5 – Rechte nicht garantiert
Der Globale Rechtsindex des IGB

Kolumbien

Die Mitgliedsorganisationen des IGB in Kolumbien sind die Central Unitaria de Trabajadores (CUT), die Confederación de Trabajadores de Colombia (CTC) und die Confederación General del Trabajo (CGT).

Praxis

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Drohungen gegenüber Vorständen von Anthoc in Barranquilla01-03-2016

Am 1. März 2016 erhielten die Gewerkschaftsvorstände der Asociación Nacional Sindical de Trabajadores (Anthoc) in Barranquilla, Héctor Alvis, Heriberto Tovar, Alberto Marquez, Osiris Fernández, Juan de la Torre, Esquide Sandoval, Victor Dirruyeiro und Napoleón Nugo am Sitz der Gewerkschaft eine Schachtel, die den Kopf eines Hundes und eine Drohung enthielt. Für Heriberto Tovar, dem Vorsitzenden der gewerkschaftlichen Unterdirektion, dessen Name ebenfalls auf dem Zettel stand, besteht kein Zweifel daran, dass die Drohungen eine Antwort auf den Kampf sind, den die Gewerkschaft aufgrund der Formalisierung von Beschäftigung im Gesundheitssektor von Atlántico durch Anzeigen und Beschwerden bei Stellen der Justiz und beim Arbeitsministerium losgetreten hatte. Dabei handelt es sich um Anzeigen gegen die Vergabe von Arbeit an Subunternehmen, konkret in 24 Krankenhäusern des öffentlichen Netzes der Gemeinden des Departements, wo die Einstellungen auch weiterhin über den rechtswidrigen Einsatz sogenannter SAS und Cooperativas de trabajo asociado (Arbeitergenossenschaften) erfolgt. Ferner wurden Klagen wegen Korruptionsvorfällen eingereicht, die die Ressourcen im Gesundheitswesen geschmälert haben.

Antigewerkschaftliche Praktiken in der Clínica las Vegas01-04-2016

Im Januar 2016 nahm die Gewerkschaft Sindicato de Trabajadores de la Salud y la Seguridad Social (SINTRASASS) das Tarifverhandlungsverfahren mit der Clínica Las Vegas auf. In der Phase der direkten Absprachen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer/innen konnte keine Einigung erzielt werden, weshalb die Clínica Las Vegas vor der Abstimmung über Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
oder Streitschlichtung unter den Beschäftigten ein Dokument an die Mitarbeiter/innen verteilte, in dem es hieß, dass diejenigen, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind oder aus der Gewerkschaft austreten, eine Lohnerhöhung erhalten würden. Ab diesem Moment und im Laufe der darauffolgenden drei Monate verlor die Gewerkschaft 20 % ihrer Mitglieder. Der Stand ging von 135 Mitgliedern im Januar 2016 auf 108 Mitglieder im April 2016 zurück. Dabei blieb nicht unbemerkt, dass alle Kündigungen dasselbe Format hatten und nicht der Gewerkschaft ausgehändigt wurden, sondern allesamt im Dokumentationszentrum der Klinik hinterlegt waren.

Ungewöhnliches Interesse am Erhalt von gewerkschaftlichen Informationen 04-04-2016

Am 4. April 2016 erhielt die Universität Tolima einen Brief vom Senator der Republik Guillermo Santos Marín, in dem der Rektor Herman Muñoz Nungo um detaillierte Informationen über die Personen gebeten wird, die Mitglieder der Gewerkschaft der Universität sind, sowie die Namen derer, die sich innerhalb der letzten fünf Jahre der Gewerkschaft angeschlossen haben. Der Senator Guillermo Santos Marín hatte gegenüber der Bildungseinrichtung keinerlei abwehrende oder fördernde Haltung, weshalb sein ungewöhnliches Interesse am Erhalt gewerkschaftlicher Informationen unbegreiflich ist.

Drohungen gegen Mitglieder der Sintramienergética 20-04-2016

Am 20. April 2016 gingen Drohungen gegen den Vorstand der nationalen Gewerkschaft Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria Minera, Petroquimica, Agrocombustibles y Energetica (Sintramienergética), Sektion La Jagua de Ibirico, sowie auch gegen Mitglieder des nationalen Vorstands der Gewerkschaft und Vorstandsmitglieder ein, unter anderem Alfredo Tovar, Ricardo Machado, Gustavo Benjumea, Álvaro Rincón und Wilder Martínez. Die Drohungen gingen inmitten eines Tarifverhandlungsprozesses ein, als die Gewerkschaft den Forderungskatalog verabschiedet hatte, um ihn dem transnationalen Unternehmen Glencore, vertreten durch Carbones de la Jagua, vorzulegen. Das Unternehmen fördert in diesem Gebiet des Landes zusammen mit dem Bergbaukonsortium Consorcio Minero del Cesar C.M.U. Kohle.

Drohungen gegen Mitglieder der Sintrainal in Bugalagrande20-04-2016

In Bugalagrande, Valle, wurden am 20. April 2016 Flugblätter verteilt, in denen die Selbstverteidigungsgruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia verschiedene Gewerkschaftsorganisationen und -führer zu Angriffszielen erklärten, darunter die Sinaltrainal und mehrere ihrer Mitglieder: Javier Correa, Edgar Páez, Diego Rodríguez, Rafael Esquivel, Onofre Esquivel, Mauricio Valencia Tamayo Wilson Riaño, Álvaro Varela. In dem Flugblatt werden auch die CUT Valle, Anthoc, Sutep, Wilson Sáenz und José Sánchez genannt.

Drohungen gegen Mitglieder von Anthoc, Sektion Santander-Nord10-05-2016

Am 17. Februar 2016 wurde Aristides Hernandez Duarte, der als Vorsitzender der Nationalen Gewerkschaft Asociación Nacional Sindical de Trabajadores (Anthoc), Unterdirektion Santander Nord, fungiert, von der paramilitärischen Gruppe Los Rastrojos Comando Urbanos, gedroht. Am 11. April erhielt er eine Drohung von der bewaffneten Gruppe Clan Usuga. Zu dieser Drohung kam es im Zusammenhang mit einer Reihe von Anzeigen, die Arístides in Anbetracht der Korruption in Verbindung mit der Einstellung neuer Geschäftsführer und von neuem Dienstleistungspersonal in verschiedenen sozialen Staatsunternehmen eingereicht hatte. Am 9. Mai 2016 erhielten Arístides und Germán Orlando González Gelves, ebenfalls Gewerkschaftsführer von Anthoc in der Geschäftsstelle Santander Nord, erneut Drohungen.

Schüsse am Gewerkschaftssitz in Cartagena de Indias06-05-2016

Am 6. Mai 2016 fand am Sitz der Gewerkschaft Sindicato Único de Trabajadores de la Industria de los Materiales de Construcción (Sutimac) im Stadtviertel Barrio Nuevo Bosque von Cartagena de Indias ein bewaffneter Angriff statt. Zu jenem Zeitpunkt nahmen Manuel Fernández Leguia, Generalsekretär der Sutimac, Vorsitzender der Geschäftsstelle Cartagena und stellvertretender Vorsitzender der CUT Bolívar, Ricardo Escobar, Vorstand Sutimac Cartagena und Jorge Álvarez, Vorsitzender der Geschäftsstelle Cartagena und nationaler Schatzmeister von Sintrasodexo, an einer Sitzung unter mehreren Gewerkschaften teil. Am Sitz der Gewerkschaft befanden sich ferner die politische Leiterin der Unión Patriótica, Imelda Cotes Daza, die mit einer Gruppe junger Menschen Friedenserziehung durchführte. Bei dem Angriff wurde der Begleitschutz von Manuel Fernández, Donaldo Chisica Franco, verletzt, der ebenfalls der Sinproseg und der Unsintraseg angeschlossener Gewerkschafter ist.

Tränengas und Schüsse bei einer Demonstration in Puerto Cayao31-07-2016

Im Juli 2016 führten 700 Beschäftigte des Unternehmens SACYR Colombia E.U. mit Hilfe der Gewerkschaft Unión Sindical Obrera de la Industria del Petróleo (USO) in Puerto Cayao, Cartagena, einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
gegen das Unternehmen durch. Sie forderten die Wahrung der Arbeitnehmerrechte. Fünf Tage später wurde zusammen mit anderen Arbeitnehmern der Region die Durchführung einer Mobilisierung beschlossen. Zielpunkt der Mobilisierung war ein Ort, an dem sich eine andere Gruppe Arbeitnehmer befand, die die Ankunft der anderen erwartete, um eine Mahnwache abzuhalten. Aber nach kaum 500 Metern wurden sie von Beamten der Bereitschaftspolizei und der nationalen Polizei mit Tränengas, Betäubungsbomben und Schüssen angegriffen und zurückgeschlagen.

Drohungen gegen den Vorstand der USO in Cartagena 09-08-2016

In Cartagena, Bolívar, erhielt der Gewerkschaftsverband Unión Sindical Obrera de la Industria del Petróleo (USO) am 9. August 2016 eine kollektive Drohung seitens der Selbstverteidigungsgruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia. Die Gewerkschafter wurden aufgrund ihrer Arbeit zugunsten des Friedens zu Angriffszielen erklärt.

Übermäßiger Polizeieinsatz zur Unterdrückung eines gewerkschaftlichen Protests von Lehrkräften30-08-2016

Im August 2016 starteten 7.000 Mitglieder des Lehrerverbands Asociación de Institutores del Cauca (ASOINCA) aufgrund des ihnen zustehenden mangelhaften Gesundheitsdienstes eine unbefristete Arbeitsniederlegung. Im Rahmen dieses Streiks, der 27 Tage dauerte, fanden mehrere Mobilisierungen statt, an denen Schüler und Mitglieder der allgemeinen Gemeinschaft teilnahmen. Während dieser Mobilisierungen fanden merhere Übergriffe der Polizeikräfte statt. Die Demonstranten denunzierten den übermäßigen Einsatz von Gewalt seitens der nationalen Polizei und der Bereitsschaftspolizei (ESMAD).

Drohungen und Angriff auf Führer der USO13-09-2016

Am 13. September 2016 wurde Alexander Castro Peñaloza, Leiter der Gewerkschaft Unión Sindical Obrera de la Industria del Petróleo (USO), Geschäftsstelle Zentrum, Opfer eines Angriffs, als er sich in einer Sitzung mit den Beschäftigten eines Subunternehmens befand. Kurz zuvor hatten er sowie auch John Alexander Rodríguez Quintero, Führer der USO (Nationaler Vorstand), Drohungen erhalten.

Angriffe auf das Leben von Gewerkschaftsführern der SINDESS23-09-2016

Am 22. September 2016 wurde Libaniel Franco Castañeda, Schatzmeister der Gewerkschaft Sindicato Nacional de la Salud y la Seguridad Social (SINDESS), Dagua, Opfer eines Angriffs, als bewaffnete Männer auf das Auto schossen, in dem er sich befand. Da der Gewerkschafter sowie auch andere Kollegen des medizinischen Zentrums bereits Drohungen erhalten hatten, war er Teil eines Sicherheitsprogramms.

Drohungen gegenüber Mitgliedern von ASTDEMP21-10-2016

Im Oktober 2016 zeigte der Verband Asociación Santandereana de Servidores Públicos (ASTDEMP) das Missmanagement in Bezug auf öffentliche Mittel, Mobbing am Arbeitsplatz und gewerkschaftliche Verfolgung an. Am 21. Oktober 2016 erhielt der Vorsitzende der ASTDEMP-Unterdirektion Barrancabermeja, César Pabón, über sein Handy eine Textnachricht mit einer Todesdrohung gegenüber den Gewerkschaftern aufgrund der von ihnen erstatteten Anzeigen. Es hieß, sie seien zu strategischen Zielen erklärt worden.

Willkürliche Verhaftungen während eines Protests in San Martín26-10-2016

Am 26. Oktober 2016 erklärten sich die Gemeinden von San Martin, Cesar, im Bürgerstreik als Protestmaßnahme gegen die Anwendung der Technologie des Hydraulic Fracturings oder Frackings, eines für die Gesundheit und die Umwelt schädlichen Verfahrens zur Gewinnung von Kohlenwasserstoffen. Um den Protest aufzulösen, ging die Bereitschaftspolizei (ESMAD) gegen die Teilnehmer vor und sorgte für mehrere Verletzte. Ferner wurden 10 willkürliche Verhaftungen vorgenommen, darunter der Gewerkschaftsführer der USO der Sektion Meta, Moisés Barón, der am nächsten Tag wieder freigelassen wurde.

Gewerkschaftsfeindliche Entlassungen bei Sparta Minerals SAS23-11-2016

Im November 2016 entließ das Unternehmen Sparta Minerals SAS, Inhaberin der Mine Nechí, im Genzgebiet zwischen Amagá und Fredonia (Antioquia) sechs Beschäftigte, die die Gewerkschaft Unión Sindical Minera del Suroeste Antioqueño (Usmis) gebildet hatten, um sich vor den Ausschreitungen dieses Unternehmen zu schützen. Das Unternehmen ist seit Dezember 2014, als es die Mine von Sator, einer Tochtergesellschaft der in mehreren Ländern Lateinamerikas tätigen Gruppe Argos übernommen hatte, in der Region präsent. Die sieben Arbeitnehmer erhielten einen Brief, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass das Unternehmen ihre Dienste nicht mehr benötige, weshalb sie, kaum drei Tage nachdem sie die Gewerkschaft gebildet hatten, unter Auszahlung der ihnen gesetzlich zustehendenden Abfindung ohne zulässigen Grund entlassen wurden. Es liegt auf der Hand, dass es sich um eine Vergeltungsmaßnahme handelt, da die sieben Entlassenen Mitglieder des Vorstands der Gewerkschaft, darunter auch der Vorsitzende, sind.

