4 – Systematische Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

Polen

Die Mitgliedsorganisationen des IGB in Polen sind die Niezalezny Samorzadny Zwiazek Zawodowy “Solidarnosc”(NSZZ) und der Ogólnopolskie Porozumienie Zwiazków Zawodowych (OPZZ).

Praxis

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Verhandlungen mit Gewerkschaft verweigert 08-06-2016

Der Präsident des Unternehmens Automatyka Miedź Ltd. in Głogów verweigert jegliche Verhandlungen mit der Gewerkschaft NSZZ „Solidarność“ in dem Betrieb, die die Belegschaft vertritt.
Auch die Bitten der NSZZ „Solidarność“ um Konsultationen mit der Polnischen Agentur für Informationen und Auslandsinvestitionen blieben unerwidert.

Gewerkschaftsvertreter darf nicht zu Gewerkschaftswahl 29-02-2016

Der Vertreter der regionalen Wahlkommission der NSZZ “Solidarność” durfte bei der Wahl des Gewerkschaftsvorsitzenden beim Deepwater Container Terminal (DCT) in Gdansk nicht zugegen sein. Die Wahl fand vom 17. bis 21. Februar 2016 statt, und die Anwesenheit des Regionalvertreters war für Sonntag, 21. Februar, geplant gewesen, was der Geschäftsführung ordnungsgemäß mitgeteilt worden war. Die Wahlurne mit den Stimmzetteln musste zum Regionalbüro der NSZZ “Solidarność” in Gdansk gebracht werden, wo die Stimmen ausgezählt werden sollten.

Mitglieder der NSZZ „Solidarność“ diskriminiert08-06-2016

Mitglieder des Ortsverbandes der NSZZ „Solidarność“ im städtischen Kulturzentrum Głogów werden seit der Gründung ihrer Gewerkschaft im Dezember 2014 diskriminiert, einschließlich der Vorsitzenden des Ortsverbandes, Bożena Rudzińska. Der Direktor des Zentrums übt bei Personalsitzungen unverhohlen Kritik an der Gewerkschaft, die Prämien von Gewerkschaftsmitgliedern wurden gekürzt, und gegen die Gewerkschaftsvorsitzende wurden Disziplinarmaßnahmen ergriffen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Eintrages lag der Fall der Gewerkschaftsvorsitzenden dem Arbeitsgericht vor.

Tarifvertrag nicht eingehalten19-06-2015

Das Unternehmen Budimex hat im Jahr 2011 im Zuge eines Privatisierungsprozesses Przedsiębiorstwo Naprawy Infrastruktury erworben, das Infrastruktur-Reparaturen vornimmt. Eine der Verkaufsbedingungen war die Verpflichtung des Investors zu Tarifverhandlungen mit den Beschäftigten. Es wurde eine Vereinbarung abgeschlossen, die der Belegschaft die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze bis 2016 garantierte. Das Unternehmen begann jedoch ein Jahr später mit einem Programm für ein freiwilliges Ausscheiden und bot Beschäftigten, die dazu bereit waren, eine Abfindung an. Im September 2012 ging das Unternehmen in Konkurs, und diejenigen, die im Rahmen des freiwilligen Programms ausgeschieden waren, wurden im Januar 2015 aufgefordert, ihre Abfindungen zurückzuzahlen.

Weigerung, Gewerkschaftsbeiträge abzuziehen19-06-2015

Das Gewerkschaftsgesetz schreibt den Arbeitgebern vor, die Gewerkschaftsbeiträge von den Löhnen und Gehältern der Mitglieder abzuziehen und sie an die Gewerkschaften zu überweisen. Mehrere Unternehmen haben sich jedoch nicht an diese Bestimmung gehalten. Das Unternehmen Gniewczyna Wagon Factory SA hat beispielsweise zwischen Juni und Oktober 2014 keine Gewerkschaftsbeiträge abgezogen. Die Gewerkschaft hat daraufhin am 29. Dezember 2014 Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft erhoben. Das Verfahren ist nach wie vor beim Landgericht Przeworsk anhängig.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung19-06-2015

Beim Heizkraftwerk in Zduńska Wola wurde 2014 ein Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
ausgehandelt. In der Schlussphase der Verhandlungen, im Juni 2014, wurden der Vorsitzende der Gewerkschaft NSZZ “Solidarność” in dem Betrieb und der soziale Arbeitsinspektor über eine Änderung ihrer Arbeitsbedingungen unterrichtet, die drei Monate später in Kraft treten werde. Sie hatten über 30 Jahre lang als Labortechniker gearbeitet und sollten künftig als Begleitschutz und Wächter fungieren. Tatsächlich wurden sie am 1. Oktober 2014 aufgefordert, die administrativen und sanitären Einrichtungen des Betriebes zu reinigen. Beide sind vor Gericht gegangen, um die Gültigkeit dieser Funktionsänderungen prüfen zu lassen.

