5 – Rechte nicht garantiert
Der Globale Rechtsindex des IGB

Katar

Der IGB hat in Katar keine Mitgliedsorganisation.

Praxis

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Reformvorschläge beinhalten nicht das Recht, Gewerkschaften zu gründen oder beizutreten 31-10-2015

Trotz wiederholt zugesagter Reformen zur Verbesserung der Rechte von Wanderarbeitskräften hat sich die Regierung damit weiterhin Zeit gelassen. Im März 2015 hat der Verwaltungsrat der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
darauf bestanden, dass Katar das Kafala- oder Bürgen-System bis spätestens November 2015 reformiert. Sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgebervertreter bei der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
haben Katar aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um das System abzuschaffen, das die extreme Ausbeutung und Unterdrückung ausländischer Arbeitskräfte ermöglicht. Zudem haben sie grundlegende Arbeitnehmerrechte, einschließlich des Rechtes auf eine Gewerkschaftsmitgliedschaft, gefordert.

Seit der Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2022 an Katar ist das Land wegen der erschreckenden Bedingungen, unter denen ausländische Arbeitskräfte dort leben und arbeiten, immer stärker ins Blickfeld geraten. Die Beschäftigten sind im Rahmen des Kafala-Systems an ihren Arbeitgeber gebunden und können das Land ohne seine Genehmigung nicht verlassen. Sie werden zu langen Arbeitszeiten in extremer Hitze gezwungen, und pro Tag kommt mindestens einer von ihnen ums Leben. Trotz dieser schockierenden Bilanz und der internationalen Empörung über die sklavenähnlichen Bedingungen hat die FIFA kaum etwas unternommen. Lediglich die Unterbringung und das Vergütungssystem wurden leicht verbessert.

Nach wiederholten Verzögerungen hat die Regierung im Oktober 2015 bekannt gegeben, dass ihre Reformen erst Ende 2016 in Kraft treten würden. Diese Reformen werden jedoch nur wenig zur Verbesserung der Situation der Wanderarbeitskräfte beitragen. Mit dem neuen Arbeitsgesetz werden die berüchtigten Ausreisegenehmigungen nicht abgeschafft, und die Beschäftigten benötigen nach wie vor die Erlaubnis ihres Arbeitgebers, um das Land verlassen zu können. Angeblich sollen sie die Möglichkeit haben, sich an das Innenministerium zu wenden, aber die meisten Beschäftigten haben Angst vor diesem Ministerium. Wanderarbeitskräfte haben auch künftig nicht das Recht, einer Gewerkschaft beizutreten oder sich durch gewählte betriebliche und repräsentative Ausschüsse kollektiv Gehör zu verschaffen. Hausangestellte fallen aus dem Geltungsbereich des Arbeitsgesetzes vollkommen heraus.

Rund 100 streikende Gastarbeiter verhaftet09-02-2015

Etwa 800 bei zwei Subunternehmen (Qatar Freelance Trading and Contracting und Qatar Middle East Co.) beschäftigte Bauarbeiter legten im November 2014 aus Protest gegen die Missachtung ihrer Arbeitsverträge und Hungerlöhne die Arbeit nieder. Die Arbeiter hatten vor der Abreise aus ihren Heimatländern Verträge unterschrieben, die bei ihrer Ankunft in Katar zerrissen wurden. Darüber hinaus hatte man ihnen ihre Pässe abgenommen. Anschließend wurden sie gezwungen, für Löhne zu arbeiten, die ein Drittel geringer waren als die, die man ihnen versprochen hatte. Augenzeugen haben berichtet, dass ein Aufseher Beschäftigte mit einem Plastikrohr angegriffen habe, als die Polizei mit den Festnahmen begann. Es wird vermutet, dass die Verhafteten in das berüchtigte Haftzentrum von Doha gebracht wurden, wo ausländische Arbeitskräfte vor ihrer Deportation häufig in Isolationshaft festgehalten werden.

Keine Rechte für Gastarbeiter14-08-2013

Wanderarbeitskräfte machen inzwischen rund 94%, d.h. etwa 1,2 Millionen Beschäftigte, der katarischen Erwerbsbevölkerung aus, und diese Zahl wird im Zuge der Vorbereitungen auf die Fußball-WM 2022 weiter ansteigen, da zahlreiche neue Beschäftigte in das Land geholt werden, größtenteils aus Südasien, um die erforderliche Infrastruktur und die Stadien zu bauen. Wie viele andere Arbeitsmigranten in der Golfregion auch sind sie erheblichen diskriminierenden Maßnahmen und Praktiken ausgesetzt, mit denen ihre grundlegenden Menschen- und Arbeitnehmerrechte verletzt werden, einschließlich des Rechtes auf Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
. Selbst katarische Staatsangehörige verfügen nur über begrenzte diesbezügliche Rechte.

Zahlreiche Beschäftigte sind aufgrund kategorischer gesetzlicher Bestimmungen von der Gründung einer Gewerkschaft und von einem Gewerkschaftsbeitritt ausgenommen. In der Praxis sind mehr als 90% der Gesamtarbeitnehmerschaft des Landes von der Wahrnehmung des Rechtes auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften ausgeschlossen.

„Konstituierender Arbeitsausschuss“ erweckt kein großes Vertrauen30-11-2010

Im Dezember berichteten die lokalen Medien über die Absicht der Behörden, einen „konstituierenden Arbeitsausschuss" einzurichten, der die erste Phase auf dem Weg zur Gründung eines Gewerkschaftsbundes sein solle und die Aufgabe habe, die Arbeitnehmerrechte zu schützen. Die 50 Mitglieder des Ausschusses sollen die Beschäftigten sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor vertreten. Unterdessen deutet nichts darauf hin, dass die Beschäftigten auch nur das geringste Mitspracherecht bei der Ernennung dieser „Vertreter“ haben werden. Vielmehr sieht es so aus, als würde dieser Ausschuss der Kontrolle der Regierung unterstehen.

Hausangestellte von Arbeitsgesetzen ausgeschlossen25-01-2011

In Katar sind rund 132.000 weibliche ausländische Hausangestellte beschäftigt. Sie sind noch weniger vor Ausbeutung geschützt als andere Gruppen von Beschäftigten, da die Arbeit in Privathaushalten ausdrücklich von den Arbeitsgesetzen ausgeschlossen ist.

Keine Mitgliedschaft für katarische Journalisten in unabhängigen Organisationen 30-04-2009

Im Mai 2009 lehnte die Internationale Journalisten-Förderation (IJF) die Teilnahme an Feierlichkeiten zur Pressefreiheit ab, die von der UNESCO und der katarischen Regierung organisiert wurden. „Diese Feierlichkeiten werden in einem Land organisiert, das ein internationales Zentrum für die Freiheit der Medien unterstützt, sich aber weigert, den örtlichen Journalisten das Recht auf Gründung einer eigenen Organisation oder einer unabhängigen Gewerkschaft zu gewähren“, betonte die IJF.

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