Gewerkschaftsfeindliche Entlassungen im mexikanischen Verlag Fondo de Cultura Económica 23-11-2016

Im November 2016 entließ der mexikanische Verlag Fondo de Cultura Económica (FCE) an seinem Hauptsitz in Bogotá sechs Mitarbeiter fristlos, einen Tag, nachdem sie der Gewerkschaft Sintraongs beigetreten waren. Die Arbeitnehmer von FCE begannen kurz nach Eintritt des neuen, aus Mexiko entsandten Geschäftsführers, der betriebliche Änderungen auferlegte und eine Arbeitspolitik einführte, die sich durch erhöhten Druck auf die Beschäftigten bemerkbar machte, damit sie ihre Leistungen und die Verkäufe verbessern, Mobbing zu spüren. Dies erzeugte Angst und ein schlechtes Arbeitsklima. Zudem strich er auch den vor langer Zeit festgelegten Jahresendbonus. Am nächsten Tag erhielten die sechs gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten Briefe von der Geschäftsleitung, in denen ihnen mitgeteilt wurde, dass ihre Arbeitsverhältnisse aufgrund einer angeblichen betrieblichen Umstrukturierung beendet würden. Für Sintraongs besteht kein Zweifel daran, dass es sich um eine eindeutig gewerkschaftsfeindliche Maßnahme handelt, da die einzigen, die im Zuge dieser angeblichen betrieblichen Umstrukturierung entlassen wurden, diese sechs waren, die sich gewerkschaftlich organisiert hatten. Außerdem wurden die sechs Stellen zur Neubesetzung ausgeschrieben. Die Ironie dabei ist, dass der Verhaltens- und Ethikkodex von FCE von seinen Mitarbeitern verlangt, die Menschenrechte zu achten und zu fördern.

Gewerkschaftsfeindliche Entlassungen und Gewalt bei Petromil 06-12-2016

Zehn Beschäftigte des multinationalen Unternehmens Petromil in El Crucero, Gemeinde Sahagún, Córdoba, die beschlossen, sich der Gewerkschaft Unión Sindical Obrera de la Industria del Petróleo (USO) anzuschließen, wurden unter Verstoß gegen sämtliche Rechtsvorschriften fristlos entlassen. Einige wurden sogar telefonisch über ihre Entlassung informiert. Dies führte zu einer Protestmaßnahme, die 51 Tage lang anhielt und bei der es zu konstanten Mobilmachungen kam. Am 3. Dezember 2016 wurden auf Antrag des Bürgermeisters von Sahagún, der städtischen Inspektorin und des Polizeikommandanten die Gemeinschaft und die Arbeitnehmer, die an der genannten Aktion teilnahmen, durch Kräfte der Bereitschaftspolizei (Escuadrón Móvil Antidisturbios (ESMAD)) vertrieben.

Drohungen gegenüber Gewerkschaftsorganisationen in Cali 12-12-2016

In Cali, Valle, wurde am 12. Dezember 2016 verschiedenen sozialen und gewerkschaftlichen Organisationen gedroht, darunter CUT, Sintraunicol, Sintrahospiclinicas, CGT und Sintraemcali, und zwar mittels einer schriftlichen Nachricht von Seiten der Selbstverteidigungsgruppe Autodefensas Gaitanistas de Colombia. In der Nachricht wurde Bezug genommen auf die Arbeit, die diese Organisationen im Hinblick auf pädagogische Arbeit und Unterstützung des Friedensprozesses zwischen der Regierung und den Farc-EP geleistet haben.

Gewerkschaftsfeindlichkeit beim Lebensmittelunternehmen Ramo30-12-2016

Während des Jahres 2016 war in dem Werk des Lebensmittelunternehmens Ramo in Mosquera im Departement Cundinamarca ein Ortsverband der kolumbianischen Gewerkschaft für die Bäckereibranche (SINALTRABIMBO) vertreten, den der Arbeitgeber mit verschiedenen gewerkschaftsfeindlichen Mitteln versuchte, zu zerschlagen. Die Gewerkschaftsvorsitzende wurde kontinuierlich gemobbt, was Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit hatte und sie schließlich zum Verlassen des Betriebes und damit der Gewerkschaft veranlasste. Nachdem die Gewerkschaft dadurch bereits geschwächt war, leitete das Unternehmen gerichtliche Schritte ein, um der SINALTRABIMBO in Mosquera ihre Rechtsstellung zu entziehen. Obwohl sich Ramo damit nicht durchsetzen konnte, hatten die Maßnahmen des Unternehmens bereits die erwünschte Wirkung erzielt. Nahezu alle Beschäftigten waren aus der Gewerkschaft ausgetreten, so dass ihr die Existenzgrundlage fehlte. Während des Jahres 2015 hatte das Unternehmen bereits einen Konkurs vorgetäuscht, um sich der Gewerkschaftsmitglieder zu entledigen.

Ungerechtfertigter Einbehalt des Gewerkschaftsbeitrags von Asefinco30-12-2016

Im Jahr 2016 wandte ein Bankzentrale kleiner Händler den automatischen Rabatt auf den Gewerkschaftsbeitrag für die Beschäftigten, die der Asociación Sindical de Empleados Bancarios del Sector Financiero Colombiano (Asefinco) angeschlossen sind, an, überwies der Gewerkschaft aber nur knapp 70 % des Betrages. Die Gewerkschaft hat die Listen und die Belege über die Abzüge angefordert, um diesen unrechtmäßigen Einbehalt gerichtlich nachweisen zu können, doch das Unternehmen hat sich geweigert, die genannten Informationen zu liefern.

Angriffe auf das Leben, die Freiheit und die Integrität von Gewerkschaftern in Kolumbien31-12-2016

Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2016 wurden mindestens 266 Fälle von Angriffen auf das Leben, die Freiheit und die Integrität von Gewerkschaftern in Kolumbien gemeldet, darunter 19 Morde, 17 Angriffe mit oder ohne Verletzungen und 186 Drohungen. Trotz der zur Bekämpfung der gegen Gewerkschaften gerichteten Gewalt ergriffenen Maßnahmen sind die Gewerkschaftsorganisationen auch weiterhin Opfer von Gewalt. Im Jahr 2016 setzte sich die Tendenz des Rückgangs der gegen Gewerkschaften gerichteten Gewalt, die in den letzten Jahren zu verzeichnen war, weiter fort, doch war ein Anstieg um 31 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen und die dokumentierten Fälle sind zahlreich und besorgniserregend. Eine vorläufige Analyse der Fälle zeigt, dass einige der Drohungen in Zusammenhang mit Gegebenheiten standen, in denen die Gewerkschaften an der Spitze pädagogischer Prozesse für den Frieden und von Kampagnen zur Unterstützung des Übereinkommens zwischen der kolumbianischen Regierung und den Farc-EP standen.

Rechtswidrige Verwendung von Schutzverträgen zur Schwächung von Gewerkschaften10-03-2017

Die kolumbianische Gesetzgebung sieht die Möglichkeit der Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten mittels sogenannter Pactos Colectivos (kollektiver Vereinbarungen) vor (Artikel 481 des Arbeitsgesetzes). Allerdings hat sich in der Praxis gezeigt, dass diese Möglichkeit in Unternehmen, in denen es Gewerkschaften gibt, oftmals als Strategie zur Bekämpfung von Gewerkschaften eingesetzt wird und die Möglichkeit von Tarifverhandlungen vereitelt.

Modus operandi ist, dass eine Verhandlung mit den nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten vorgetäuscht wird oder schlicht und einfach gar nicht existiert und gleiche oder bessere Leistungen als im Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
vorgesehen zugestanden werden. Um in den Genuss solcher Vorteile zu kommen, darf der Beschäftigte nicht gewerkschaftlich organisiert sein. Es hat sich gezeigt, dass die Zahl der Mitglieder einer Gewerkschaft zurückgeht, stagniert oder sogar alle Mitglieder austreten, wenn Pactos Colectivos aufgezwungen werden.

Im Jahr 2016 hatten folgende 37 Gewerkschaften Beschwerde beim Arbeitsministerium wegen unrechtmäßiger Verwendung von Pactos Colectivos eingelegt, die derzeit noch in Verwaltungsinstanzen anhängig sind:

1. Sinaltrainbec vs. Cervecería del Valle S.A.
2. SINALTRACEBA vs. BAVARIA
3. SINTHOL vs. Club Campestre el Rodeo
4. Sindicato de trabajadores de cajas de compensación familiar (SINALTRACAF) vs. Comfenalco Cartagena
5. Sinaltradihitexco vs. Tejidos de punto Linda Lana
6. SINALTRAINBEC subdirectiva Cartagena vs. Maltería Tropical S.A.
7. SINALTRAINBEC subdirectiva Tocancipá vs. Bavaria S.A.
8. SINTRACORPAUL vs. Corporación de Fomento Asistencial del Hospital Universitario San Vicente de Paul (Corpaul)
9. Sindicato de trabajadores de empresas de servicios públicos domiciliarios de Norte de Santander (SINTRAEMSPDNS) vs. Aguas Kpital Cúcuta S.A. E.S.P.
10. Sindicato Nacional de la Industria Lechera (SINTRAINDULECHE) vs. Proleche S.A.
11. Sindicato Nacional de Trabajadores del Sistema Alimentario (SINTRALIMENTICIA) vs. Comercial Nutresa S.A.S.
12. SINTRALIMENTICIA vs. Industrias de alimentos ZENÚ S.A.S.
13. SINTRANUTRESA vs. Comercial Nutresa S.A.
14. Sindicato Nacional de Trabajadores de la Promotora Turística del Caribe S.A. (SINTRAPROTUCARIBE) vs. Promotora Turística del Caribe S.A. (PROTUCARIBE)
15. Sindicato Nacional de la Industria Química y/o Farmacéutica de Colombia Seccional Cartagena (SINTRAQUIM) vs. Abocol S.A.
16. Sindicato de Trabajadores de la industria textil (SINTRATEXTIL) seccional Medellín vs. Leonisa S.A.
17. ASEFINCO vs. Bancamía
18. SINPRISA vs. Caracol
19. SINPROSEG vs. Seguridad Atlas
20. SINTRALPLA vs. Alpla
21. SINTRABRINKS vs. Brinks
22. SINTRAIMAGRA vs. Sociedad Mejía
23. SINTRAPULCAR vs. Protisa
24. UNTRAEMIS vs. Grupo Emi
25. SINTRAOSI vs. Medisanitas
26. UNITRAPELPAK vs. Pelpak S.A.
27. UNISINTRAGAL vs. Gaseosas Lux
28. SINTRABRINSA vs. Brinsa S.A.
29. SNTT vs. Sociedad Portuaria Regional de Buenaventura S.A.
30. SNTT vs. DHL
31. USTI vs. ALPLA S.A.
32. USTI vs. Simens
33. USTI vs. Fiberglass
34. SINALTRABIMBO vs. Bimbo de Colombia S.A.
35. SINTRAIME vs. Dimantec Ltda.
36. SINTRAPROF vs. Profamilia
37. UTIBAC vs. AJE de Colombia

Gewerkschaftsfeindlichkeit bei Postobón01-08-2016

Postobón, das zum Konglomerat Organización Ardila Lülle gehört, verfolgt gemeinsam mit dem multinationalen Unternehmen PepsiCo eine Strategie, die auf die Zerschlagung der Gewerkschaften abzielt. Bis August 2016 hatte das Unternehmen an 27 Produktionsstandorten im ganzen Land mehr als 3.000 Gewerkschaftsmitglieder entlassen.
Nach der Beendigung der Tarifverträge und der Abschaffung der Gewerkschaften hat das Unternehmen eine Umstrukturierung durchgeführt und vier Großbetriebe eingerichtet, mit denen die Geschäftstätigkeiten mit über Vermittlungsagenturen eingestellten Beschäftigten, ohne soziale Absicherung und unter schlechten Arbeitsschutzbedingungen fortgeführt wurden.