Verbot von Gewerkschaftsbannern19-06-2015

Am 13. September 2013 haben aktive Gewerkschafter auf dem Gebäude der Wohnungsgenossenschaft von Rzeszów ein Banner mit dem Slogan „Stopp der Missachtung der Gesellschaft“ angebracht. Die Geschäftsführung der Genossenschaft forderte die Gewerkschaft auf, das Banner zu entfernen und drohte mit einer Abmahnung der Gewerkschaftsvertreterin Janina Mroczek, falls sie dieser Aufforderung nicht nachkomme. Am 24. September 2013 verschwand das Banner und Janina Mroczek erhielt ein Schreiben, mit dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie eine Abmahnung erhalten habe. Am 22. Oktober 2013 erhob sie beim Gericht Rzeszów Einspruch gegen diese Abmahnung und bekam Recht. Das Unternehmen legte Einspruch beim Landgericht ein, das am 24. April 2014 ebenfalls befand, dass die Abmahnung nicht gerechtfertigt gewesen sei.

Vier Gewerkschafter wurden strafrechtlich belangt, weil sie Gewerkschaftsbanner auf dem Gebäude der städtischen Wärmeenergiegesellschaft in Olsztyn angebracht hatten. Die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und der Geschäftsführung hatten mit einem Streit über gesetzliche Zulagen, Beschäftigungsperspektiven und die Lohn- und Gehaltstabelle geendet. Als die Gewerkschaft die Banner auf dem Gebäude angebracht hatte, schaltete die Geschäftsführung die Staatsanwaltschaft ein, die Anklage gegen sie erhob. Das Verfahren ist noch beim Bezirksgericht anhängig.

Unrechtmäßige Eingriffe19-06-2015

Im September 2014 weigerte sich das Management der Firma Stako, eine neu gegründete Gewerkschaft anzuerkennen. Bevor sie das Schreiben mit der Mitteilung über die Gründung der Gewerkschaft akzeptierte, ließ die Unternehmensleitung den Gewerkschaftsführer zu sich kommen und teilte ihm mit, dass es Personalkürzungen geben werde, falls die Gewerkschaft nicht aufgelöst werde.

Körperliche Angriffe19-06-2015

Am 9. Februar 2015 griff die Polizei bei einer Demonstration vor dem Unternehmen Jastrzębska Spółka Węglowa gewaltsam ein. An die 20 Menschen wurden verletzt, als die Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen die Arbeiter, die gegen Sparmaßnahmen protestierten, einsetzte.

Streikende eingeschüchtert30-11-2013

Streikende werden häufig von ihren Arbeitgebern mit dem Argument eingeschüchtert, dass der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
illegal sei und sie persönlich für dem Unternehmen dadurch entstehende wirtschaftliche Verluste zur Verantwortung gezogen würden. Im November 2013 entließ die Busgesellschaft Bus Lines während eines Tarifkonfliktes einen Betriebsrat Betriebsrat 1. Ein gewähltes Gremium, das die Arbeitnehmerinteressen im Betrieb durch Kommunikation und Konsultationen mit dem Arbeitgeber vertritt, beispielsweise in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und Fragen des Arbeitsschutzes. 2. Ein sowohl aus Arbeitnehmer- als auch aus Arbeitgebervertretern bestehendes paritätisches Gremium, das betriebliche Diskussionen über Fragen von gemeinsamem Interesse führt. , um die Gewerkschaftsmitglieder einzuschüchtern. Nachdem die staatliche Arbeitsaufsicht Arbeitsaufsicht Eine Behörde, die für die Einhaltung der Arbeitsgesetze und der gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitnehmerschutz zuständig ist und zu diesem Zweck Betriebsinspektionen durchführt. die Entlassung für rechtswidrig erklärt hatte, wurde er wieder eingestellt und erhielt eine Entschädigung. Das Unternehmen Steinpol in Witnica entließ Gewerkschaftsmitglieder, die gestreikt hatten, „aus wirtschaftlichen Gründen“. Die Gewerkschaft hat daraufhin ein Verfahren angestrengt, und gegenwärtig befasst sich ein Gericht zweiter Instanz mit dem Fall.

