah.

Eingriff in Streik28-02-2013
Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung 31-07-2013

Die Hafengesellschaft Maldives Ports Limited hat im Jahr 2012 sechs Mitglieder und drei führende Vertreter, einschließlich des Vorsitzenden Ibrahim Khaleel, der Hafenarbeitergewerkschaft Maldives Port Workers Union (MPWU) entlassen und 49 ihrer Mitglieder suspendiert. Weitere Gewerkschaftsmitglieder wurden in andere Häfen auf unterschiedlichen Inseln versetzt. Es wird auf Einschüchterungstaktiken wie Schikanen und Drohungen zurückgegriffen, um die Beschäftigten von einem Gewerkschaftsbeitritt oder von Gewerkschaftsaktivitäten abzuhalten.

Nur wenige Migranten wagen es, Arbeitnehmervereinigungen beizutreten31-12-2011

Da das Gesetz und dessen Inkraftsetzung keinen ausreichenden Schutz vor gewerkschaftsfeindlicher Diskriminierung bieten, schrecken viele Arbeitnehmer/innen davor zurück, den vorhandenen Vereinigungen beizutreten, besonders im Falle von Wanderarbeitskräften, die rund ein Viertel der Bevölkerung ausmachen und von denen viele Ausbeutung zum Opfer fallen. Die Behörden haben mehrere Schleppernetzwerke identifiziert, die Arbeitsmigranten auf die Malediven schleusen, insbesondere aus Bangladesch.

Unklare Rolle der Gewerkschaften31-12-2011

Obwohl grundlegende Gewerkschaftsrechte zum Teil gesetzlich anerkannt sind, gibt es keine Verfahren, die deren Wahrnehmung sichern. Es fehlt beispielsweise an einem klaren Verfahren für die Anmeldung von Gewerkschaften, die sich daher als „Vereinigungen“ registrieren lassen. Arbeitnehmervereinigungen wurden vor allem in der Tourismusbranche und im Bildungswesen ins Leben gerufen, aber aufgrund der Ungewissheit bezüglich ihres Mandates und ihrer Rechtsstellung sowie angesichts des Fehlens gesetzlicher Bestimmungen zur Definition ihrer Rolle sowie von Verfahren für Verhandlungen mit den Arbeitgebern sind sie nur begrenzt imstande, ihre Mitglieder zu vertreten.

Keine Anerkennung der Gewerkschaft TEAM, Verdacht einer Schwarzen Liste31-12-2010

Die Arbeitgeber weigern sich systematisch, die Gewerkschaft TEAM (Vereinigung der Angestellten im Tourismusgewerbe der Malediven) anzuerkennen oder mit ihren Mitgliedern zu verhandeln. Die Arbeitgeber stehen in starkem Verdacht, eine Schwarze Liste Schwarze Liste Eine von Arbeitgebern zusammengestellte und unter ihnen zirkulierte Liste von Gewerkschaftsmitgliedern und aktiven Gewerkschafter(inne)n, die als Arbeitskräfte boykottiert oder auf andere Weise bestraft werden sollten. zu führen, in der die Namen aktiver Gewerkschaftsmitglieder aufgeführt sind, damit diese keine Beschäftigung finden.

Schwarze Listen und falsche Anschuldigungen 30-11-2009

Laut Aussage der Vereinigung der Touristikmitarbeiter der Malediven, TEAM, werden Arbeitnehmer in den großen Luxushotels, die ihre Rechte durchzusetzen versuchen, unrechtmäßig gekündigt und auf schwarze Listen gesetzt. Angeblich erhalten Arbeitgeber Unterstützung von einigen Polizeiabteilungen, wenn sie gegen diese Arbeitnehmer falsche Anschuldigungen erheben, beispielsweise wegen Drogenkonsums. TEAM berichtet, dass in einigen Fällen, in denen Arbeitnehmer nach einer Befragung zum Drogenkonsum Urinproben abgeben mussten, ihnen das positive Ergebnis nur mündlich mitgeteilt wurde, also ohne jeglichen schriftlichen Beleg. Ein positiver Test bedeutet jedoch die Kündigung eines Arbeitnehmers und das Ende seiner beruflichen Laufbahn. Nach Aussage von TEAM kontrollieren der äußerst einflussreiche Luxushotelsektor und die Regierung die Medien und verbreiten dort ein schlechtes Bild von der Gewerkschaftsbewegung.

Keine Tarifverhandlungen 30-11-2008

Laut einem Bericht der Menschenrechtskommission der Malediven wurden Aktionen der Lehrervereinigung der Malediven (TAM, Teachers’ Association of the Maldives), der Vereinigung der Touristikmitarbeiter der Malediven (TEAM, Tourism Employees Association of Maldives) sowie eine Fischervereinigung, die zu den aktivsten Verfechtern der Arbeitnehmerrechte in ihrem jeweiligen Bereich zählen, durch die Unsicherheit behindert, die mit ihrem Status, ihrem Mandat und ganz allgemein mit dem Fehlen von Gesetzen zusammenhängen, die ihre Rolle, ihre Funktion und die Verfahren für Verhandlungen mit den Arbeitgebern festlegen. Da es keine richtigen Gewerkschaften gibt, ist das Prinzip der Tarifverhandlung auf den Malediven nach wie vor unbekannt.

Vereinigungen und einige Streiks, aber immer noch keine Gewerkschaften30-11-2008

Auf den Malediven wurden Arbeitnehmerorganisationen gegründet, insbesondere im Tourismus- und im Bildungswesen, aber man kann immer noch nicht von richtigen Gewerkschaften sprechen, sondern es handelt sich eher um Vereinigungen. Im Tourismussektor gab es einige Streikbewegungen.

© ITUC-CSI-IGB 2013 | www.ituc-csi.org | Contact Design by Pixeleyes.be - maps: jVectorMap