Verstoß gegen das Recht auf Tarifverhandlungen20-01-2014

Im Jahr 2012 gründeten die Beschäftigten der Unternehmen Dimantec und Trateccol, Subunternehmer von Gecolsa, das wiederum Auftragnehmer des Multis Drummond ist, den SINTRAIMEM-Ortsverband Valledupar. Der Gründungseintrag wurde am 28. März 2012 beim Arbeitsministerium hinterlegt. Nach Ablauf der im ersten Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
(2012-2013) festgelegten Frist wurde im November 2013 ein Forderungskatalog vorgelegt, und es wurden Tarifverhandlungen aufgenommen. Eine Einigung wurde jedoch nicht erzielt. Bei einer Vollversammlung entschied die Gewerkschaft, kein Schiedsgericht einzusetzen, sondern die Basis zur Streikabstimmung aufzurufen. Da dieser Forderungskatalog den Unternehmen Trateccol und Dimantec vorgelegt worden war, die als Subunternehmen für Gecolsa tätig waren und letzteres Unternehmen Trateccol übernommen hatte, beschloss die Gewerkschaft, den ursprünglichen Forderungskatalog zurückziehen und ihn nur Dimantec vorzulegen, um nur mit einer Firma verhandeln zu müssen. Dimantec erklärte das Vorgehen der Gewerkschaft für „missbräuchlich“ und verzögerte den Beginn von Tarifverhandlungen bis zum Jahresende 2013. Anfang 2014 beschloss Dimantec dann in willkürlicher Weise, dass Gewerkschaftsmitglieder und Nichtgewerkschaftsmitglieder aufgrund des fehlenden Tarifvertrages nicht dieselbe Lohnerhöhung für 2014/2015 erhalten würden. Erstere würden eine Erhöhung von 3,6% erhalten, während Nichtgewerkschaftsmitglieder 4,5% mehr Lohn erhalten würden, wie vom Staat festgelegt. Diese eindeutige und offensichtliche Diskriminierung der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten stellte einen eklatanten Verstoß gegen die grundlegenden Gewerkschafts- und Arbeitnehmerrechte sowie gegen den Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ dar.

Verstöße gegen das Recht auf Vereinigungsfreiheit: gewerkschaftsfeindliche Entlassungen30-06-2014

Im Dezember 2014 unternahmen William de Jesús Muñoz Zea und Lina Marcela González López, Mitglieder der Gewerkschaft der Emtelco-Beschäftigten ASOTRAEMTELCO, mehrere in Übereinstimmung mit der Verfassung stehende Aktionen, da sie von der Emtelco S.A ohne ordentliches Kündigungsverfahren entlassen worden waren. Die dagegen eingelegte Verfassungsklage wurde abgewiesen, so dass die Gewerkschaft den ordentlichen Rechtsweg beschritt.

Am 29. Juni 2014 wurde die Gewerkschaft der Tablemac-Beschäftigten SINTRATABLEMAC gegründet, und am 1. Juli wurde mehreren Gründungsmitgliedern und dem Vorsitzenden ohne triftigen Grund gekündigt. Der Arbeitgeber, die Tablemac MDF S.A.S., argumentierte, dass er von der Gewerkschaftsgründung nichts gewusst habe. Die Verfassungsklage wurde unter Anordnung ihrer Wiedereinstellung zugunsten der gekündigten Arbeitnehmer entschieden.

Im Juni 2014 wurde gegen das Unternehmen Sodimac Colombia S.A. eine Verfassungsklage angestrengt, da von ihr gegen Juliana Ramírez Moreno aufgrund ihres Beitritts zur Gewerkschaft der Sodimac-Beschäftigten SINTRASODIMAC Druck ausgeübt worden war, der den Tatbestand einer Verfolgung von Gewerkschaftsmitgliedern erfüllte.

Festnahme31-07-2014

Am 21. Juli 2014 wurde am Flughafen Yariguíes in Barrancabermeja Rafael Rodríguez, Schatzmeister des dortigen Ortsverbandes der Erdölarbeitergewerkschaft Unión Sindical Obrera (USO) und Unterhändler der Gewerkschaft bei den Verhandlungen mit dem Erdölunternehmen Ecopetrol, festgenommen. Dazu ließ Rafael Rodríguez verlauten, dass bei der Durchleuchtung seines Handgepäcks vor seinem Abflug zu Verhandlungen in Bogotá eine Splittergranate gefunden worden sei und er sich nicht erklären könne, wie dieser Sprengkörper in seinen Koffer geraten ist. Laut dem Kollegen war dies von Kriminellen inszeniert worden, die ihn belasten wollten. 2013 war Rafael Opfer eines Anschlags, bei dem gedungene Mörder ihr Ziel verfehlten. Mit der jetzigen kriminellen Inszenierung wurde ein weiterer Anschlag auf ihn unternommen, der sich gegen seine Integrität und seinen guten Namen richtete und bei dem er als Verbrecher dastehen sollte. Damit sollte erreicht werden, seiner Gewerkschaftsarbeit die Legitimation zu entziehen und die laufenden Tarifverhandlungen zu untergraben.

Führendes Mitglied der Gewerkschaft im Gesundheitswesen ermordet 12-04-2016

Die Central Unitaria de Trabajadores (CUT) hat am 12. April 2016 den Mord an Oswaldo Hernández Gutiérrez verurteilt, des Vorsitzenden des Ortsverbandes San Sebastián de Buenavista der Sindicato Nacional de la Salud y Seguridad Social (SINDESS) in der Provinz Magdalena.

Das Attentat ereignete sich in der Nacht vom 7. April, als der Gewerkschafter gerade sein Haus betreten wollte und mehrfach in den Kopf und Hals geschossen wurde. Er wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus in Valledupar gebracht, wo er operiert wurde aber in den frühen Morgenstunden des 10. April seinen Verletzungen erlag.

Der Gewerkschafter hatte als Techniker im Krankenhaus E.S.E. Rafael Paba Manjarrez in San Sebastián gearbeitet und sich unermüdlich für die Rechte und Interessen der Gesundheitsbeschäftigten in Magdalena eingesetzt.

Protest von Justizbediensteten brutal unterdrückt01-02-2016

Am 1. Februar 2016 gingen etwa 300 Einsatzkräfte der Spezialeinheit Esmad gewaltsam gegen Justizbedienstete vor, die vor den Zivil- und Familiengerichten im Zentrum von Bogotá protestierten.
Ihr Protest richtete sich gegen die Vereinbarung 10445 des Obersten Justizrates (CSJ), mit der Servicezentren für die Zivil- und Familiengerichte eingerichtet worden waren.
Während der Esmad-Aktion kam es zu Schlägen und zum Einsatz von elektrischen Pistolen, wobei mehrere Menschen verletzt wurden, einschließlich einer schwangeren Frau.

Lehrergewerkschafterin ermordet25-11-2015

Am 20. November 2015 hat der kolumbianische Gewerkschaftsbund Central Unitaria de Trabajadores (CUT) den Mord an Marceli Méndez Bertel verurteilt, der Ortsverbandsvorsitzenden der Lehrervereinigung Asociación de Educadores de Sucre (ADES) in Sincelejo. Die Gewerkschafterin war am Nachmittag des 17. November beim Betreten ihres Hauses in der Gemeinde Sincelejo von mehreren bewaffneten Personen angegriffen und mehrfach beschossen worden.

SEATECH verletzt Streikrecht 12-11-2015

Am 30. Oktober 2015 hat der Thunfischverarbeiter Seatech International seine Produktion gestoppt und sein Werk in Cartagena, Kolumbien, zwei Wochen lang geschlossen. Die mehr als 1000 Beschäftigten, größtenteils Frauen, standen während dieser Zeit ohne Arbeit und Einkommen da.

Aus Protest gegen diese Maßnahme beschlossen 125 Frauen, Mitglieder der Lebensmittelarbeitergewerkschaft Unión Sindical de Trabajadores de la Industria Alimenticia (USTRIAL), einen friedlichen Sitzstreik Sitzstreik Eine Form des Arbeitskampfes, bei der sich die Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz hinsetzen, jedoch keine Arbeit verrichten.

vgl. Streik
in dem Werk abzuhalten. Drei Tage später wurden sie von der mobilen Einsatzpolizei, die die Betriebsleitung angefordert hatte, unter Einsatz von Tränengas vertrieben.

USO-Gewerkschafter bedroht04-08-2015

Im August 2015 wurde der IGB über die kontinuierlichen Drohungen und Schikanierungen gegenüber Héctor Sánchez Gómez, stellvertretender Vorsitzender des kommunalen Aktionskomitees von Rubiales in Puerto Gaitán im Departamento del Meta und führender Vertreter der Gewerkschaft Unión Sindical Obrera (USO), unterrichtet.

Den vorliegenden Informationen zufolge erhielt Herr Sánchez am 1. Juni 2015 um 17:00 Uhr während eines Besuchs beim Anwaltskollektiv „José Alvear Restrepo“ (CAJAR) einen Anruf von einem Mann aus der Gemeinde Santa Helena in Puerto Gaitán, der ihn warnte, dass man ihm neun Millionen Pesos für seine Ermordung angeboten habe. Der Mann riet Herrn Sánchez dringend davon ab, angesichts der drohenden Gefahren in seine Heimatregion zurückzukehren.

In den Monaten April und Mai 2015 wurde Herr Sánchez zudem wiederholt von Kriminalpolizisten in Zivil verfolgt und fotografiert, während er seiner Gewerkschaftsarbeit nachging.

Krankenhaus in Villavicencio untergräbt Streikrecht 23-07-2015

Der kolumbianische Gewerkschaftsbund CGT hat Besorgnis über den Entscheid des Obersten Gerichtes von Villavicencio geäußert, dem zufolge der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
von Beschäftigten des Provinzkrankenhauses in Villavicencio am 26. Mai 2015 rechtswidrig und nicht friedlich gewesen sei. Die Streikenden hatten die Zahlung von drei ausstehenden Monatslöhnen gefordert.

Laut Gerichtsentscheid muss die Gewerkschaft der Krankenhausbeschäftigten der Krankenhausverwaltung nahezu vier Milliarden Pesos an Schadenersatz für durch die Arbeitsniederlegung angeblich verursachte wirtschaftliche Schäden zahlen.

Die CGT-Führungsspitze hat das Gerichtsurteil verurteilt und als Versuch bezeichnet, Gewerkschaften einzuschüchtern, die um die Achtung ihrer Rechte, wie etwa auf die fristgerechte Zahlung der Löhne, bemüht sind.

Antigewerkschaftliche Verwendung eines Kollektivpakts bei Aguas Capital07-07-2014

Als das Privatunternehmen Aguas Capital 2005 das öffentliche Wasserleitungs- und Abwassersystem von Cúcuta übernahm, hegten die Beschäftigten die Hoffnung, dass sich ihre Arbeitsbedingungen verbessern würden. Aber genau das Gegenteil war der Fall und sie erhielten 10 bis 15% weniger Lohn. Und in diesem Stil ging es auch in den darauffolgenden Jahren weiter.

Dann kamen die rechtlichen Probleme der Brüder Nule, Mehrheitsaktionäre von Aguas Capital, dazu, die viele Schwierigkeiten nach sich zogen, die das Unternehmen zwar letztendlich irgendwie lösen konnte, aber die Bedingungen der Beschäftigten wurden immer noch prekärer. Deshalb schlossen sich 25 Beschäftigte zu einer Gewerkschaft zusammen, um für ihre Forderungen zu kämpfen. Sie bildeten die Subdirektion der Gewerkschaft Sindicato de Trabajadores y Empleados de Servicios Públicos Domiciliarios von Nord-Santander, ein Ortsverband der CTC, die innerhalb kürzester Zeit 100 Mitglieder hatte.

Sie legten ihre Forderungen vor, aber das Unternehmen weigerte sich nicht nur, darüber zu verhandeln, sondern verschloss ihnen auch sämtliche Türen, indem es ihnen nicht erlaubte, Informationen zu verbreiten oder Aushänge anzubringen und sie wurden regelrecht stigmatisiert, erzählt Jonathan Díaz, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft. Darüber hinaus wurden 20 Beschäftigte mit befristeten Verträgen entlassen, nur weil sie mit den Leuten von der Gewerkschaft Kontakt hatten.

Da sie zum öffentlichen Dienst gehören, konnten sie nicht streiken und beschlossen daher, das Schiedsgericht um eine Lösung des Konflikts anzurufen, was das Unternehmen aber verzögerte. Deshalb reichten sie den Fall beim CETCOIT ein, einer von der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
anerkannten Konfliktlösungsinstanz. So gelang es ihnen, das Unternehmen dazu zu bringen, über die Forderungen zu verhandeln und im November 2013 einen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
für die 110 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten zu unterzeichnen. Die wichtigste Errungenschaft dieses Tarifvertrags war die Festlegung der Löhne bei Aguas Capital Cúcuta auf einem Niveau, das über dem gesetzlichen Mindestlohn lag.

Aber nur ein paar Tage später startete das Unternehmen eine groß angelegte Kampagne, um für einen pacto colectivo für die nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten zu werben und führte das Argument ins Feld, dass sie dieselben Leistungen wie die des Tarifvertrags hätten, aber mit dem Vorteil, keinen Mitgliedsbeitrag an die Gewerkschaft entrichten zu müssen. Tatsächlich war der pacto abgesehen von einigen geänderten Überschriften eine exakte Kopie des Tarifvertrags.

Die Gewerkschaft wartete erst einmal ab, um zu sehen, wie die Belegschaft auf den Pakt reagierte, um Konfrontationen zwischen den Beschäftigten zu vermeiden. Als das Unternehmen einige Punkte des Pakts nicht einhielt, sorgte dies für Unmut, was die Gewerkschaft ausnutzte, um einen der wichtigsten Befürworter des Pakts zu überzeugen, der daraufhin öffentlich von diesem zurücktrat und trotz des Drucks, der auf ihn ausgeübt wurde, der Gewerkschaft beitrat. Er erhielt sogar Drohanrufe auf seiner Durchwahlnummer im Unternehmen, um ihn dazu aufzufordern, aus der Gewerkschaft auszutreten. Auch der juristische Beistand war Opfer von Drohungen und Verfolgung.