Arbeitgeber verweigern Verhandlungen über betriebliche Fragen24-09-2014

Die Zentrale des Lebensmitteldiscounters Lidl in Polen hat sich während des Jahres 2013 geweigert, mit den Gewerkschaften zu verhandeln, wobei es hieß, dass Verhandlungen lediglich an jedem Standort mit der Geschäftsführung stattfinden sollten.
Die Arbeitgeber weigern sich zunehmend, mit den Gewerkschaften über Umstrukturierungen zu verhandeln. Als beispielsweise zwei städtische Betriebe in Warschau fusionierten, wurden 14 Stellen abgebaut. Unter Missachtung ihrer gesetzlichen Verpflichtungen lehnte die Geschäftsführung Konsultationen mit den Gewerkschaften 30 Tage vor der Fusion ab.

Untersuchung bei Gewerkschaft12-03-2014

Am 12. März 2014 verlangte die Gemeindepolizei in Bialystok von der Solidarnosc die Offenlegung aller Entschließungen, Beschlüsse und Anträge sowie Finanz- und Tätigkeitsberichte. Offiziell hieß es, dass es im öffentlichen Interesse sei, Zugang zu diesen Informationen zu haben. Die Gewerkschaft ist jedoch überzeugt, dass es sich dabei um einen Versuch handelt, in interne satzungsmäßige Gewerkschaftsangelegenheiten einzugreifen.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung31-03-2014

Die gesetzwidrige Entlassung führender Gewerkschaftsvertreter/innen und aktiver Mitglieder ist eine beliebte Strategie der Arbeitgeber zur Schwächung und Zerschlagung von Gewerkschaften Zerschlagung von Gewerkschaften Versuche eines Arbeitgebers, die Gründung einer Gewerkschaft zu verhindern oder eine bereits vorhandene Gewerkschaft loszuwerden, beispielsweise durch die Entlassung der Gewerkschaftsmitglieder, die gerichtliche Belangung der Gewerkschaft oder die Gründung einer gelben Gewerkschaft. . Es gibt Fälle, in denen eine Beförderung oder Lohnerhöhung informell von einem Gewerkschaftsaustritt abhängig gemacht wird. In einem Fall hatten die für Sonderzulagen geltenden Regelungen in der Praxis zur Folge, dass Gewerkschaftsmitglieder diese Zulagen nicht erhalten konnten. Der Arbeitgeber hat dies nach einer Beschwerde der Solidarnosc geändert.
Ein Mitglied der Gewerkschaftsführung wurde von dem Unternehmen Teleskop Ltd. in Kostrzyn entlassen. Nachdem ein Gericht seine Wiedereinstellung angeordnet hatte, folgte seine Versetzung an einen 100 Kilometer entfernten Standort. In der Tat wurden alle Gewerkschafter/innen an diesen neuen Standort versetzt, der offenbar eigens zu diesem Zweck eingerichtet worden war. Die Gewerkschaftsmitglieder wurden somit gezwungen, das Unternehmen zu verlassen, bei dem es inzwischen keine Gewerkschaft mehr gibt.
Am 12. Februar 2014 entließ das Unternehmen Leroy Merlin unmittelbar nach der Gründung einer Gewerkschaft den Betriebsrat Betriebsrat 1. Ein gewähltes Gremium, das die Arbeitnehmerinteressen im Betrieb durch Kommunikation und Konsultationen mit dem Arbeitgeber vertritt, beispielsweise in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und Fragen des Arbeitsschutzes. 2. Ein sowohl aus Arbeitnehmer- als auch aus Arbeitgebervertretern bestehendes paritätisches Gremium, das betriebliche Diskussionen über Fragen von gemeinsamem Interesse führt. Pawel Bednarek. Die Unternehmensleitung argumentierte, dass seine Arbeitsleistung unzureichend sei und verbot ihm den Zutritt zu dem Supermarkt, in dem er beschäftigt war.
DINO Polska SA entließ die Betriebsrätin Mariola Bielak wegen „Anarchie“ und „Unruhestiftung unter den Beschäftigten“.
Im Dezember 2013 wurde Justyna Chrapowicz, Betriebsräten in einer der Filialen von Lidl in Polen, wegen „Unterschriftenfälschung auf Gewerkschaftspost“ entlassen.
Im Dezember 2013 wurde Adam Guzy, Betriebsrat Betriebsrat 1. Ein gewähltes Gremium, das die Arbeitnehmerinteressen im Betrieb durch Kommunikation und Konsultationen mit dem Arbeitgeber vertritt, beispielsweise in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und Fragen des Arbeitsschutzes. 2. Ein sowohl aus Arbeitnehmer- als auch aus Arbeitgebervertretern bestehendes paritätisches Gremium, das betriebliche Diskussionen über Fragen von gemeinsamem Interesse führt. bei Fakos Ltd., aufgrund seiner Gewerkschaftstätigkeit entlassen, woraufhin er vor Gericht gegangen ist, um seine Wiedereinstellung zu erwirken.
Im März 2014 entließ CCP „PREMA“ SA während der Tarifverhandlungen den Betriebsrat Betriebsrat 1. Ein gewähltes Gremium, das die Arbeitnehmerinteressen im Betrieb durch Kommunikation und Konsultationen mit dem Arbeitgeber vertritt, beispielsweise in Bezug auf die Arbeitsbedingungen und Fragen des Arbeitsschutzes. 2. Ein sowohl aus Arbeitnehmer- als auch aus Arbeitgebervertretern bestehendes paritätisches Gremium, das betriebliche Diskussionen über Fragen von gemeinsamem Interesse führt. Robert Kluga. Dies war das zweite Mal, dass der Betrieb versuchte, ihn wegen der Wahrnehmung seiner Rechte als Gewerkschafter zu entlassen. Er hat Beschwerde bei Gericht erhoben.
Am 5. Februar 2014 wurde Arkadiusz Leczyk als Reaktion auf seine Gewerkschaftsaktivitäten aus disziplinarischen Gründen entlassen. Von Arbeitgeberseite hieß es, dass er nicht wieder eingestellt werde, auch nicht, wenn eine gerichtliche Anordnung vorliege. Anschließend berief die Unternehmensleitung Gewerkschaftsmitglieder zu Einzelgesprächen ein, bei denen sie aufgefordert wurden, aus der Gewerkschaft auszutreten. Zahlreiche Beschäftigte des Unternehmens sind mit befristeten Verträgen eingestellt und daher besonders schutzlos, wenn der Arbeitgeber ihre Verträge aufgrund ihrer Gewerkschaftsmitgliedschaft nicht verlängert.

