3 – Regelmäßige Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

Chile

Die Mitgliedsorganisation des IGB in Chile ist die Central Unitaria de Trabajadores de Chile (CUT).

Praxis

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Entlassungen und andere gewerkschaftsfeindliche Praktiken bei Sodimac20-02-2017

Vom 11. Januar 2017 bis zum 20. Februar 2017 entließ Sodimac 345 Mitarbeiter, die im November 2016 an einem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
teilgenommen hatten. Die Arbeitnehmer verklagten das Unternehmen wegen gewerkschaftsfeindlicher Entlassungen, weil Sodimac nach ihrer Entlassung andere Beschäftigte für die Neubesetzung ihrer Arbeitsplätze einstellte, obwohl angeblich betriebsbedingte Entlassungen vorgenommen hatten. Am 20. Juli 2017 entschied das Erste Kammer des Arbeitsgerichts von Santiago zu Gunsten der entlassenen Arbeitnehmer. Das Gericht verurteilte das Unternehmen zu einer Entschädigung von mehr als 266 Mio. USD sowie zu einer Geldbuße wegen Rückfälligkeit in gewerkschaftsfeindliche Praktiken.

Gewerkschaftsfeindliche Entlassungen bei El Mercurio zur Verhinderung von Tarifverhandlungen27-02-2017

Am 27. Februar 2017 entließ das Unternehmen El Mercurio unmittelbar vor Beginn von Tarifverhandlungen 104 Mitglieder der Central-Gewerkschaft und der Betriebsgewerkschaft Betriebsgewerkschaft Damit kann entweder eine Unternehmensgewerkschaft oder eine gelbe Gewerkschaft gemeint sein N°3 (51% der Mitglieder). Die Betroffenen wurden vom Sicherheitspersonal im Werksbus identifiziert, der sie zum Unternehmen beförderte, und es wurde ihnen mitgeteilt, daß sie keinen Zutritt zum Betriebsgelände hätten, weil sie entlassen worden seien. 75 Beschäftigte machten vor Gericht ihre Ansprüche geltend, und im September 2017 reichten Gewerkschaftsführer eine formelle Beschwerde gegen das Unternehmen wegen gewerkschaftsfeindlicher Praktiken bei der Internationalen Arbeitsorganisation ein.

Polizeigewalt gegen Proteste von Zollbediensteten24-05-2017

Am 24. Mai 2017 demonstrierten die Mitglieder der nationalen Gewerkschaft der Zollbediensteten (ANFACH) und wurden einer übermäßigen Gewalt öffentlicher Einsatzkräfte ausgesetzt. Am 19. Juni 2017 reichten ANFACH, die Gewerkschaft der Beschäftigten der Steuerverwaltung (ANEF) und der nationale Gewerkschaftsdachverband Gewerkschaftsdachverband Dachorganisation auf nationaler, regionaler oder Bezirksebene, die sich aus ihren Mitgliedsgewerkschaften zusammensetzt; bezeichnet häufig einen Verband oder Dachverband eines Landes. (CUT) beim Internationalen Arbeitsamt gegen den Staat Chile eine Klage wegen gewerkschaftsfeindlicher Praktiken ein.

Gewerkschaftsfeindliche Praktiken zur Beendigung eines Streiks bei H&M30-05-2017

Am 30. Mai 2017 traten 439 Beschäftigte der H&M-Gewerkschaft in den Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
, in dessen Verlauf das Unternehmen eine Reihe gewerkschaftsfeindlicher Maßnahmen ergriff, darunter Anreize für Beschäftigte anzubieten, die weiterarbeiteten, Aufzeichnungen von streikenden Beschäftigten und Androhung von Kündigungen.

Willkürliche Verweigerung des Streikrechts in 102 Unternehmen01-08-2017

Am 1. August 2017 beschlossen die Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Verteidigung im Rahmen der Arbeitsreform, 102 Unternehmen den Status strategischer Unternehmen zuzuweisen, was bedeutet, daß ihre Beschäftigten für die nächsten zwei Jahre kein Streikrecht haben. Vierzehn Gewerkschaften haben beim Berufungsgericht Beschwerde eingelegt und angekündigt, dass sie, wenn ihre Beschwerden nicht bearbeitet werden, den Verfassungsgerichtshof anrufen oder sich an internationale Gremien wenden werden, um ihr Streikrecht wiederzuerlangen. Die von der Regierung veröffentlichte Liste entzieht u. a. Beschäftigten von Unternehmen im Energie- und Gesundheitssektor das Streikrecht.