Von da an kippte das Kräfteverhältnis und mit einer nachhaltigen Kampagne gelang es der Gewerkschaft, dass sich viele vom Pakt abwandten und der Gewerkschaft beitraten, die derzeit 295 Mitglieder zählt, also über ein Drittel der Beschäftigten des Unternehmens. Auf diese Weise konnte dem Kollektivpakt ein Ende gesetzt und der Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
auf alle Beschäftigten ausgeweitet werden. Außerdem wurden die befristeten Arbeitsverträge abgeschafft, so dass nun alle Arbeitsverträge bei Aguas Capital Cúcuta unbefristet sind.

Antigewerkschaftliche Verwendung eines Kollektivpakts bei BBWA 07-07-2014

Die spanische Bank BBVA übernahm nach der Fusion mit Gran Ahorrar im Jahr 2005 auch deren Kollektivpakt. Zudem „erbte“ sie auch den Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
, der mit drei Gewerkschaften geschlossen worden war und immer noch gilt, nämlich mit ACEB (der ältesten und mehrheitlichen), UNEB und SintraBBWA (Gewerkschaft im Unternehmen), die damals 2.500 Mitglieder unter den insgesamt 5.200 Mitarbeitern hatte, so dass der Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
für das gesamte Personal der Bank galt.

Nach der Fusion wurde die Bank Modernisierungsmaßnahmen unterworfen und ihre technologische Plattform verbessert, was wiederum Tür und Tor für einen Abbau von Arbeitsplätzen und eine Änderung der Beschäftigungspolitik öffnete. Das Arbeitspensum nimmt immer mehr zu und die „freiwilligen“ Regelungen, die dazu dienen, sich langjähriger Mitarbeiter zu entledigen, bürgern sich immer mehr ein. Zudem werden Mitarbeiter im Zuge verschärfter Disziplinarverfahren entlassen. Auf diese Weise konnte sich die Bank von etwa 600 Beschäftigten trennen, überwiegend Gewerkschaftsmitglieder, so María Consuelo Bautista, vom nationalen Vorstand der ACEB.

„Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten hatten eigentlich nur zwei Optionen: Entweder akzeptierten sie 20% mehr Abfindung, damit sie die Bank verließen, oder sie wurden sowieso entlassen, in diesem Fall aber nur mit knapp der gesetzlichen Abfindung, weshalb es viele vorzogen, von der Regelung zu profitieren und zu gehen. Dazu kommt noch, dass die Filialleiter einen Bonus erhalten, wenn es ihnen gelingt, Gewerkschaftsmitglieder loszuwerden“, merkt Bautista an.

Parallel dazu wurde eine Politik der Auslagerung von Arbeitsplätzen mittels Zeitarbeitsagenturen auf den Weg gebracht, was dazu führte, dass die BBVA heute, acht Jahre später, praktisch ein Drittel ihres Personalbestands in den verschiedenen Bereichen ihres Finanzgeschäfts über Subunternehmen beschäftigt.

Infolgedessen bleibt den Gewerkschaften nicht einmal mehr ein Drittel der Mitarbeiter, was es dem Unternehmen ermöglichte, einen pacto colectivo, also einen Kollektivpakt einzuführen. Dies geschah im April 2006, als eine Gruppe von Mitarbeitern vorgeladen und dazu gebracht wurde, die Dokumente zur Erneuerung des Pakts zu unterschreiben, was eindeutig mit antigewerkschaftlicher Absicht geschah, so María Consuelo Bautista.

In der Tat sind nun einige Gewerkschaften, die vor einigen Jahren zusammengenommen die Mehrheit hatten, in der Minderheit. 80% des Personals der Bank fallen unter den Kollektivpakt und der Rest unter den Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
, wobei allerdings bedenklich ist, dass Erstere weniger Leistungen als Letztere haben. Unserer Einschätzung nach gewährt die Bank Vergünstigungen für unterschiedliche Konzepte, die sich auf insgesamt 3 Millionen US-Dollar pro Jahr belaufen können. Das sind jedoch subjektive und voreingenommene Einschätzungen, da diejenigen, die der Gewerkschaft angehören, dies schlecht beurteilen können und nie irgendwelche Boni erhalten, meint Bautista. Zudem stehen denjenigen, die unter den Pakt fallen, mehr Erziehungs- und Mutterschaftsbeihilfen zu.

Die Leute bleiben aufgrund ihres kämpferischen Engagements in der Gewerkschaft und weil der Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
einen Punkt enthält, den der Pakt nicht hat, nämlich die Stabilitätsklausel, die noch von vor 1990 herrührt. Die Klausel besagt, dass eine gerechtfertigte Entlassung vor Gericht nachzuweisen ist. Bei der Aushandlung des Tarifvertrags im Jahr 2009 wollte die Bank diese Klausel eliminieren, aber die drei Gewerkschaften setzten sich vereint für ihre Beibehaltung ein.

„Dennoch“, so Bautista, „haben die Richter in einigen Entlassungsfällen zugunsten des Unternehmens geurteilt. Die Stabilitätsklausel kann uns das Unternehmen aber nicht ganz wegnehmen.“

Auf alle Fälle herrscht unter den Mitgliedern des Pakts ziemlicher Aufruhr, denn es wird ihnen immer mehr Leistung abverlangt, sie müssen immer noch höher gesteckte Ziele erreichen, denn andernfalls werden sie abgestraft oder entlassen. Die Gewerkschaftsmitglieder haben dagegen in dieser Hinsicht weniger Druck, was ein guter Grund ist, auf den Pakt zu verzichten und der Gewerkschaft beizutreten.

Ein weiterer von den Gewerkschaften kritisierter Punkt ist, dass die im Arbeitsgesetz vorgesehenen Vorschriften bei der Erneuerung des Kollektivpakts (für den Zeitraum 2013 - 2015) nicht eingehalten wurden. Das Unternehmen hatte eine Umfragefirma damit beauftragt, festzustellen, inwiefern der Pakt durchführbar ist, auf eine Vorankündigung jedoch verzichtet. Es ließ die Beschäftigten lediglich zur Wahl ihrer Delegierten einberufen, und mit diesen Delegierten wurde dann der neue „pacto“ unterzeichnet.

Antigewerkschaftliche Verwendung eines Kollektivpakts bei Ecopetrol07-07-2014

‘Vereinbarung 01 von 1977’ ist der Name eines Arbeitgeberleistungsplans, der seit 37 Jahren für die nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten von Ecopetrol gilt und eigentlich einem Kollektivpakt gleichkommt, obwohl es ein Schema betrieblicher Leistungen ist, das sich von dem des Tarifvertrags unterscheidet.

„Ich bezeichne das als einen De-facto-Pakt“, so Edwin Palma, stellvertretender Vorsitzender der USO, „weil er nie mit den Beschäftigten ausgehandelt wurde und nicht nach der vom Arbeitsgesetz dafür vorgesehenen Vorgehensweise verfahren wurde. Es war von Anfang an eine vom Vorstand von Ecopetrol vorgegebene Vereinbarung, die vorteilhaftere Arbeitsbedingungen im Gegenzug dafür, dass die Beschäftigten keiner Gewerkschaft beitreten, enthielt. Deshalb konnte die USO bei Ecopetrol auch nicht wachsen. Weniger als ein Drittel der Gesamtbelegschaft ist der Gewerkschaft angeschlossen. Dass wir heute stark sind, verdanken wir der Tatsache, dass von den 30.000 ausgelagerten Arbeitskräften, die in den verschiedenen Tochtergesellschaften von Ecopetrol beschäftigt sind, 20.000 der USO angehören.“

Von der Vereinbarung 01 sind über 6.000 Beschäftigte erfasst, während es beim Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
knapp 3.000 sind. „Aber das Kuriose ist, dass davon ausgegangen wird, dass diese 6.000 Beschäftigten vertrauenswürdig und leicht steuerbar sind, was bedeutet, dass sie die Zahl der operativen Arbeitnehmer praktisch verdoppeln, was absurd ist“, fügt Palma hinzu.

In der Regel werden die in der Vereinbarung enthaltenen Leistungen jedes Mal, wenn Tarifverhandlungen mit der USO geführt werden, geändert, so der Vorstand. Was das Unternehmen mit der USO aushandelt, wird dann auch gleich in die Vereinbarung aufgenommen und manchmal sogar verbessert, so dass die Bedingungen der Vereinbarung besser als die des Tarifvertrags sind. So sind beispielsweise einige Leistungen der Vereinbarung, wie u.a. Schulungen im Ausland, Stipendien für die Beschäftigten und Beihilfen, attraktiver. „Es ist ein Instrument, das sich beträchtlich auf den gewerkschaftlichen Organisationsgrad bei Ecopetrol auswirkt“, fügt er hinzu.

Deshalb hat der nationale Vorstand der USO dieses Jahr im Rahmen seiner politischen Strategie den Beschluss gefasst, rechtliche Schritte einzuleiten, um der Vereinbarung 01 ein Ende zu setzen und damit die Wahrnehmung der Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
bei Ecopetrol sicherzustellen, ein Kampf, der allerdings voraussetzt, dass es gelingt, über ein Drittel der Beschäftigten gewerkschaftlich zu organisieren.

Die Herausforderung besteht darin, die 6.000 nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten, die ja offiziell vertrauenswürdige und verlässliche Mitarbeiter sind, davon zu überzeugen, dass derzeit eine ganze Reihe von Arbeitnehmerrechten verletzt wird, u.a. durch Mobbing am Arbeitsplatz, überhöhtes Arbeitspensum usw. „In den letzten vier Monaten haben wir diese Arbeitnehmer begleitet und konnten unseren Mitgliederstand beträchtlich erhöhen“, so Palma Egea, der berichtet, dass die USO auch vorhat, Schritte gegen zwei weitere Unternehmen der Erdölindustrie einzuleiten, bei denen ebenfalls ein Kollektivpakt existiert, nämlich Terpel und Wadford, bei denen die USO jeweils Mitglieder hat.

Antigewerkschaftliche Verwendung eines Kollektivpakts bei Ave Colombiana07-07-2014

Ave Colombiana ist ein Unternehmen, das Elektronikartikel herstellt. Es wurde vor 50 Jahren von einem Italiener gegründet und gehört nun seinen Kindern. Das Werk befindet sich auf der Strecke Zipaquirá-Nemocón, wo 150 Mitarbeiter beschäftigt sind, von denen 28 der Branchengewerkschaft Sintramental, Sektion Zipaquirá, und gleichzeitig der Basisgewerkschaft Sintrabel angehören.

Im Jahr 2005 als das Unternehmen in Schwierigkeiten steckte und Insolvenz anmeldete, verhielten sich die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer äußerst entgegenkommend und froren die tarifvertraglichen Leistungen ein, um das Unternehmen und die Arbeitsplätze zu retten. Nichtsdestotrotz profitierte das Unternehmen von der internen Spaltung, die 2009 innerhalb der Gewerkschaft entstanden war, um den nicht gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern einen Kollektivpakt aufzuerlegen, der dieselben Leistungen wie der Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
enthielt.

Das war ein harter Schlag für die Gewerkschaft, meint John Fredy González, der Vorsitzende der Sintrametal Zipaquirá, da viele Mitglieder austraten, um von dem Pakt zu profitieren, da sie dann dieselben Leistungen erhielten, aber keinen Mitgliedsbeitrag an die Gewerkschaft entrichten mussten.

Und gleichzeitig begann der Druck und das Mobbing gegenüber den Gewerkschaftsmitgliedern. Wer keinen Kündigungsschutz hatte, wurde entlassen und das war ein weiterer Grund, der die Leute von einem Gewerkschaftsbeitritt abhielt. González selbst war Opfer von Verfolgung und Mobbing als er den Vorsitz der Organisation übernahm.

„Die Gewerkschaftskollegen haben Angst, den Vorsitz der Gewerkschaft zu übernehmen, aber ich habe keine. Dafür studiere ich Rechtswissenschaften. Ich kenne die Gesetze und habe somit mehr Instrumente an der Hand, um mich selbst und die Gewerkschaft verteidigen zu können“, sagt er.

Die Verhandlungen über den Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
endeten im Februar ohne Vertragsabschluss, weshalb die Sache derzeit beim Schiedsgericht liegt.

Antigewerkschaftliche Verwendung eines Kollektivpakts bei Colpensiones07-07-2014

Colpensiones ist ein den Arbeits- und Finanzministerien unterstelltes staatliches Industrie- und Handelsunternehmen, das 2011 gegründet wurde, um das Pensionssystem, das vormals der Sozialversicherung entsprach, zu verwalten. Das Unternehmen nahm seine Tätigkeit mit 60 Beschäftigten auf, aber ein Jahr später waren dort bereits 1.100 Arbeitnehmer/innen im ganzen Land, überwiegend ehemalige Beschäftigte der Sozialversicherung und der Sozialversicherungsanstalt Caja Nacional de Previsión Social (Cajanal), beschäftigt.