Verbot und Beschränkung von Demonstrationen24-09-2014

Im Februar 2014 wurde eine landesweite Informationsaktion bezüglich der Situation bei Lidl organisiert, bei der an den Eingängen der Filialen oder auf den Parkplätzen Flugblätter verteilt wurden, in denen über die Arbeitsrechtsverstöße in der Discounterkette berichtet wurde. Der Arbeitgeber schaltete die Polizei ein, die die Gewerkschaftsaktion mit dem Argument untersagte, dass es sich um unerlaubtes Betreten von Privateigentum handele.
Im März 2013 entließ Michael Schroeiber, Vizepräsident des Gardinenherstellers ADO in der Sonderwirtschaftszone Legnica, die stellvertretende Betriebsrätin der örtlichen Gewerkschaft, weil sie eine Gewerkschaftsfahne am Werktor angebracht hatte. Die (vor einer derartigen Entlassung gesetzlich geschützte) Gewerkschafterin ging daraufhin vor Gericht, um ihre Wiedereinstellung zu erwirken. Die Gewerkschaft organisierte mehrere Streikposten Streikposten Personen, die vor den Toren der betroffenen Betriebe auf einen Arbeitskonfliktoder einen Streik aufmerksam machen und versuchen, andere Beschäftigte dazu zu veranlassen, den Betrieb nicht zu betreten bzw. die Verbraucher davon abzuhalten, den Arbeitgeber zu unterstützen. Die Aufstellung von Streikposten vor einem nicht direkt an dem Konflikt beteiligten, neutralen Betrieb zielt darauf ab, indirekt Druck auf den Arbeitgeber, der die eigentliche Zielscheide der Aktion ist, auszuüben. an den Werktoren und erhob Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft, die ein Verfahren wegen Verstößen gegen das Gewerkschaftsgesetz und das Arbeitsgesetz einleitete. Das Verfahren fand vor dem Regionalgericht in Legnica statt und endete mit einem Vergleich. Der Beschäftigten wurden sechs Monatslöhne und die Rücknahme der disziplinären Kündigung angeboten.
Bei dem Unternehmen Cooper Standard Automotive Piotrków Ltd. untersagte die Geschäftsführung „anonyme“ Informationen auf der Anschlagtafel der Gewerkschaft. Es gab Fälle, in denen der Personalleiter derartige Informationen entfernte.
Auch der Forstgewerkschaft wurde 2014 das Aufhängen von Fahnen bei Protestaktionen von der staatlichen Forstgesellschaft untersagt.

