5 – Rechte nicht garantiert
Der Globale Rechtsindex des IGB

Bangladesch

Die Mitgliedsorganisationen des IGB in Bangladesch sind der Bangladesh Free Trade Union Congress (BFTUC), der Bangladesh Jatyatabadi Sramik Dal (BJSD), die Bangladesh Labour Federation (BLF), die Bangladesh Mukto Sramik Federation (BMSF), die Bangladesh Sanjukta Sramik Federation (BSSF) und die Jatio Sramik League (JSL).

Am 24. April 2013 kamen mindestens 1.129 Beschäftigte beim Einsturz des achtstöckigen Gebäudekomplexes Rana Plaza in Savar, einem Vorort von Dhaka, ums Leben. In dem Gebäude mit insgesamt 5 Textilfabriken waren rund 5.000 Menschen beschäftigt. Zu den Fabriken gehörte auch die von New Wave, die große weltweite Marken wie Mango, Primark sowie die kanadische Supermarktkette Loblaws beliefert. Die Firma Ether Tex Ltd., die Abnehmer wie z. B. Walmart und C&A beliefert, war ebenfalls in dem Gebäude untergebracht, ebenso wie die Strickwarenfabrik Phantom TAC, ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem spanischen Textilunternehmen, das sich auf seiner Internetseite mit seinem „einzigartigen Label für soziale Transparenz” rühmte, das „hohe Standards bei den Arbeitsbedingungen in der Fabrik” garantiere. In dem Gebäude waren darüber hinaus eine Bank und verschiedene Ladengeschäfte untergebracht. Zum Zeitpunkt des Zusammensturzes sollen sich rund 2.000 Menschen in den oberen Stockwerken des Gebäudes befunden haben.

Am 24. November 2012 brach in der Fabrik Tazreen Fashions Ltd ein Brand aus, bei dem mehr als 100 Beschäftigte ums Leben kamen. Dieses Unglück folgt auf die jüngsten Brandkatastrophen in Textilfabriken in den pakistanischen Städten Lahore und Karatschi im September 2012, die insgesamt über 300 Todesopfer forderten. Als Ursache dieser Brände gilt offenbar eine fehlerhafte Verkabelung, häufig mit billigen und nicht isolierten Kabeln, die überhitzen und solche Katastrophen verursachen können. Um die Betriebskosten so niedrig (und den Profit so hoch) wie möglich zu halten, machen Bekleidungsunternehmen in Bangladesch häufig große Abstriche beim Arbeitsschutz.

Die gewerkschaftsfeindliche Haltung der Branche insgesamt hat bislang verhindert, dass für problematische Arbeitsbeziehungsfragen wie die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten im Rahmen von Dialog und Tarifverhandlungen eine Lösung gefunden werden konnte. Stattdessen kämpft die Branche mit Unterstützung der Regierung für gewerkschaftsfreie Betriebe und fördert Mitwirkungsgremien, die nicht berechtigt sind, über die Tarife und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer/innen zu verhandeln und die häufig von unter den Beschäftigten handverlesenen Vertretern der Betriebsleitung dominiert werden, anstatt von Gewerkschaften.

Derzeit läuft ein Prozess unter Federführung der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
, mit dem das Arbeitsgesetz von 2006 in einigen prioritären Bereichen reformiert werden soll. Vorgeschlagen werden unter anderem eine Abänderung der Vorschrift, dass 30 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes Mitglied einer Gewerkschaft sein müssen, damit diese registriert werden kann, der Wegfall der Meldepflicht der Namen der Gewerkschaftsgründer an den Arbeitgeber sowie eine Änderung hinsichtlich der Festlegung der Anzahl von Gewerkschaftsfunktionären, die nicht in dem Unternehmen selbst beschäftigt sein können. Nach mehreren Sitzungen im Rahmen des dreigliedrigen Dialogs unter Leitung der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Kommentare beim Arbeitsministerium eingereicht. Da das Parlament von Bekleidungsfabrikbesitzern beherrscht wird, besteht allerdings die Befürchtung, dass, selbst wenn die Vorschläge akzeptiert werden, das Parlament diese immer noch abändern kann, um den Interessen der Textilindustrie zu dienen.