Gewerkschafter bei Diario Financiero entlassen 30-05-2016

Am 6. Januar 2015 meldete die Gewerkschaft Sindicato N° 1 de Ediciones Financieras S.A. (Diario Financiero), dass das Unternehmen mit der Begründung finanzieller Schwierigkeiten zehn Beschäftigte des Finanzblattes Diario Financiero entlassen habe. 80 % der Entlassenen waren Mitglieder der Gewerkschaft. Laut der Gewerkschaft liegt es auf der Hand, dass es hier nicht nur um wirtschaftliche Anpassungen ging, sondern die Maßnahme weist eine ausgeprägte antigewerkschaftliche Komponente auf, zumal die Gewerkschaft für das Jahr 2015 Kollektivverhandlungen mit dem Unternehmen aufgenommen hatte.

Polizei geht gegen streikende Bergarbeiter vor30-07-2015

Am 24. Juli 2015 wurde der Arbeiter Nelson Quichillao López am Stadtrand von El Salvador von Sondereinsatzkräften erschossen. Ein anderer Arbeiter, Rodrigo Vásquez Salazar, wurde schwer verletzt.

Angaben der Gewerkschaft Confederación de Trabajadores del Cobre (CTC) zufolge wurden die Sondereinsatzkräfte entsandt, um den friedlichen Protest der streikenden Bergarbeiter zu beenden.

Zu dem landesweiten Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
war aufgerufen worden, nachdem sich Coldeco geweigert hatte, über eine Rahmenvereinbarung zu verhandeln, um die Arbeitsbedingungen der Zeitarbeitskräfte und der Beschäftigten von Unterauftragnehmern, die der CTC angehören, zu verbessern.

Starbucks verhandelt nicht in gutem Glauben mit Gewerkschaft24-10-2013

Im Oktober, als Starbucks Rekordgewinne verkündete, lehnte das Unternehmen sämtliche Forderungen der Gewerkschaft seiner Beschäftigten ab, darunter auch einen Tarifvertragsentwurf.

Mit der Behauptung, dass seine Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt würde, erklärte das Unternehmen, dass es grundlegende Leistungen für die Arbeitnehmer/innen, d.h. Zulagen für Fahrtkosten und Zwischenmahlzeiten sowie die den Beschäftigten zustehenden bezahlten Krankheitstage, nicht bezahlen könne.

Die meisten der Beschäftigten sind jung und unter 25 Jahre alt und werden in der Geschäftsordnung des Unternehmens ironischerweise als „Partner“ bezeichnet.

Starbucks vertritt die Ansicht, dass „Gewerkschaften unnötig“ und gewerkschaftliche Organisation ein Synonym für „Verrat und Misstrauen gegenüber der Geschäftsleitung“ sind.

Das Unternehmen setzt sämtliche Hebel in Bewegung, um den Tarifprozess zunichtezumachen und hält die Arbeitnehmer/innen durch Einschüchterungsmaßnahmen und unmittelbare Vergeltungsmaßnahmen davon ab, der Gewerkschaft beizutreten.

Bereits viermal wurde das Unternehmen im Jahr 2012 wegen Verletzung von Gewerkschaftsrechten verurteilt und der Oberste Gerichtshof Chiles bestätigte kürzlich das Urteil eines Berufungsgerichts, das ein Bußgeld von 50.000 USD gegen Starbucks verhängt sowie die Aushandlung eines Tarifvertrags mit der Gewerkschaft angeordnet hatte.

Delta Airlines ersetzt streikende Beschäftigte31-12-2012

Die Beschäftigten von Delta Airlines streikten im Dezember 2012 für bessere Arbeitsbedingungen und um ein Ende der Arbeitnehmerrechtsverletzungen und des übermäßigen Drucks zu fordern. Die Fluggesellschaft stellte neue Beschäftigte ein, um die Streikenden zu ersetzen.