Langwierige Verfahren31-12-2013

Die Beschäftigten haben das Recht auf Wiedergutmachung, wenn ihre Rechte verletzt werden und Anspruch auf eine Entschädigung wegen Diskriminierung aufgrund von Gewerkschaftsaktivitäten. Die polnischen Gerichte sind zwar unabhängig, aber die Verfahren ziehen sich sehr in die Länge und dauern im Durchschnitt zwei bis drei Jahre. In einigen Fällen könnten die Urteilsbegründungen Zweifel an der Unparteilichkeit der Gerichte aufkommen lassen. Malgorzata Sokalska wurde beispielsweise 2011 aufgrund ihrer Gewerkschaftsarbeit entlassen und ist daraufhin vor Gericht gegangen, um ihre Wiedereinstellung oder Entschädigung wegen rechtswidriger Entlassung zu erwirken. Im Jahr 2013, nach 27-monatigem Verfahren, entschied das Gericht erster Instanz gegen sie, da ihre Gewerkschaft vor dem Hotel, bei dem sie beschäftigt gewesen war, Demonstrationen organsiert hatte, um sie zu unterstützen. Dieser Entscheid wurde in der Berufungsinstanz bestätigt, und es wurde festgestellt, dass die Gewerkschaft entgegen den Interessen des Arbeitgebers gehandelt habe. Die staatliche Arbeitsaufsicht Arbeitsaufsicht Eine Behörde, die für die Einhaltung der Arbeitsgesetze und der gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitnehmerschutz zuständig ist und zu diesem Zweck Betriebsinspektionen durchführt. strengte ein Strafverfahren gegen den Manager des Hotels an, woraufhin er wegen rechtswidriger Entlassung einer geschützten Gewerkschaftsvertreterin bestraft wurde. Häufig stellt die Staatsanwaltschaft Verfahren jedoch mit der Begründung ein, dass Gewerkschaftsaktivitäten hinderlich und gesellschaftsschädigend seien.

Gewerkschaftsfeindlichkeit26-08-2014

Die Niezalezny Samorzadny Zwiazek Zawodowy „Solidarnosc“ (NSZZ SOLIDARNOSC) berichtet über die Entlassung einer Betriebsrätin im März 2013 bei der Fabrik ADO in der Sonderwirtschaftszone Legnica, da sie eine Gewerkschaftsfahne am Fabriktor aufgehängt hatte. Die polnische Forstgesellschaft hat der Solidarnosc ebenfalls schriftlich mitgeteilt, dass das Aufhängen von Fahnen bei Protestkundgebungen verboten sei.

Es gab zahlreiche Berichte über diskriminierende Entlassungen von Gewerkschaftern. Im Dezember 2013 wurde Adam Guzy von der Fakos Ltd aufgrund seiner Gewerkschaftstätigkeit entlassen, woraufhin bei Gericht Beschwerde eingereicht wurde, um seine Wiedereinstellung und eine Entschädigung zu erwirken. Der Gewerkschafter Robert Kluga, der für CCP „PREMA“ SA in Kielce arbeitete, wurde während der Tarifverhandlungen im März 2014 entlassen, um auf diese Weise den Tarifprozess zu untergraben. LG Electronics Wroclaw nimmt Gewerkschaftsmitglieder ins Visier, um die Gewerkschaft zu zerschlagen, indem die Arbeitsverträge von aktiven Mitgliedern und führenden Vertretern der Gewerkschaft nicht verlängert werden. Im November 2013 wurde Leszek Rudzinski, Vertrauensmann bei Lubelskich Liniach Autobusowych und Gewerkschaftsvorsitzender, während eines Tarifstreits entlassen. Sowohl die Nationale Arbeitsaufsichtsbehörde als auch das Gericht haben die Entlassung für nicht rechtmäßig befunden, und Rudzinski wurde wieder eingestellt und entschädigt.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung bei ND Polska25-09-2013

