4 – Systematische Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

Uganda

Die Mitgliedsorganisation des IGB in Uganda ist die National Organisation of Trade Unions (NOTU).

Praxis

Browse by:

Mehr als 80 Beschäftigte auf niederländischer Blumenfarm Chemikalien ausgesetzt 21-10-2016

Am 21. Oktober mussten mehr als 80 Beschäftigte der niederländischen Blumenfarm Royal Van Zanten wegen verschiedener Gesundheitsbeschwerden behandelt werden, nachdem sie in einem der Gewächshäuser in Wakiso giftigen Chemikalien ausgesetzt worden waren. Angaben der Gewerkschaft Uganda Horticultural Industrial Services Provider and Allied Workers Union (UHISPAWU) und des Anwältinnen-Verbandes Ugandan Association of Women Lawyers (FIDA-Uganda) zufolge hätten die Verwalter der Farm am Vormittag des 21. Oktober eine Gruppe von rund 40 Beschäftigten in ein zwei Tage zuvor mit Pestiziden desinfiziertes Gewächshaus geschickt, um Blumen zu schneiden, obwohl die Sicherheitsbestimmungen eine Wartezeit von mindestens fünf Tagen vorsehen. Als die erste Gruppe bereits schwere Vergiftungssymptome aufwies (krampfhaftes Erbrechen, akute Kopf- und Unterleibsschmerzen, schwere Haut- und Augenreizungen usw.), wurde eine zweite Gruppe in das Gewächshaus geschickt, um die Arbeit fortzusetzen. Bei diesen Beschäftigten traten dieselben Symptome auf. Trotz ihrer schweren Vergiftungen wurden die Betroffenen nicht in ein Krankenhaus gebracht, sondern in der betriebseigenen Klinik und zum Teil in einer nahe gelegenen Klinik behandelt. Die Beschäftigten bekamen vorwiegend Schmerzmittel und wurden später ohne medizinische Unterlagen entlassen. Royal Van Zanten hat sämtliche Rechnungen beglichen. Vier Beschäftigte erhielten jeweils 40.000 Schilling (etwa 10 USD) zur Deckung weiterer medizinischer Kosten. Nachdem die Beschäftigten auf Initiative der UHISPAWU und des FIDA-Uganda in ein Krankenhaus gebracht worden waren, wurden chemische Vergiftungen nachgewiesen. Mehrere Beschäftigte waren einen Monat später immer noch im Krankenhaus.

Obwohl die Geschäftsführung der Farm eine Erklärung veröffentlicht hat, in der Treffen von Vertretern des Unternehmens, der Beschäftigten und des Arbeitsministeriums erwähnt wurden, weist sie jede Verantwortung für den Vorfall zurück. Die Geschäftsführung argumentiert, dass die Beschäftigten die Sicherheitsvorschriften nicht beachtet und das Gewächshaus vor Ablauf der vorgeschriebenen Frist betreten hätten. Sie behauptet ferner, dass alle erforderlichen medizinischen Verfahren und Tests für die Beschäftigten durchgeführt worden seien und ergeben hätten, dass keine bleibenden Schäden entstanden seien.

Das Handelsministerium hat sich auf die Seite des Unternehmens gestellt und bestritten, Beschwerden der Beschäftigten gehört zu haben. Das Ministerium hat zudem bekannt gegeben, dass es sich gemeinsam mit dem Arbeitsministerium um die Angelegenheit kümmern werde, „um sicherzustellen, dass Uganda seinen Exportmarkt für Blumen nicht verliert“.

Laut UHISPAWU erhalten die Beschäftigten von Royal Van Zanten Löhne zwischen 100.000 Schilling (27 US$) und 200.000 Schilling (54 US$) pro Monat. Obwohl sie täglich gefährlichen Chemikalien ausgesetzt sind, erhalten sie abgesehen von Gummistiefeln und Schürzen keinerlei sonstige Schutzausrüstung. Fahrlässige Expositionen sind nicht unüblich. Ein ähnlicher Vorfall hatte sich bereits ein Jahr zuvor ereignet, und zu einem weiteren kam es 10 Tage nach dem Vorfall von Wakiso bei einer anderen Farm von Royal van Zanten in Mukono. Die Geschäftsführung gab wieder den Beschäftigten die Schuld, die mit den Chemikalien „in unverantwortlicher Weise“ umgegangen seien und die Anweisungen nicht befolgt hätten.

Verhaftungen von Gewerkschaftern keine Seltenheit19-05-2014

Verhaftungen von Gewerkschaftern sind keine Seltenheit. Ezra Kanyana von der Künstlergewerkschaft und Basra Stephen von den Gartenbaugewerkschaften wurden verhaftet, als sie die Einführung eines Mindestlohns forderten. Demonstrationen werden häufig verboten. Am 1. Mai 2013 wurden die Führungsspitzen der Central Organisation of Free Trade Unions (COFTU) und der National Organisation of Trade Unions (NOTU) während der Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit festgenommen, als sie einen Mindestlohn forderten. Sie wurden zwei Tage lang auf dem Polizeirevier von Kampala festgehalten, bevor man sie gegen Kaution freiließ.

Tarifabschluss ignoriert, Vereinigungsfreiheit verweigert 31-12-2010

Die National Organisation of Trade Unions (NOTU) berichtete im November, sie habe beim Generalinspektor der Polizei, Generalmajor Kale Kayihura, eine Petition bezüglich der Arbeitsbedingungen privater Sicherheitskräfte eingereicht. Mehr als 35 private Sicherheitsunternehmen sind bei der Polizei registriert, viele davon mit mehr als 250 Beschäftigten. Die Wachmänner beklagten sich, dass die in den Tarifabschlüssen festgelegten Bedingungen, darunter Entschädigung für Verletzungen und korrekte Verfahrensweisen bei Entlassungen, nicht respektiert würden. Sie beklagten außerdem, dass in einigen Fällen Arbeitgeber ihren Beschäftigten das Recht, einer Gewerkschaft beizutreten, verweigern.

Keine Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst31-12-2010

Im öffentlichen Dienst durfte keine einzige Gewerkschaft über die Löhne und Gehälter oder die Arbeitsbedingungen verhandeln, die de facto von der Regierung festgelegt wurden (betroffen waren auch medizinisches Personal und Lehrkräfte).

© ITUC-CSI-IGB 2013 | www.ituc-csi.org | Contact Design by Pixeleyes.be - maps: jVectorMap