3 – Regelmäßige Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

Lesotho

Die Mitgliedsorganisation des IGB in Lesotho ist die Lesotho Labour Council (LLC).

Praxis

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Letseng Diamonds verweigert Dialog mit Gewerkschaften 28-07-2017

Am 28. Juli 2017 hat Letseng Diamonds (das zu 70 Prozent dem britischen Unternehmen Gem Diamonds und zu 30 Prozent der Regierung gehört) die von den Bergarbeitergewerkschaften vorgebrachten Vorwürfe bezüglich ausbeuterischer Arbeitsbedingungen als unbegründet zurückgewiesen. Im Februar hatte das Unternehmen eine Befreiung von den Bestimmungen des Arbeitsgesetzes beantragt, die die Wochenarbeitszeit auf maximal 45 Stunden begrenzen und den Arbeitgeber verpflichten, Tätigkeiten an Ruhe- oder öffentlichen Feiertagen doppelt zu vergüten. Die von der Gewerkschaft Construction and Mine Workers Association‘s Union (CAMAU) vertretenen Beschäftigten forderten eine Verbesserung des unzulänglichen Arbeitsschutzes in der Mine, in der es u.a. an Schutzausrüstung und medizinischer Versorgung fehlt. Ebenfalls angesprochen wurden Bedenken in Bezug auf die Einstellung ausländischer Arbeitskräfte, die sich auf die gewerkschaftlichen Organisierungsbemühungen ausgewirkt habe. Obwohl das Unternehmen die Unterstützung des Dialogs durch den Bergbauminister akzeptiert hat, lehnt es die Forderungen der Beschäftigten nach einer Verbesserung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen weiterhin ab.

Justizvollzugsdienst suspendiert und entlässt Vorsitzenden seiner Personalvertretung wegen Kritik an neuem Gesetz 12-10-2016

Der Justizvollzugsdienst (Lesotho Correctional Service, LCS) hat den Generalsekretär und amtierenden Vorsitzenden seiner Personalvertretung, Lebonejoang Ramohalali, entlassen, der bereits seit Januar 2016 vom Dienst suspendiert war, weil er sich im Radio zu dem neuen LCS-Gesetzentwurf geäußert hatte, der strafbare Handlungen und Strafen für das Personal regelt.

Ramohalali hatte am 4. Januar 2016 im lokalen Radiosender PC FM die Tatsache kommentiert, dass der neue Gesetzentwurf bezüglich des Justizvollzugsdienstes ohne Beteiligung der Abgeordneten der Opposition verabschiedet worden sei, die zu dem Zeitpunkt die Nationalversammlung boykottiert hatten. Am 6. Januar war Ramohalali von der LCS-Leitung suspendiert worden, weil er seine Kommentare ohne Genehmigung abgegeben und die Legislative „in eklatanter Weise untergraben bzw. in Frage gestellt“ habe. Am 18. April wurde er, noch suspendiert, darüber unterrichtet, dass er auf die unterste Stufe degradiert worden sei. Am 24. August äußerte sich Ramohalali erneut im Radio und erklärte, dass das neue Gesetz lediglich auf Strafen für das Personal eingehe und nicht auf dessen Wohlergehen. Die Radiosendung wurde von drei bewaffneten Mitarbeitern des LCS brutal unterbrochen. Am 15. September erhielt Ramohalali ein Schreiben der LCS-Leitung mit Datum vom 7. September, mit dem er über seine geplante Entlassung unterrichtet und aufgefordert wurde, binnen 21 Arbeitstagen darauf zu reagieren. Der LCS hat das Kündigungsschreiben am 12. Oktober verschickt, d.h. vor Ablauf der Kündigungsfrist, und somit das Datum, an dem die Kündigung wirksam wird, nicht respektiert.

Streikverbot für Lehrkräfte05-05-2012
Ersatzarbeitskräfte05-04-2013

Als die National Union of Commerce, Catering and Allied Workers im Zusammenhang mit höheren Löhnen und dem Rückgriff auf Zeitarbeitskräfte einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
bei Sun International South Africa begann, beschaffte das Unternehmen Arbeitsgenehmigungen für Ersatzarbeitskräfte aus Betriebseinheiten in Kimberley, Bloemfontein und Thaba Nchu in Südafrika.

Ausbeutung in chinesischen Textilfabriken31-12-2011

Der Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes Lesotho Congress of Democratic Unions (LECODU), Tšeliso Ramochela, hat bessere arbeitsrechtliche Regelungen für die Textilindustrie gefordert. Anlässlich eines Textilarbeiterstreiks im August 2011 warnte er vor der Ausbeutung der Beschäftigten in einer von chinesischen Arbeitgebern beherrschten Branche. Der gewerkschaftliche Organisierungsgrad hat sich in der für das Land so wichtigen Textilindustrie in den letzten Jahren zwar verbessert, aber viele Arbeitgeber setzen sich weiterhin über die Arbeitsgesetze hinweg oder nutzen Gesetzeslücken aus.

Gesetze nicht in Kraft gesetzt31-12-2010

Um die Achtung der Gewerkschaftsrechte ist es in diesem Land schlecht bestellt. Im privaten Sektor machen es die komplexen Verfahren und die Gewerkschaftsfeindlichkeit der Arbeitgeber äußerst schwierig, eine Gewerkschaft zu gründen. Obwohl gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung Gewerkschaftsfeindliche diskriminierung Jede Praxis, die eine/n Beschäftigte/n oder eine Gruppe von Beschäftigten aufgrund einer früheren, gegenwärtigen oder zukünftigen Gewerkschaftsmitgliedschaft, legitimer Gewerkschaftsaktivitäten oder der Inanspruchnahme von Gewerkschaftsdiensten benachteiligt; beinhaltet Entlassungen, Versetzungen, Degradierungen, Belästigungen und Ähnliches

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
gesetzlich verboten ist, hindern viele Arbeitgeber Gewerkschaftsorganisatoren nach wie vor daran, das Betriebsgelände zu betreten, um die Beschäftigten zu organisieren oder sie bei Konflikten zu vertreten. In einigen Fällen schüchtern die Arbeitgeber Gewerkschaftsorganisatoren und -mitglieder ein, wobei sie Letzteren mit einer Entlassung drohen, besonders in einheimischen Industrien.

Keine legalen Streiks31-12-2010

Infolge der komplizierten Streikverfahren haben seit vielen Jahren keine offiziellen Streiks in dem Land stattgefunden. Im Laufe der Jahre ist es jedoch regelmäßig zu spontanen Protestaktionen gekommen. Da diese technisch gesehen gesetzwidrig sind, laufen die Beschäftigten weiterhin Gefahr, ihren Arbeitsplatz zu verlieren und vor Gericht gestellt zu werden, wenn sie sich daran beteiligen.

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