Im Januar 2012 haben Mitglieder der NSZZ „Solidarność“ auf Unternehmensebene einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
im Zusammenhang mit den Löhnen und Arbeitsbedingungen organisiert, wobei sie von ihrem Dachverband sowie von ihren Branchenorganisationen auf europäischer und internationaler Ebene, der ETF bzw. der ITF, unterstützt wurden. Nachdem im Februar 2012 eine Einigung erzielt worden war, ging der Arbeitgeber jedoch gezielt gegen Mitglieder der NSZZ „Solidarność“ vor.

Die meisten Gewerkschaftsmitglieder sind als internationale Fahrer beschäftigt. Ihre Bezüge setzen sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen: ihrem Grundlohn und den Tagessätzen für Auslandsfahrten, die etwa zwei Drittel des gesamten Monatslohns ausmachen. Der Grundlohn für internationale Fahrer wurde daher niedriger angesetzt als der für diejenigen, die nur im Inland fahren, da sich der Monatslohn durch die Tagessätze erheblich erhöht. Als Gewerkschaftsmitglieder in die Verwaltung versetzt oder für Inlandsfahrten eingeteilt wurden, erlitten sie daher erhebliche finanzielle Einbußen von bis zu zwei Dritteln ihrer Gesamtbezüge.

Dies hat zu einer Spaltung innerhalb der Gewerkschaft geführt. Gegenwärtig sind zwei Gewerkschaften bei dem Unternehmen ND Polska Ltd. vertreten. Die Betriebsleitung hat einen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
mit der neuen Gewerkschaft abgeschlossen, was Auswirkungen auf die Löhne gehabt hat. Einige Beschäftigte haben Beschwerde gegen das Unternehmen beim Arbeitsgericht erhoben.

Darüber hinaus wurde der Gewerkschaft mitgeteilt, dass eins ihrer Mitglieder wegen der Teilnahme an einer Gewerkschaftssitzung trotz Krankschreibung fristlos entlassen würde.

Ein anderes Mitglied wurde an einen 300 km von seinem Wohnsitz entfernten Standort versetzt. Als der Beschäftigte die Versetzung ablehnte, wurde er fristlos entlassen. Die Gewerkschaft hat beim Arbeitsgericht Beschwerde erhoben und seine Wiedereinstellung beantragt.

Zudem hindert die Betriebsleitung ein Gewerkschaftsmitglied an der Ausübung seiner Funktion als Arbeitsinspektor für internationale Fahrer. Indem ihm keine Fahrten ins Ausland mehr zugewiesen werden, sorgt das Management dafür, dass er die Arbeitsbedingungen der internationalen Fahrer, die ihre Arbeit größtenteils im Ausland verrichten, nicht kontrollieren kann.

Verletzung des Rechtes auf die freie Wahl von Vertretern16-08-2013

Der Slowinsische Nationalpark hat es abgelehnt, Tadeusz Pietkun, den stellvertretenden Vorsitzenden der NSZZ „Solidarność“ in der Region Slupsk, in den Sozialausschuss zu berufen, obwohl ihn die Gewerkschaft nominiert hatte.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung31-10-2012

Im Oktober 2012 kündigte Plati Polska Ltd. Danuta Lipinska, führende Vertreterin und Betriebsratsmitglied der NSZZ „Solidarność“, aus disziplinarischen Gründen, nachdem die Gewerkschaft im Zusammenhang mit der Weigerung des Unternehmens, seinen Beitrag in den Sozialfonds einzuzahlen, eine Inspektion der Arbeitsaufsicht Arbeitsaufsicht Eine Behörde, die für die Einhaltung der Arbeitsgesetze und der gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitnehmerschutz zuständig ist und zu diesem Zweck Betriebsinspektionen durchführt. gefordert hatte. Es wurde der Gewerkschaft zudem untersagt, sich während der Arbeitszeit mit Gewerkschaftsmitgliedern in Verbindung zu setzen, auch wenn die Produktion dadurch nicht gestört wird.