Zu dieser Zeit wurde der pacto colectivo abgeschlossen, allerdings ohne die erforderlichen rechtlichen Schritte, d.h. es fand im Vorfeld keine Arbeitnehmerversammlung statt und es hatte auch keine Verhandlungen über einen Forderungskatalog gegeben. Das Unternehmen ließ den Kollektivpakt einfach eines Tages als einen freiwilligen Vertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu Arbeitsbeginn von jedem Mitarbeiter unterschreiben, was auch eine einschränkende Anmerkung umfasste, die besagte, dass der/die Arbeitnehmer/in nicht mehr in den Genuss der Leistungen des Pakts kommt, falls er/sie der Gewerkschaft beitreten sollte. Die Leistungen umfassen eine halbe Prämie im Juni, eine Leistungsprämie und zwei zusätzliche Urlaubstage.

Die 1.100 Beschäftigten wurden dem enormen Arbeitspensum, das bei Colpensiones von Anfang an anfiel, nicht gerecht. Die Vorhersagen trafen nicht zu und statt der erwarteten 80.000 bis 100.000 Anträge (Rentenanträge) gingen circa 300.000 ein. Zudem funktionierte die installierte Softwareanwendung nicht richtig. Folglich stiegen Arbeitspensum und Überstunden der Beschäftigten (die bis heute noch nicht ausgezahlt wurden), die Arbeitszeit wurde auf Samstage und selbst Sonntage ausgeweitet, wobei bei Nichterscheinen Entlassung drohte. Zudem wurden über eine Zeitarbeitsfirma 600 neue Arbeitnehmer/innen mit Werkverträgen eingestellt, die dieselben Tätigkeiten wie das restliche Personal ausführten, allerdings ohne jegliche Beschäftigungssicherheit.

In Anbetracht dieser Situation kam im Juli 2013 eine Gruppe von 30 Beschäftigten, überwiegend junge Leute, heimlich zusammen, um die Basisgewerkschaft Sintracolpensiones zu gründen, die ihren Mitgliederstand mit Unterstützung der CUT ausweiten konnte. Heute hat sie laut Informationen von Johnny Erazo, einem Studenten der Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Arbeitsrecht, der dem Vorstandsausschuss angehört, 99 Mitglieder.

Das Unternehmen hat die Gewerkschaft anerkannt und den Dialog aufrechterhalten, seine Haltung in Bezug auf obligatorische Überstunden und Samstagsarbeit geändert und das Mobbing und die Entlassungen etwas zurückgenommen, aber die Verhandlungen über die Forderungen, die die Gewerkschaft im Februar dieses Jahres gestellt hat, kommen nicht voran. Die wichtigste Forderung ist, dass die Gewerkschafter in den Genuss der Leistungen des Kollektivpakts kommen sollen und eine Lohnanpassung durchgeführt wird, da es Beschäftigte gibt, die dieselbe Arbeit leisten und dafür teilweise bis zu einer Million Pesos weniger verdienen.

Der Kollektivpakt wurde bisher nicht überarbeitet, da die davon erfassten Beschäftigten keine Gelegenheit erhalten, sich zu versammeln, um darüber zu diskutieren. Sie akzeptieren einfach, was der Arbeitgeber ihnen vorgibt. „Das Ziel ist, dass wir in zwei oder drei Jahren eine Mehrheitsgewerkschaft sind und dafür sorgen können, dass der pacto abgeschafft wird. Ausschlaggebend ist deshalb, was in den laufenden Verhandlungen passiert“, fügte Johnny Erazo hinzu.

Antigewerkschaftliche Verwendung eines Kollektivpakts bei Bimbo07-07-2014

Bimbo ist ein multinationales mexikanisches Backwarenunternehmen, das vor 18 Jahren nach Kolumbien kam. Es hat Betriebe in Tenjo (Cundinamarca), Cali und Soledad (Atlántico).

Die Basisgewerkschaft Sintrabimbo wurde 2005 mit 25 der 400 Beschäftigten, die das Unternehmen damals hatte (heute sind es 3.300), gebildet. Laut Máximo Zamora Ruiz, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft, wurde sie als Antwort auf die vom Unternehmen zur Kostenreduktion eingeführte Beschäftigungspolitik gegründet. Diese Politik beinhaltete neben anderen Regelverstößen obligatorische Überstunden ohne Überstundenvergütung, Einstellung neuer Arbeitnehmer zum Mindestlohn, während die dienstälteren mehr verdienten, Entlassung von Beschäftigten, die seit fünf oder mehr Jahren im Unternehmen waren, ohne vorherige Abmahnung.

Innerhalb weniger Monate zählte die Gewerkschaft 90 Mitglieder, woraufhin das Unternehmen auf Bestechung zurückgriff und die Hälfte dieser Mitglieder dazu brachte, aus der Gewerkschaft auszutreten. Diejenigen, die keinen Kündigungsschutz hatten, wurden entlassen. Diese Gegenmaßnahmen waren so heftig, dass sich die Gewerkschaft aus Angst, dass weniger als 25 Mitglieder übrig bleiben würden (Mindestmitgliederzahl, mit der eine Basisgewerkschaft funktionieren kann), der Gewerkschaft Hotel, Gaststätten und Tourismus des Gewerkschaftsbunds CGT anschloss.

Ein Monat nach Gründung der Gewerkschaft und als diese gerade erst Verhandlungen über den ersten Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
aufgenommen hatte, führte das Unternehmen ein Programm für nicht dieser Gewerkschaft angehörende Beschäftigte ein, in dessen Rahmen diese Mitarbeiter Geschenke, in erster Linie Elektrohaushaltsgeräte, erhielten, was die Beschäftigten davon abhielt, der Gewerkschaft beizutreten. Sechs Monate später, als die laufenden Verhandlungen über den Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
noch nicht abgeschlossen waren, versammelte das Unternehmen die nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten und ließ sie unter Zusage gewisser Vergünstigungen, aber unter der Bedingung, dass sie der Gewerkschaft nicht beitreten, einen Kollektivpakt unterschreiben.

Schließlich wurde auch der Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
mit der Gewerkschaft abgeschlossen, der aber letztlich mit dem Kollektivpakt identisch war, ein harter Schlag für die Gewerkschaft, die 34 Mitglieder verlor und schließlich nur noch 19 hatte. Die Gewerkschaft suchte daraufhin den Schutz einer anderen Branchengewerkschaft, da es mit der der CGT Schwierigkeiten gab. Sie schloss sich der UTA (Unión Trabajadora de Alpina) an, über die sie ihre Forderungen stellte, doch die Sache endete vor dem Schiedsgericht, da das Unternehmen sich weigerte, darüber zu verhandeln. Als der Schiedsspruch noch nicht gesprochen war, wurden den 19 Gewerkschaftsmitgliedern die Leistungen des Pakts entzogen und Lohnerhöhungen gestoppt. Diese Situation hielt zwei Jahre an. In dieser Zeit blieben der Gewerkschaft nur noch sieben Mitglieder, die vom Unternehmen und den restlichen Beschäftigten vollständig diskriminiert wurden.

Deshalb entschied ein Gericht aus Tenjo zugunsten der Gewerkschaft und ordnete gerichtlichen Schutz an, um der Gewerkschaft die Möglichkeit zu geben, ihr Recht auf Gleichheit und Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
wahrzunehmen. Auch in zweiter Instanz wurde zugunsten der Gewerkschaft entschieden, was Bimbo dazu zwang, die im Rahmen des Kollektivpakts gewährten Rechte auf alle auszuweiten und den Gewerkschaftern alles auszuzahlen, was es ihnen vorenthalten hatte. Dieser Sieg brachte der Gewerkschaft mehr Mitglieder ein. Jetzt waren es schon über 25, die beschlossen, die Betriebsgewerkschaft Betriebsgewerkschaft Damit kann entweder eine Unternehmensgewerkschaft oder eine gelbe Gewerkschaft gemeint sein „wieder aufleben zu lassen“. Im September 2011 gründeten sie Sinaltrabimbo und reichten ihren Forderungskatalog ein. Das Unternehmen erklärte sich einverstanden, darüber zu verhandeln, unter der Bedingung, dass der Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
durch den Kollektivpakt gedeckelt ist.

Derzeit zählt Sinaltrabimbo 200 Mitglieder und wird Forderungen einreichen. Die Verhandlungen darüber werden allerdings nicht einfach sein, da aufgrund des Kollektivpakts kein Verhandlungsspielraum vorhanden ist.

Antigewerkschaftliche Verwendung von Kollektivpakten (pactos colectivos) 07-07-2014

Kollektivpakte (pactos colectivos) werden von den Unternehmen dazu verwendet, um die Gewerkschaften zu schwächen oder deren Gründung im Unternehmen zu verhindern. 2013 wurden im Arbeitsministerium 204 Kollektivpakte eingetragen, und in den letzten zehn Jahren wurden durchschnittlich 190 Pakte pro Jahr ausgehandelt.

In 20% der Unternehmen, die 2013 Kollektivpakte annahmen, fanden gleichzeitig Verhandlungen über einen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
mit einer Gewerkschaft statt. Vor diesem Hintergrund haben es die Gewerkschaften sehr schwer, da ihre Mitglieder gemobbt und diskriminiert werden. Bestenfalls erzielen sie über die Tarifverhandlungen genau dieselben Leistungen wie die unter den Pakt fallenden Beschäftigten, mit dem Unterschied, dass die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer Mitgliedsbeiträge an die Gewerkschaft entrichten und die Nutznießer des Kollektivpakts nicht.

In den drei Jahren (2010 - 2013) der Regierung von Juan Manuel Santos hat zwar die Zahl der abgeschlossenen Tarifverträge und der darunter fallenden Beschäftigten zugenommen, aber die Tarifverhandlungen stehen auch weiterhin völlig am Rande des Systems der Arbeitgeber-/Arbeitnehmerbeziehungen des Landes und nur knapp 9,3% der Erwerbstätigen, die in die Ausgleichskasse einzahlen, sind fallen unter einen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
.

Und in Relation zur Zahl der Unternehmen, in denen es einen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
gibt (1.449) beträgt der Prozentsatz lediglich 0,4%. Hinzu kommt noch erschwerend, dass die Tarifverträge in kaum der Hälfte dieser Unternehmen mit echten Gewerkschaften und mit Arbeitnehmern, die bei diesen Verhandlungen über wirkliche Handlungsfreiheit verfügen, abgeschlossen werden.

Anschlag auf Sekretär der CUT Bolívar19-05-2014

Das rechtzeitige Eingreifen einer Sicherheitseskorte verhinderte den Tod des Gewerkschaftsführers Luis Alberto Plazas Vélez, der in Cartagena Opfer eines Anschlags wurde, jedoch unverletzt blieb.

Plazas Vélez ist Lehrer, Mitglied der Lehrergewerkschaft Sindicato Único de Educadores de Bolívar und seit sechs Jahren Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes CUT Bolívar. Zudem leitet er die Organisation und Mobilisierung der in der UGTI Bolívar zusammengeschlossenen informell beschäftigten Arbeitnehmer/innen in Cartagena.

Der Übergriff fand am 16. Mai 2014 statt. Einer der beiden Auftragsmörder, die von einem Motorrad aus schossen, wurde von einem Schuss, den ein Mitglied der Eskorte zur Abwehr des Angriffs abgefeuert hatte, in die Brust getroffen und starb.

Anschlag auf Gewerkschaftsführer der Sinaltrainal18-06-2014

José Onofre Esquivel Luna, stellvertretender Vorsitzender der Sinaltrainal, Sektion Bugalagrande, wurde am 17. Juni 2014 in Medellín Opfer eines von motorisierten Auftragsmördern verübten Anschlags. Er blieb jedoch unverletzt.

Einer der Angreifer wurde dank des schnellen Handelns der Sicherheitseskorte, die den Gewerkschaftsführer zu dessen Schutz begleitet hatte, getötet und ein weiterer wurde verletzt. Letzterer wurde festgenommen und zwei weiteren Angreifern gelang die Flucht. Außerdem erlitt ein Busfahrer, der durch Zufall vorbeigekommen war, eine Schussverletzung am Bein.

Noch ein Vertreter der Palmarbeiter ermordet15-05-2014

Der Nationale Vorstand der Landarbeitergewerkschaft Sindicato de Trabajadores de la Industria Agropecuaria (SINTRAINAGRO) hat die Ermordung, am 9. Mai 2014, von Tomás Rodríguez Cantillo, Arbeitnehmervertreter und Mitglied des Verhandlungsausschusses auf der Emma Perfecta Lacouture gehörenden Palmplantage Candelaria y Arrocera, verurteilt. Der Mord wurde begangen, als sich SINTRAINAGRO-Mitglieder darum bemühten, die laufenden Tarifverhandlungen voranzubringen.

Gewerkschaft verurteilt gewerkschaftsfeindliche Praktiken bei Agroban 06-05-2014

Im April 2014 entschied sich die Landarbeitergewerkschaft Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria Agropecuaria (SINTRAINAGRO) bei Agroban in der Region Urabá zum Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
, nachdem die Betriebsleitung einen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
mit einer Minderheitsgewerkschaft Minderheitsgewerkschaft Eine Gewerkschaft, die nur eine Minderheit der Beschäftigten in einer Tarifeinheit vertritt. unterzeichnet und die zuvor von der wirklichen Arbeitnehmervertretung unterschriebene Vereinbarung ignoriert hatte.