Kurierdienst droht organisierten Beschäftigten31-03-2013

Im März 2013 verschaffte sich der Kurierdienst Servicios Integrales de Cobranzas y Correspondencia nach der Gründung einer Gewerkschaft über die Arbeitsaufsicht Arbeitsaufsicht Eine Behörde, die für die Einhaltung der Arbeitsgesetze und der gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitnehmerschutz zuständig ist und zu diesem Zweck Betriebsinspektionen durchführt. Zugang zu gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten, von denen mehrere entlassen oder mit Versetzung bedroht wurden.

Repressionen gegen streikende Callcenter-Beschäftigte31-01-2013

Im Januar 2013 ging die Polizei gewaltsam gegen protestierende Beschäftigte des Callcenters Unisono vor, die berichteten, dass Tränengas innerhalb des Gebäudes eingesetzt worden sei und Beschäftigte bei der Evakuierung des Gebäudes verprügelt worden seien.

Gewerkschaftsführer von der Polizei verprügelt31-03-2013

Im März 2013 wurde Enrique Solar Lagos, ein führender Vertreter der Hafenarbeitergewerkschaft von Mejillones (Sindicato de Muellaje SVTI), mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert, nachdem er während einer Streikpostenaktion zur Untermauerung der Forderung nach Mittags- und Toilettenpausen für die Beschäftigten von der Polizei verprügelt worden war.

Chilenischer Gewerkschaftsführer erschossen28-02-2013

Am 21. Februar wurde Juan Pablo Jiménez, ein Beschäftigter des Elektrounternehmens Azeta, erschossen, als er sich auf dem Weg zu seinem Büro bei dem Unternehmen befand. Er wurde von Kollegen gefunden, die ihn zum Rettungsdienst brachten. Als er dort ankam, wurde er jedoch für tot erklärt. Laut Polizei, die die Straftat untersuchte, wurde Juan Pablo durch einen Schuss aus einem Wohngebiet in der Nähe des Betriebsgeländes getötet. Juan Pablo Jiménez war Vorsitzender der Gewerkschaft Nr. 1 bei dem Betrieb und Vorsitzender der Subunternehmervereinigung Chilectra. Am 22. Februar sollte er an einer Anhörung teilnehmen, um gegen die anhaltenden gewerkschaftsfeindlichen Praktiken des Unternehmens zu protestieren.

Walmart in Chile gegen Tarifverhandlungen16-08-2013

Als Walmart im Juli 2013 mit einem offiziellen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
konfrontiert wurde und um den Forderungen der Beschäftigten nicht nachgeben zu müssen, drohte das Unternehmen mit Entlassungen. Das einzige Zugeständnis, zu dem es sich bereit erklärte, war eine Erhöhung der Löhne um 159 Chilenische Pesos (31,8 US-Cent).

107 Strafen gegen Unternehmen wegen gewerkschaftsfeindlicher Praktiken verhängt31-12-2011

Im Jahr 2011 verhängte die chilenische Arbeitsgerichtsbarkeit 107 Strafen gegen Unternehmen wegen gewerkschaftsfeindlicher Praktiken. Am häufigsten wurde hierbei von den chilenischen Arbeitsgerichten die rechtswidrige Entlassung von Gewerkschaftsführern/innen geahndet, die trotz des für sie geltenden Kündigungsschutzes entlassen worden waren. Die betreffenden Unternehmen erhielten nicht nur eine Geldstrafe, sondern wurden auch auf eine öffentliche Liste der wegen gewerkschaftsfeindlicher Praktiken belangten Unternehmen gesetzt und für die Dauer von zwei Jahren aus dem Vergabesystem für öffentliche Aufträge gelöscht. Der chilenische Gewerkschaftsdachverband Gewerkschaftsdachverband Dachorganisation auf nationaler, regionaler oder Bezirksebene, die sich aus ihren Mitgliedsgewerkschaften zusammensetzt; bezeichnet häufig einen Verband oder Dachverband eines Landes. CUT beklagt jedoch, dass viele der gerichtlich belangten Unternehmen ihre Geldstrafe zwar bezahlen, dann aber ihre gewerkschaftsfeindlichen Praktiken unbeeindruckt fortsetzen.