Im Juni 2012 forderte der Direktor der Steuerprüfungsbehörde in Warschau den Finanzminister auf, Tomasz Ludwinski, den für die Angestellten der Finanzbehörden auf nationaler Ebene zuständigen Ratsvorsitzenden der NSZZ „Solidarność“, zu entlassen, weil er legitime Gewerkschaftsaktivitäten verrichtet hatte, die als Verstoß gegen die Grundpflichten des Staatsdienstes gewertet wurden.

Eingriffe des Arbeitgebers31-10-2012

Ewa Kazanecka, betriebliche Gewerkschaftsvertreterin der NSZZ „Solidarność“ bei den städtischen Wasserwerken von Bydgoszcz, wurde eine Beförderung angeboten, um sie dazu zu veranlassen, ihre Gewerkschaftsaktivitäten einzuschränken bzw. einzustellen. Die Betriebsleitung beauftragte zudem im Oktober 2012 einen Privatdetektiv mit Nachforschungen über die Gewerkschaft.

Tätliche Gewalt gegen führenden Gewerkschaftsvertreter16-08-2013

Tomasz Ziolkowski, der stellvertretende Regionalvorsitzende der NSZZ „Solidarność“ in der Region Tschenstochau, wurde vom Sicherheitspersonal des unabhängigen medizinischen Zentrums „Amicus“ tätlich angegriffen, als er im Juni 2012 eine Petition abgeben wollte.

Keine Verhandlungen in gutem Glauben16-08-2013

Die Eurobank S.A. hat sich geweigert, der „Solidarność“ Finanzberichte auszuhändigen, so dass es unmöglich für die Gewerkschaft ist, die Wirtschaftslage der Bank für Tarifverhandlungszwecke einzuschätzen.

Verletzung des Rechtes auf die Organisation von Gewerkschaftsaktivitäten16-08-2013

Die Eurobank S.A. hat es Vertretern der „Solidarność“ untersagt, ungehindert Sachverständige auszuwählen und das Intranet für die Verbreitung von Informationen zu nutzen. Das der Gewerkschaft angebotene Büro ist 168 km von dem Ort entfernt, an dem die Gewerkschaftsaktivitäten stattfinden. Das Büro wird vom Arbeitgeber verwaltet, der uneingeschränkten Zutritt dazu hat.

Wiedereinstellung nach gewerkschaftsfeindlichen Entlassungen schwierig30-11-2009

Die Gründung einer Gewerkschaft, die Forderung nach Tarifverhandlungen oder das Kämpfen für Arbeitnehmerrechte führt immer wieder dazu, dass Gewerkschaftsführer kurzerhand entlassen werden. Die Opfer können zwar auf Wiedereinstellung klagen, doch die Gerichtsverhandlungen in solchen Fällen können bis zu zwei Jahren dauern. Außerdem neigen Gerichte immer öfter dazu, statt Wiedereinstellung lediglich eine Entschädigung in Höhe von drei Monatsgehältern zuzugestehen, egal wie lange der Aktivist ohne Arbeit war. Arbeitgeber behaupten darüber hinaus, es sei nicht möglich, Arbeitnehmer wieder einzustellen, weil der Gekündigte und die Betriebsleitung nicht mehr zu einer Zusammenarbeit in der Lage seien, und immer mehr Richter sind davon überzeugt, dass man Arbeitgeber nicht zwingen sollte, unrechtmäßig gekündigte Arbeitnehmer wieder einzustellen, da dies zu „Konflikten“ führe.

Organisation von Streiks erschwert14-12-2009

Arbeitgeber machen sich Feinheiten der Gesetzgebung zunutze, um das Recht der Arbeitnehmer auf Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
einzuschränken. Wenn die Erfordernisse nicht bis ins kleinste Detail erfüllt werden, wird ein Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
oftmals für illegal erklärt, was in manchen Fällen schwere Konsequenzen nach sich zieht. Am 14. Dezember zum Beispiel wies das Gericht die Mitglieder des Allgemeinen Polnischen Gewerkschaftsverbands der Krankenschwestern und Hebammen (OZZPiP) am Barlicki Hospital in Lodz an, wegen der Teilnahme an einem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
im Jahr 2008 der Klinik Schadenersatzsummen zwischen 1.500,- und 4.000,- PLZ (mehr als 900,- EUR) zu zahlen. Die Krankenschwestern hatten angegeben, der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
würde vier Tage dauern, doch der Staatsanwalt berechnete die Anzahl der Tage nach einer anderen Methode und erklärte, der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
habe die Grenzdauer überschritten.

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