Die Gewerkschaft hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie das unverantwortliche Verhalten von Claudia Argotes, der gesetzlichen Vertreterin des Unternehmens Agroban SAS, Plantage Las Chelas, verurteilt, nachdem sie einen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
mit der Gewerkschaft SINTRACOL unterzeichnet hatte, obwohl bereits eine Vereinbarung mit der SINTRAINAGRO bestand, die die Mehrheit der Beschäftigten des Unternehmens vertritt.

Laut SINTRAINAGRO versuche Agroban, die Bestimmungen des geltenden Vertrages zu verwässern, womit es gegen den Tarifprozess und Regierungserlass 89 aus dem Jahr 2014 verstoße.

Landrechtler in Choco ermordet25-04-2014

Jesús Adán Quintó war einer der Anführer beim Kampf für die Landrechte der schwarzen Gemeinschaften entlang des Flusses Atrato, Mitglied des Menschenrechtsressorts der Provinz und Menschenrechtssekretär der CGT. Obwohl bekannt war, dass Jesús Adán Drohungen erhalten hatte, hatte die Nationale Schutzeinheit (UNP) die Maßnahmen zu seinem Schutz verringert.

Die CGT hatte wiederholt gefordert, die Schutzmaßnahmen wieder auszuweiten, aber keine Antwort erhalten. Der Menschen- und Gewerkschaftsrechtsverfechter wurde am 9. April 2014 in der Gemeinde Turbo in der Region Urabá in Antioquia ermordet.

In einem wenige Tage vor seinem Tod gegebenen Interview hatte Jesús Adán Quinto gesagt, dass er sich bedroht fühle und um seine Sicherheit fürchte, nachdem bereits mehrere Attentate auf ihn verübt worden waren. Er hatte zudem schwere Beschuldigungen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel in der Region Urabá erhoben.

Bombenanschlag auf Gewerkschaft im öffentlichen Dienst 17-04-2014

Am 16. April 2014 wurde ein Brandbombenanschlag auf den Hauptsitz der SINTRAEMCALI, der Gewerkschaft für öffentlich Bedienstete in Cali, Kolumbien, verübt. Der Anschlag ereignete sich nur wenige Tage nach einem wichtigen Gerichtsurteil am 11. April, mit dem der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos und Vizepräsident Angelino Garzón angewiesen wurden, sich für Verbrechen zu entschuldigen, die während der Regierungszeit des früheren Präsidenten Álvaro Uribe an den Gewerkschaften SINTRAEMCALI, SINTRAUNICOL und SINTRATELEFONOS begangen worden waren.

In den frühen Morgenstunden des 21. Mai 2014 wurde der Wagen des SINTRAEMCALI-Vizepräsidenten José Reyes in Brand gesetzt. Bei dem Versuch, das Feuer zu löschen, erlitt der Gewerkschafter Verbrennungen zweiten Grades an Armen und Beinen.

Die SINTRAEMCALI ist aufgrund ihrer Organisierungsaktivitäten im Zuge der Massenentlassungen im öffentlichen Dienst Calis im Jahr 2004 zu einer besonderen Zielscheibe paramilitärischer Gruppen geworden. In den seither vergangenen zehn Jahren wurden mindestens 15 SINTRAEMCALI-Mitglieder ins Exil gezwungen, acht getötet und mehr als 100 bedroht. Die Gewerkschaft war zudem Zielscheibe der „Operation Drache“, eines von der Regierung unterstützten Mordkomplotts gegen den damaligen SINTRAEMCALI-Präsidenten und heutigen Senator Alexander López Maya und andere Menschenrechtsverfechter in der Region. Der Prozess gegen mehrere Angehörige der kolumbianischen Streitkräfte läuft noch.

Prosegur setzt „kollektiven Pakt“ mit Drohungen durch 19-03-2014

Im März 2014 hat der spanische Multi Prosegur erneut einen „kollektiven Pakt“ durchgesetzt, indem er die Beschäftigten bestochen und bedroht hat. Allen gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten, die bereit waren, sich von der Gewerkschaft und dem Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
zu distanzieren und den im Dezember 2013 von dem Unternehmen verlängerten sogenannten kollektiven Pakt zu akzeptieren, wurden zwei Millionen Pesos geboten.

Fidel Hugo Alfonso, der Vorsitzende der SINTRAVALORES, der Betriebsgewerkschaft Betriebsgewerkschaft Damit kann entweder eine Unternehmensgewerkschaft oder eine gelbe Gewerkschaft gemeint sein bei Prosegur, hat das Vorgehen des Unternehmens scharf verurteilt und die Staatsanwaltschaft aufgefordert, wegen der Verletzung des Vereinigungsrechtes, einer nach dem Strafgesetz zu ahnenden Zuwiderhandlung, strafrechtlich gegen den gesetzlichen Vertreter des Unternehmens vorzugehen. Er hat zudem eine Verwaltungsbeschwerde beim Arbeitsministerium eingereicht, in der er dem Unternehmen Diskriminierung, Behinderung des Vereinigungsrechtes und Verletzung des Tarifvertrages vorwirft.

Morddrohungen gegen Gewerkschafter bei Worldtex Caribe06-03-2014

Am 2. März 2014 haben die Beschäftigten des Textilbetriebes Worldtex Caribe, das in der Freien Exportzone La Candelaria in Mamonal, Cartagena, mehr als 400 Menschen beschäftigt, Morddrohungen gegen die Vorsitzenden und drei weitere Mitglieder der beiden bei dem Betrieb vertretenen Gewerkschaften SINTRATEXTIL und ASTRATEC verurteilt.

Die in einem Pamphlet ausgesprochenen Morddrohungen erfolgten im Anschluss an eine friedliche Demonstration der Beschäftigten aus Protest gegen eine nur 1,94%ige Lohnerhöhung für 2014 und die Weigerung des Betriebes, sich mit den im März 2013 unterbreiteten Forderungen zu befassen.

Bombenanschlag auf führende Gewerkschafterin vereitelt11-02-2014

Am 10. Februar 2014 hat die Confederación General del Trabajo (CGT) den geplanten Anschlag auf Elsa María Páez, Vorstandsmitglied der CGT und der Gewerkschaft UTP, verurteilt.

Der Vorfall ereignete sich am 9. Februar um 22:00 Uhr, als ihr Sicherheitsdienst auf dem Dach ihres Wagens eine hochexplosive Granate entdeckte, die in einem Huhn versteckt war. Die Gewerkschafterin wollte gerade ihren minderjährigen Sohn in ihrem Haus im Stadtzentrum ins Bett bringen. Dank der Präzision und Schnelligkeit ihres Sicherheitsdienstes wurde durch die Bombe niemand verletzt und kein Schaden angerichtet.

Elsa María Páez war bereits früher wiederholt bedroht worden und hatte vor über einem Jahr eine Morddrohung erhalten.

Führende Vertreter der SINTRACARBON erhalten Drohungen in Riohacha24-01-2014

Zwischen Juli 2012 und Januar 2013 erhielten der Vorsitzende und der Schatzmeister des nationalen Vorstands der Kohlearbeitergewerkschaft Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria del Carbón (SINTRACARBON) in der Gemeinde Riohacha, Departement La Guajira, gegen ihre Familien gerichtete Drohungen. Die Gewerkschafter gehörten dem Ausschuss an, der die Gewerkschaft bei den Tarifverhandlungen mit dem Unternehmen Carbones del Cerrejón Limited vertreten hat. Laut Gewerkschaft wurde mit diesen Druckmaßnahmen darauf abgezielt, die Bemühungen der SINTRACARBON um die Wahrung der Arbeitnehmerrechte und die Entwicklung der Region einzudämmen. Der Forderung nach Maßnahmen zum Schutz der Familien wurde im Hinblick auf ihre besonderen Bedürfnisse nicht positiv, kohärent und wirksam entsprochen.

Gewerkschaftsvorsitzende erhält Drohungen in Bucaramanga24-01-2014

Die Regionalsvorsitzende der Vereinigung öffentlicher Dienste von Santander, Asociación Santandereana de Servidores Públicos (ASTDEMP), in der Gemeinde Bucaramanga, Departement Santander, hat Drohungen erhalten.

Am 8. April 2013 wurde im Hauptsitz der Gewerkschaft ein Umschlag gefunden, der ein Pamphlet enthielt, in dem sie zu einem militärischen Ziel und einer öffentlichen Feindin erklärt wurde. Zudem wurden ihr zwei Puppen geschickt, die ihre beiden Töchter darstellten, eine ohne Arm und die andere ohne Bein und im Gesicht und am Körper mit rotem Lack bespritzt. Die Drohung war vom Comando Urbano de los Rastrojos unterzeichnet. Für die Gewerkschaftsführerin gelten zwar bereits spezielle Schutzvorkehrungen, aber sie hat nun auch um Schutzmaßnahmen für ihre Töchter gebeten, bisher jedoch noch keine Antwort erhalten.

Gewerkschaftsführer in Galapa ermordet24-01-2014

Narciso Beltrán, Mitglied der Landarbeitervereinigung Asociación de Trabajadores del Campo (Asotracampo), einer Mitgliedsorganisation des Nationalen Landwirtschaftsverbandes FANAL (Federación Agraria Nacional), der wiederum dem Gewerkschaftsbund CGT angeschlossen ist, wurde am 12. April 2013 in der Kommune Galapa, Atlántico, ermordet.

Beltrán war zwangsumgesiedelt worden, und ein Teil seiner Arbeit konzentrierte sich auf den Kampf um die Rückgabe des Landes. Narciso wurde angeblich von den selbst ernannten Streitkräften gegen die Rückgabe von Land (Ejército Anti Restitución de Tierras) (einer illegalen bewaffneten Gruppe), der Landbesitzer angehören, die mit Drogenhandel und paramilitärischen Gruppen in Verbindung stehen, ermordet. Sein Vater ist stellvertretender Vorsitzender von Asotracampo.

Zum kollektiven Projekt dieser Vereinigung gehört die Vertretung von über 130 Familien, die seit 2001 einen Teil des Gutshofs El Tamarindo besetzt halten, sowie auch die Verteidigung des Rechtes auf Land mittels einer gerechten Landrückgabe.

Laut Amnesty International erhielten diese Bauern Drohungen von paramilitärischen Gruppen, darunter eine gegen einen Landwirt gerichtete Drohung vom 9. April, in der es hieß: „Egal wie, aber ihr werdet hier verschwinden, denn dieses Land hat einen Besitzer“.

Lehrer in Bolívar ermordet24-01-2014

Leonardo García Morera, Lehrer und Mitglied der Lehrergewerkschaft SUTEV (Sindicato Único de Trabajadores de la Educación del Valle), wurde am 13. Februar 2013 in der Gemeinde Bolívar, Valle del Cauca, ermordet.

Leonardo war in den letzten Jahren im staatlichen Bildungswesen tätig gewesen und hatte Grundschulklassen in der Bildungseinrichtung Institución Educativa El Naranjal, Sitz Benjamín Agredo der Stadtgemeinde Bolívar-Valle, Gemeinde El Catre, unterrichtet.

Er verschwand am 13. Februar und wurde in den Abendstunden tot aufgefunden. Der Lehrer hatte Sozialarbeit in der indigenen Gemeinschaft Embrera geleistet und in letzter Zeit mit einer internationalen Organisation Geldmittel verwaltet, um diese Arbeit fortzusetzen. Nach seiner Ermordung sagte eine leitende Mitarbeiterin der Bildungseinrichtung, in der er gearbeitet hatte, dass es Drohungen gegen Leonardo und andere Lehrkräfte gegeben habe, was den zuständigen Behörden gemeldet worden sei.

Gewerkschaftsfeindlichkeit bei der Zuckerfabrik Ingenio La Cabaña 24-01-2014

Die Zuckerfabrik La Cabaña hat sich der Formalisierung der Arbeitsbeziehungen Arbeitsbeziehungen Die individuellen und kollektiven Beziehungen und Kontakte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern am Arbeitsplatz sowie die institutionelle Interaktion zwischen Gewerkschaften, Arbeitgebern und auch der Regierung.

vgl. sozialer Dialog
widersetzt und sich mithilfe der Einstellung von Arbeitnehmern über Subunternehmen geweigert, die Sektion der Landarbeitergewerkschaft Sintrainagro (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria Agropecuaria) anzuerkennen und im Dezember 2012 über die von ihr gestellten Forderungen zu verhandeln. Zudem wurden die Familien der Beschäftigten unter Druck gesetzt. Am 3. Januar 2013 wurden 86 Beschäftigte der Zuckerfabrik La Cabaña entlassen, darunter auch der Vorstand der Gewerkschaft. Der Gewerkschaft angehörende Arbeitnehmer erhielten am 28. Dezember Drohungen und der aktive Gewerkschafter Juan Carlos Pérez Muñoz wurde in der Gemeinde Corinto, Cauca, ermordet. Im März 2013 traten etwa 400 der Sintrainagro angehörende Zuckerarbeiter in der Zuckerfabrik La Cabaña in den Hungerstreik.