Bergbauunternehmen „Barrick Gold“ erteilt Tarifverhandlungen eine Absage15-02-2011

Im Februar 2011 rief die Unternehmensgewerkschaft Unternehmensgewerkschaft Eine Gewerkschaft, die nur in einem bestimmten Unternehmen Mitglieder hat, manchmal als Betriebsgewerkschaftbezeichnet; nicht zu verwechseln mit einer gelben Gewerkschaft. des von „Barrick Gold“ abhängigen Vertragsunternehmens „Consorcio Punta Colorada“ die Beschäftigten dazu auf, ihre Arbeit niederzulegen, nachdem sich das Unternehmen geweigert hatte, mit der Gewerkschaft über bessere Arbeitsbedingungen und Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit am Arbeitsplatz zu verhandeln. Die Beschäftigten im Bergbau arbeiten allgemein unter sehr schwierigen Bedingungen. Die Gewerkschaft möchte mit dem Bergbauunternehmen „Barrick Gold“ verhandeln, da alle den Forderungskatalog betreffenden Entscheidungen letztendlich von diesem Unternehmen abhängen. Das Bergbauunternehmen weigert sich jedoch beharrlich, seine Verpflichtungen im Hinblick auf die Arbeitnehmerrechte anzuerkennen.

Wäschehersteller „Lencería Antonella“ verweigert Tarifverhandlungen31-12-2011

Im Dezember 2011 organisierte der Gewerkschaftsverband „Federación de Sindicatos Complementos Chile“ eine achttägige Protestaktion gegen den Wäschehersteller „Lencería Antonella“. Auslöser für diese Protestaktion war die Weigerung des Unternehmens, bestimmte Aspekte der dort herrschenden Arbeitsbedingungen zum Thema von Tarifverhandlungen zu machen. Die Gewerkschaft verlangt von dem Unternehmen u.a. pünktliche Lohnzahlungen und die Erfüllung seiner arbeitsrechtlichen Verpflichtungen.

Bestrafung von doppelt so vielen Unternehmen wegen gewerkschaftsfeindlicher Praktiken30-11-2009

Das Ministerium für Arbeit teilte mit, dass die Zahl der Unternehmen, denen für ihre gewerkschaftsfeindlichen Praktiken Strafen auferlegt wurden, in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 von 19 auf 32 gestiegen ist. Die am häufigsten sanktionierten Branchen waren Handel, Industrie und Sicherheit. Die Druckerei Printax S.A. und die Privatschule Helénico waren dagegen die Unternehmen, denen wegen illegaler Entlassung von Arbeitnehmern mit Gewerkschaftsimmunität die höchsten Strafen auferlegt wurden. Neben der Verhängung von Geldbußen umfasst die Bestrafung aber auch die Löschung des Unternehmens aus dem Vergabesystem öffentlicher Aufträge und den dementsprechenden Auswirkungen für das Unternehmen als Dienstleister des Staates. Eine weitere Strafe besteht in der Auferlegung einer Entschädigungszahlung an die betroffenen Arbeitnehmer.

Maßnahmen zur Destabilisierung von Arbeitsverträgen und Verhinderung der gewerkschaftlichen Organisation30-11-2009

Auch 2009 wurde das Outsourcing Outsourcing vgl. Contracting Out häufig von öffentlichen und privaten Arbeitgebern genutzt, um die Rechte von Arbeitnehmern zu verletzen, die Pflichten ihnen gegenüber zu missachten und ihre gewerkschaftliche Organisation zu verhindern. Mindestens zwei Drittel der Arbeitnehmer in den Metall verarbeitenden Betrieben arbeiten in unsicheren Arbeitsverhältnissen, in denen ihnen angemessener sozialer Schutz, faire Arbeitsbedingungen und das Recht auf gewerkschaftliche Vereinigung verwehrt wird.

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