Gewerkschaftsführer von Sicherheitskräften angegriffen15-01-2014

Am 10. Januar 2014 haben Beschäftigte des Wasserkraftwerks Central Hidroeléctrica de Caldas (CHEC), die der Elektrizitätsarbeitergewerkschaft SINTRAELECOL-CUT angehören, einer Mitgliedsorganisationen von IndustriALL Global Union, eine Demonstration organisiert, um die Inkraftsetzung ihres Tarifvertrages zu fordern. Die Demonstranten verurteilten ferner die Übergriffe der Empresas Públicas de Medellín (EPM) in Caldas.

Die Demonstranten wurden von der mobilen Einsatztruppe Escuadrón Móvil Antidisturbios brutal angegriffen und verprügelt. Dabei kamen Sprengsätze zum Einsatz, durch die mehrere Beschäftigte und ihre Familien schwer verletzt wurden, darunter der Präsident der Regionalsektion des kolumbianischen Gewerkschaftsdachverbands CUT und der SINTRAELECOL in Caldas, Arturo Óscar Orozco, der sich aufgrund schwerer Augenverletzungen weiterhin in kritischem Zustand im Krankenhaus befindet. Berichten zufolge habe er sein linkes Auge verloren und die Ärzte kämpften darum, sein rechtes Auge zu retten und sein Gesicht zu rekonstruieren.

Dies ist der vierte Mordanschlag auf Óscar Orozco, der von den staatlichen Sicherheits- und Justizbehörden und vor allem von der Staatsanwaltschaft kontinuierlich verfolgt wurde. Letztere hat seine Rolle als führender Vertreter der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft bewusst ignoriert und versucht, ihn zu verurteilen, wobei behauptet wurde, dass er die Anschläge auf ihn selbst inszeniert habe.

Brauereigewerkschaftsführer ermordet 15-01-2014

Ever Luis Marín Rolong, ein führender Vertreter der Brauereigewerkschaft SINALTRACEBA auf regionaler Ebene, wurde am 4. Januar 2014 von Unbekannten ermordet, die sechs Schüsse auf ihn abgaben, als er in der Stadt Soledad auf einen Bus wartete. Am Tag darauf erhielt der Präsident der SINALTRACEBA, Rafael Maldonado Gamboa, Morddrohungen von paramilitärischen Gruppen, als die Gewerkschaft gerade ihre Vollversammlung abhielt.

Verhaftung eines Gewerkschaftsführers der USO13-12-2013

Am 2. November 2013 wurde der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft USO (Unión Sindical Obrera), Darío Cárdenas Pachón, in Villavicencio, Meta, mit Gerichtsbeschluss festgenommen. Ihm werden Behinderung öffentlicher Verkehrswege, Beschädigung natürlicher Ressourcen und schwere Sachbeschädigung vorgeworfen.

Die USO wiederholte, dass seine Verhaftung ein juristisch eingefädeltes Manöver gegen die Ausübung von Gewerkschaftstätigkeiten sei, das mit einer Flugblatt- und Verunglimpfungskampagne sowie mit Drohungen gegen Gewerkschaftsführer und deren Familien einhergehe.

Gewerkschaftsfeindlichkeit bei BioFilm13-12-2013

Am 9. November 2013 berichtete die Gewerkschaftsorganisation SINTRABIOFILM über die systematische Verfolgung, Behinderung und Vereitelung der Gewerkschaftsarbeit und -vertretung im Unternehmen BIOFILM S.A. Die Gewerkschaft bekräftigte, dass sich das Unternehmen geweigert habe, über ihre Forderungen zu verhandeln und dass die Gewerkschaftsführer Drohungen seitens krimineller Gruppen erhalten hätten.

Präsident der CUT in Caldas entgeht Mordanschlag 10-12-2013

IndustriALL Global Union hat den Anschlag auf Óscar Arturo Orozco, den Präsidenten der Regionalsektion des kolumbianischen Gewerkschaftsdachverbands CUT und der Elektrizitätsarbeitergewerkschaft SINTRAELECOL in Caldas, verurteilt.

Zu dem Anschlag kam es, als sich Óscar Orozco in der Nacht des 13. November in seinem Wagen auf dem Weg nach Hause befand. Ein Autofenster wurde von Kugeln getroffen und Orozco erlitt Schnittwunden am Hals und an der linken Hand. Er hat unmittelbar danach der Staatsanwaltschaft Bericht erstattet und ein Ballistikgutachten gefordert.

„Dieser bedauerliche Zwischenfall ist der letzte in einer langen Reihe von Anschlägen, die wir in den letzten Monaten verurteilt haben, und wir erwarten von der Regierung, dass sie für unsere körperliche Unversehrtheit sorgt und unser Leben schützt. Wir fordern eine Untersuchung dieser Übergriffe und dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden", so Óscar Orozco.

Auf Orozco, einen bekannten Streiter für soziale und gewerkschaftliche Anliegen im Departamento Caldas, wurden in den letzten Jahren vier Anschläge verübt, u.a. durch Briefbomben. Am 4. August 2012 wurden der Präsident und mehrere Gewerkschaftssekretäre der CUT in Caldas Opfer eines Anschlages, als sie sich auf dem Weg zu einem Treffen mit Fischern und Bergleuten im Bezirk Arauca befanden. Es wurde jedoch keinerlei Versuch unternommen, den Wagen, in dem sie sich befanden, oder den Vorfall überhaut zu untersuchen. „Ein Jahr später haben die Behörden die Opfer dann sogar selbst beschuldigt, positive Untersuchungsergebnisse gefälscht zu haben. Wir fordern all diejenigen, die uns unterstützen, auf, diesen Fall zu verfolgen, da es so aussieht, als müssten die Opfer des gescheiterten Mordanschlags, nachdem sie mit dem Leben davongekommen sind, nun damit rechnen, von der Staatsanwaltschaft hinter Gitter gebracht zu werden", so ein Sprecher der Gewerkschaft.

Minengewerkschaftsführer bedroht17-10-2013

Im Oktober 2013 meldete die Escuela Nacional Sindical de Colombia Drohungen gegenüber dem Vorsitzenden des Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria Minera, Petroquímica, Agrocombustibles y Energética (Sintramienergética), Sektion Zaragoza, Fredy Urrutia. Die Drohungen begannen Anfang Juni mitten in dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
, den die Gewerkschaft ausgerufen hatte, da mit der Operadora Minera SAS der Unternehmensgruppe Colpatria keine Einigung im Hinblick auf eine Lohnerhöhung und bessere Bedingungen für Gesundheit und Transport erzielt werden konnte.

Nestlé-Beschäftigte im Hungerstreik17-10-2013

Am 10. Oktober 2013 ketteten sich Beschäftigte von Nestlé, die dem Sindicato Nacional de Trabajadores del Sistema Agroalimentario (Sinaltrainal) angehörten, an das Pförtnerhaus der Fabrik in Bugalagrande und traten in Hungerstreik, um zu fordern, dass das multinationale Unternehmen den Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
einhält und die Würde der Arbeitnehmer und der Gewerkschaft respektiert.

Ermordung eines Gewerkschafters in Cali17-10-2013

Am Freitag, den 27. September wurde Fernando Florez Viveros in seinem Haus im Viertel Simón Bolívar in der Stadt Cali ermordet. Viveros war Vorsitzender der Gewerkschaft SINDOEPAL, einer Mitgliedsorganisation der CTC Valle.

Verhaftung eines Gewerkschaftsführers der CUT25-08-2013

Am 25. August 2013 wurde der Gewerkschaftsführer Hubert de Jesús Ballesteros Gómez festgenommen. Er gehört dem Exekutivausschuss der CUT-Kolumbien an, die dem IGB und dem TUCA angeschlossen ist, und wurde im Rahmen des landesweiten Streiks im Agrarsektor festgenommen.

Drummond erkennt Streikrecht nicht an19-08-2013

Am 19. August 2013 widersetzte sich die Central Unitaria de Trabajadores de Colombia (CUT) den Versuchen des multinationalen Unternehmens Drummond, den Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
, den die Beschäftigten des Unternehmens, insbesondere die in der Gewerkschaft Sintraminergética organisierten Beschäftigten, führten, zu brechen und verurteilte die „Komplizenschaft“ der Arbeitsbehörden mit dem Unternehmen. Zwei hochrangige Mitarbeiter des transnationalen Unternehmens riefen mit Zustimmung des Arbeitsministeriums zu einer Abstimmung über die Beendigung des Streiks auf, ohne zu berücksichtigen, dass die Streikmaßnahme von den bei Drummond organisierenden Gewerkschaften ergriffen worden war und laut Angaben der Gewerkschaft im Einklang mit der Verfassung, den Arbeitsgesetzen und den internationalen Übereinkommen durchgeführt wurde.

Gewerkschaftsfeindliche Praktiken bei Pacific Rubiales Energy 24-09-2013

Die Gewerkschaft USO (Unión Sindical Obrera) hat am 30. Mai 2013 ein Gerichtsverfahren gegen den Erdölmulti Pacific Rubiales Energy angestrengt. Angaben der Gewerkschaft zufolge verstößt das Unternehmen systematisch gegen die Gewerkschaftsrechte der Ölarbeiter in der Region Puerto Gaitán. Mehr als 3000 USO-Mitglieder wurden entlassen, weil sie für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt hatten.

Zahlreichen Erfahrungsberichten zufolge müssen die Beschäftigten beweisen, dass sie ihre USO-Mitgliedschaft aufgegeben haben, bevor die in der Region Puerto Gaitán tätigen Ölunternehmen sie einstellen.

Entlassung von Gewerkschaftsführern bei EPS EmdiSalud13-08-2013

Am 13. August 2013 meldete die Confederación General del Trabajo (CGT) das missbräuchliche Vorgehen der Empresa Mutual para el Desarrollo Integral de la Salud ESS (EmdiSalud EPS-S) in Tunja in Form von Massenentlassungen von Beschäftigten und Gewerkschaftsführern als Vergeltungsmaßnahme für die Vorlage einer Reihe von Forderungen.

Prosegur leitet Strafverfahren gegen Gewerkschafter ein31-08-2013

Im August 2013 reichte das multinationale Unternehmen strafrechtliche Klage wegen Beleidigung gegen acht gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte ein und forderte eine Entschädigungszahlung von 500.000 USD von ihnen. Die Beschäftigten, gegen die sich die Klage richtet, sind Fidel Alfonso, Vorsitzender von Sintravalores, und sieben führende Vertreter dieser Gewerkschaft in Medellín. Zwei Funktionäre von Prosegur beschuldigen sie aufgrund einiger Ausdrücke, die sie während einer Sitzung verwendet hatten, der Beleidigung. Zudem werden zwei von ihnen der Sachbeschädigung beschuldigt, da sie angeblich Parolen an die Wände geschrieben haben.

Coca Cola versucht, die Tarifverhandlungen zu untergraben26-07-2013

Am 26. Juli 2013 entließ der Abfüllbetrieb von Coca Cola in Medellín 132 Vertragsarbeiter, von denen 18 gewerkschaftlich organisiert waren. Laut der Gewerkschaft Sinaltrainal sollten die Entlassungen verhindern, dass die Arbeitnehmer über ihre Forderungen verhandeln und bessere Löhne durchsetzen.

Tesca hat sich geweigert, über die Forderungen der Gewerkschaft zu verhandeln31-08-2012

Im August 2012 weigerte sich Tecsa, ein Subunternehmen der Sociedad Portuaria im Hafen von Buenaventura, über die von der Gewerkschaft Unión Portuaria vorgelegten Forderungen zu verhandeln, bei denen es um Gleichberechtigung im Hinblick auf die Löhne und die Direktbeschäftigung von Arbeitnehmern, die über zwischengeschaltete Unternehmen bereits seit über fünf Jahren für das Unternehmen arbeiteten, ging. Tecsa hat 117 Vertragsarbeiter entlassen, die eine Direktanstellung gefordert hatten und allesamt afroamerikanischer Abstammung und gewerkschaftlich organisiert waren.

Gewerkschaftsfeindliches Vorgehen bei Flexo Spring31-03-2013

Im März 2013 verurteilte die Federación Nacional de Trabajadores de la Industria de las Artes Gráficas, Papeleros y Afines (Fenalgrap) das gegen die Gewerkschaft Sindicato de Trabajadores de Flexo Spring S.A.S (Sintraflexospring) gerichtete gewerkschaftsfeindliche Vorgehen. Fenalgrap gibt an, dass das Unternehmen seit der Gründung der Organisation gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte verfolgt und sie unter Druck setzt, um zu verhindern, dass die Organisation mehr Mitglieder gewinnt.

Angriff auf Taxifahrer bei einer friedlichen Versammlung03-07-2013

Am 3. Juli 2013 wurden 16 Taxifahrer, die Mitglieder der Sindicato Nacional de Trabajadores del Transporte (SNTT) sind, während einer friedlichen Demonstration in Cartagena, Kolumbien, von der Polizei angegriffen und festgenommen.

Sodimac verweigert Verhandlungen in gutem Glauben31-01-2013

Im Januar 2013, als die Beschäftigten des Baumaterialunternehmens Sodimac eine Gewerkschaft gründeten (Sintrasodimac), reagierte der Arbeitgeber unverzüglich mit Repressalien und versuchte, den Beschäftigten einen parallelen Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
aufzuzwingen, um sie zu einem Austritt aus der Gewerkschaft zu veranlassen.

Gewerkschaftliche Verfolgung von Zuckerrohrschneidern31-07-2013

Im Juli 2013 begann die Zuckerfabrik Risaralda, die derselben Unternehmensgruppe wie die Fabriken Incauca und Providencia angehört, mit gewerkschaftsfeindlichen Maßnahmen gegen 400 Zuckerrohrschneider und drohte ihnen mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Die Zuckerfabrik nutzt ihre dominante Position aus und hetzt die Subunternehmen PROCAÑA SAS, MATECAÑA SAS und die Gewerkschaftsorganisation SINTRAIDUBAL dazu auf, die Vertragsarbeiter dazu zwingen, dieser Gewerkschaft beuzutreten, da andernfalls ihr Vertrag nicht verlängert werde.

Colpapel Kimberly verweigert Verhandlungen mit der Gewerkschaft30-06-2013

Im Juni 2013 stimmten die Arbeitnehmer dafür, sich an das Schiedsgericht zu wenden, nachdem die Frist für eine direkte Einigung bei den Verhandlungen zwischen der kürzlich gegründeten Gewerkschaft Sintrapulcar-Tocancipá und dem US-amerikanischen multinationalen Unternehmen Colpapel Kimberly abgelaufen war. Die Abstimmung erfolgte in vier Betrieben des Unternehmens in dem Land. Der vom Unternehmen ausgeübte Druck diente offensichtlich dazu, die Arbeitnehmer dazu zu bringen, sich für das Schiedsgericht zu entscheiden und stellte eine Strategie zur Verunsicherung der Gewerkschaft dar.

U-Bahn von Medellín verweigert Verhandlungen mit Beschäftigten31-07-2013

Die U-Bahn der Stadt Medellín nahm sich eineinhalb Monate Zeit, bevor sie schließlich akzeptierte, mit der kürzlich gebildeten Gewerkschaft zu verhandeln. Im Juli 2013 stimmte das Unternehmen lediglich zu, über 2 der 48 von Sintrametro eingereichten Forderungen zu verhandeln, wobei es sich um Forderungen in Bezug auf gesetzliche Bestimmungen handelte, die zu dem Zeitpunkt nicht vom Unternehmen eingehalten wurden. Die Geschäftsleitung blähte die Zahlen für die Gesamtkosten der Forderungen auf, um sie als unhaltbar darzustellen.

Missachtung des Tarifvertrages30-11-2012

In der Stadt Pereira begannen im November 2012 sechs Beschäftigte von Multiservicios, eines in Liquidation befindlichen städtischen Unternehmens, einen Hungerstreik, um die Entlassung von 200 Beschäftigten im Widerspruch zu ihrem Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
zu verhindern.

Mord an Gewerkschafter(inne)n31-07-2012

Mindestens 18 Gewerkschafter/innen wurden während des Jahres 2012 in Kolumbien getötet und 359 erhielten Morddrohungen.

Im Juli 2012 wurde Eder Tomás Cárdenas Chitiva, ein führender Vertreter der Gewerkschaft SINDISPETROL, in der Stadt Paratebueno, Cundinamarca, ermordet. Er gehörte einer Gruppe von Beschäftigten des spanischen Konzerns Masa Acciona an, die an einer unbefristeten Arbeitsniederlegung teilnahmen, um auf den Beginn von Verhandlungen zu drängen. Angaben von Gewerkschaftsvertretern zufolge haben die Beschäftigten seit dem Beginn der unbefristeten Arbeitsniederlegung Morddrohungen von bewaffneten kriminellen Banden erhalten.

Eingriffe von Arbeitgebern und gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung31-03-2013

Der Telekommunikationsriese Claro ist bekannt für seine gewerkschaftsfeindlichen Aktivitäten in Kolumbien. Bei dem Betrieb Comcel, der zu dem Konzern gehört, gibt es keine Gewerkschaft. Bei Telmex-Colombia, ebenfalls Teil der Claro-Gruppe, hat die Gewerkschaft (SintraTelmex) lediglich 190 Mitglieder unter den Beschäftigten. Trotz der Schwäche der SintraTelmex hat das Unternehmen jedoch eine Reihe gewerkschaftsfeindlicher Maßnahmen ergriffen, einschließlich der Entlassung führender Gewerkschaftsvertreter.

Nachdem sie angewiesen worden war, wegen der Gründung einer Gewerkschaft unrechtmäßig entlassene Beschäftigte wieder einzustellen, wies die Fundación Universitaria San Martín ihnen untergeordnete Positionen an verschiedenen Orten auf dem Campus zu.

Im März 2013 legten rund 400 Zuckerarbeiter und Mitglieder der Gewerkschaft Sintrainagro bei dem Betrieb La Cabaña in der Region Cauca die Arbeit nieder, nachdem etwa 100 Mitglieder der Gewerkschaft entlassen worden waren und man Juan Carlos Pérez, einen ihrer profiliertesten Gewerkschafter, ermordet hatte.

Tarifverhandlungen praktisch nur noch von marginaler Bedeutung31-12-2010

Geht man von mehr als einer Million Betriebe und 19 Millionen Arbeitnehmer(inne)n in Kolumbien aus, so wird deutlich, dass Tarifverhandlungen in der Praxis nur noch von marginaler Bedeutung sind. In den vergangenen acht Jahren nahm die Zahl der Tarifverhandlungen kontinuierlich ab. Die kolumbianische Regierung hat keine Maßnahmen ergriffen, um freie und auf dem Prinzip von Treu und Glauben basierende Tarifverhandlungen zu fördern. Der unter Arbeitgebern weit verbreiteten gewerkschaftsfeindlichen Haltung, die sich in Praktiken manifestiert, die dem Handlungsprinzip von Treu und Glauben und den Vorstellungen von freien Tarifverhandlungen klar zuwiderlaufen, stehen keine angemessenen rechtlichen oder behördlichen Instrumente gegenüber, mit denen ein wirksamer Schutz der Arbeitnehmerrechte bei Tarifverhandlungen gewährleistet werden könnte.

IAO-Empfehlungen immer wieder missachtet31-12-2010

Es mangelt an rechtlichen Instrumenten, mit denen die Umsetzung der Empfehlungen der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Kontrollorgane gewährleistet werden könnte, so dass es weiterhin dem Good Will der Regierung überlassen bleibt, wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, um Verstöße gegen die IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Übereinkommen zur Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
zu verhindern bzw. zu beenden. Die Gewerkschaftsorganisationen sind daher gezwungen, erneut gerichtliche Verfahren einzuleiten, um auf diese Weise den IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Empfehlungen zur Durchsetzung zu verhelfen. Im Fall der Gewerkschaft der Beschäftigten des kolumbianischen Roten Kreuzes (SINTRACRUZROJA COLOMBIA), die im Jahr 2004 eine Beschwerde beim IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Ausschuss für Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
eingereicht hatte, musste schließlich angesichts der Untätigkeit der Regierung ein gerichtliches Verfahren eingeleitet werden. Seit dem 31. März 2009 wartet man diesbezüglich auf eine endgültige Entscheidung des kolumbianischen Obersten Gerichtshofes.

Streik als Recht der Gewerkschaften und der Gesellschaft31-12-2010

Wie schon in den vorhergehenden Jahren verstärkte sich auch im Jahr 2010 der Trend hin zu Protestaktionen von nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer(inne)n und/oder von Beschäftigten des informellen Sektors. Hierzu zählten beispielsweise die Protestaktionen von Berufskraftfahrern, Transporteuren, Kippwagenfahrern, Mototaxifahrern, Fußballspielern oder der Protest von rund 2.000 Müllsammlern in Bogotá sowie die Protestaktionen von Verkäufern und Händlern des informellen Sektors in verschiedenen kolumbianischen Städten sowie von den im informellen Sektor tätigen Benzinverkäufern und den als Schmuggler arbeitenden Gepäckträgern im Grenzgebiet zu Venezuela. So fanden beispielsweise allein in Medellín und Umgebung rund 15 Protestaktionen von städtischen Busfahrern statt, die häufig bei ihrer Arbeit Erpressungen und Anschlägen auf das Leben, die persönliche Freiheit und die körperliche Unversehrtheit ausgesetzt sind.

Besondere Beachtung verdient der Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
beim transnationalen Milchpulverunternehmen DPA-Nestlé (vormalig Cicolac, ebenfalls unter Leitung von Nestlé) im Februar 2010, an dem sich rund 140 Beschäftigte dieses Unternehmens beteiligten und der 40 Tage andauerte. Auslöser dieses Streiks war u.a. die Weigerung des Unternehmens, auf einen im Dezember 2009 vorgelegten Forderungskatalog einzugehen. Dieser Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
wurde von einer Medienoffensive begleitet, die darauf abzielte, die streikenden Arbeitnehmer/innen herabzuwürdigen und Druck auf sie auszuüben.

Im Oktober 2010 protestierte der Verband der erkrankten Drummond-Beschäftigten ASOTREDP (Asociación de Trabajadores Enfermos de la Drummond-Puerto) vor dem Gebäude des kolumbianischen Ministeriums für Soziale Sicherheit, um auf den schlechten Gesundheitszustand aufmerksam zu machen, den die Minenarbeiter ihrer Arbeit in den Kohleminen dieses multinationalen Unternehmens anlasten. Auch Minenarbeiter aus dem Kohleabbaugebiet im Flussbecken des Sinifaná im Südwesten des Departements Antioquia gingen auf die Straße, nachdem sich in der Gemeinde Amagá ein schweres Grubenunglück mit 74 Toten ereignet hatte.

Im Juni 2010 führten die in der nationalen Bergbau- und Energiegewerkschaft SINTRAMIENERGÉTICA (Sindicato Nacional de Trabajadores de la Industria Minera y Energética) organisierten Arbeitnehmer/innen der im Besitz des schweizerischen multinationalen Unternehmens Glencore befindlichen Mine „Carbones de La Jagua“ in der Gemeinde La Jagua de Ibírico (Departement César) einen 40-tägigen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
durch. Es konnte schließlich eine Einigung erzielt werden, so dass es zur Unterzeichnung eines Tarifvertrages kam. Auch die Gemeinden Segovia und Remedios im Departement Antioquia waren im September 2010 Schauplatz von mehreren Arbeitskämpfen, die in einem als „paro cívico“ bezeichneten Bürgerstreik gipfelten, an dem sich auch die Bevölkerung dieser Gemeinden beteiligte. Bei diesen Arbeitskämpfen ging es um die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. der Besitzrechte der Belegschaft an dem zum Verkauf stehenden insolventen Unternehmen Frontino Gold Mines. Diese Arbeitskämpfe lassen die schwerwiegenden Probleme des Bergbaus und seine verheerenden Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung klar zu Tage treten und machen deutlich, wie nationale Interessen von den Interessen des multinationalen Kapitals untergraben werden.

Praktiken zur Verhinderung von Gewerkschaftsbeitritten30-11-2009

Dienstverträge (auch „Ordenes de Prestación de Servicios“ oder kurz „OPS“ genannt) und zivilrechtliche Verträge machen es den Beschäftigten unmöglich, sich Gewerkschaftsorganisationen anzuschließen, da für sie andere gesetzliche Regelungen als für normale Arbeitnehmer/innen gelten.

Zunahme beim Outsourcing30-11-2009

Unterauftragsvergabe bzw. Outsourcing Outsourcing vgl. Contracting Out boomen weiterhin, vor allem durch die Gründung sogenannter Arbeitskooperativen (Cooperativas de Trabajo Asociado). Die dort Beschäftigten gelten nicht als Arbeitnehmer und genießen folglich nicht die in der Arbeitsgesetzgebung verankerten grundlegenden Arbeitnehmerrechte, sondern unterliegen vielmehr der Gesetzgebung für Kooperativen und nicht den für Arbeitnehmer geltenden arbeitsrechtlichen Regulierungen. Sie können auch keiner Gewerkschaft beitreten, u. a. weil sie nicht als Arbeitnehmer/innen gelten.

Tarifverhandlungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst weiterhin nur eingeschränkt möglich30-11-2009

Die kolumbianische Regierung weigert sich weiterhin, den im öffentlichen Dienst Beschäftigten die volle Ausübung ihres Tarifverhandlungsrechts zu gewährleisten, obwohl die IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Übereinkommen 151 und 154 durch Kolumbien ratifiziert wurden und außerdem im Jahr 2009 die Verordnung Nr. 535 erlassen wurde, die sich aber in Wirklichkeit nur auf die Konzertierung bezieht, einer Situation also, die nicht mit echten Tarifverhandlungen zu vergleichen ist.

Kollektivverträge30-11-2009

Trotz eines leichten Anstiegs bei der Zahl der unterzeichneten Tarifverträge im Jahr 2009 (360 gegenüber 280 im Jahr 2008 laut Zahlen des Ministeriums für Soziale Sicherheit), kommt es weiterhin zu Verstößen gegen das IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Übereinkommen 98. Auch dieses Jahr wurden 221 Kollektivverträge abgeschlossen (die gleiche Zahl wie im Jahr 2008), die von den Arbeitgebern dazu benutzt werden, den nicht gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine bessere Absicherung anzubieten und so zu erreichen, dass diese davon Abstand nehmen, sich einer Gewerkschaft anzuschließen.

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