Praxis

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Zulassung von Gewerkschaften nach wie vor mit Hindernissen verbunden15-06-2016

Drei Jahre nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes „Rana Plaza“, bei dem 1.200 Menschen ums Leben kamen, hält sich die Regierung immer noch nicht an den Nachhaltigkeitspakt für Bangladesch, der gemeinsam mit der Europäischen Union und mit Unterstützung der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
konzipiert wurde, um die Arbeitnehmerrechte und den Arbeitsschutz in der Textilindustrie zu verbessern. Das Fazit einer im Januar 2016 veröffentlichten Auswertung von IGB, IndustriALL Global Union und Uni Global Union lautet, dass „die Regierung von Bangladesch und die Textilindustrie immer noch viel zu viel tun müssen, nicht nur, um die Sicherheit zu gewährleisten, sondern auch, um die grundlegende Achtung der Gesetze zu garantieren, einschließlich sowohl nationaler als auch internationaler Arbeitsnormen.“

Eine hochrangige dreigliedrige Delegation der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
, die Mitte April 2016 in das Land gereist ist, hat Besorgnis bezüglich der Zulassung von Gewerkschaften geäußert. Aus vom Solidarity Centre in Dhaka zusammengestellten Zahlen ging hervor, dass die Regierung während des Jahres 2015 73 Prozent der gestellten Anträge abgelehnt hat. Bis Mitte April 2016 waren 13 Anträge eingereicht, jedoch nur drei bewilligt und die große Mehrheit abgelehnt worden.

In lediglich rund 10 Prozent der mehr als 4.500 bangladeschischen Textilfabriken gibt es laut Human Rights Watch zugelassene Gewerkschaften. Das Arbeitsgesetz besagt, dass sich 30 Prozent der Belegschaft für die Gründung einer Gewerkschaft aussprechen müssen, was überzogen ist, und legt umfangreiche Zulassungsverfahren fest, während die Regierung über vage Befugnisse verfügt, wenn es darum geht, die Zulassung einer Gewerkschaft aufzuheben. Darüber hinaus können die Fabriken Gewerkschaften und deren Mitglieder ungestraft bedrohen und attackieren. Die Zulassungsverweigerung von Gewerkschaften im Textil- und Bekleidungssektor war einer der Punkte, die der IGB in seiner im April 2016 bei der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
erhobenen Klage im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
angesprochen hat.

Im Anschluss an den IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Delegationsbesuch vom April in Bangladesch hat die Internationale Arbeitskonferenz der Regierung des Landes im Juni 2016 empfohlen, „Standardverfahren einzuführen, um den Zulassungsprozess zu einer reinen Formalität zu machen, die nicht von Ermessenbefugnissen abhängt und nicht darauf abzielt, der Zulassung Steine in den Weg zu legen.“

Festnahmen, Suspendierungen und angedrohte gerichtliche Verfolgung nach Textilarbeiterstreik 05-01-2017

Die Behörden ließen bei einem einwöchigen Textilarbeiterstreik im Bezirk Ashulia in der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka im Dezember 2016 nicht lange mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die daran beteiligten Beschäftigten auf sich warten. Ashulia ist ein wichtiges Zentrum für die Textilproduktion, auf das Bekleidungsunternehmen überall auf der Welt zurückgreifen, einschließlich westlicher Riesen wie Zara, Gap und H&M. Mit dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
sollte der Forderung nach einer Erhöhung des Mindestlohns von 68 USD auf 190 USD pro Monat Nachdruck verliehen werden.

Die Ministerpräsidentin erließ eine Anweisung, mit der die Streikenden an ihren Arbeitsplatz zurückbeordert wurden, und der Arbeitsminister warnte, dass hart gegen die Anstifter vorgegangen werde. In den Wochen nach dem Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
wurden mindestens elf führende Gewerkschaftsvertreter/innen und Arbeitnehmerrechtsverfechter/innen im Rahmen des Gesetzes über Sonderbefugnisse aus dem Jahr 1974 inhaftiert, das zu Kriegszeiten erlassen worden war. Die meisten waren Mitglieder der Textilarbeiterföderationen Bangladesh Garment and Industrial Workers’ Federation (BGIWF)’s, Shadin Bangla Garments Workers Federation (SBGWF) und Bangladesh Independent Garment Workers Union Federation (BIGUF).

Als Reaktion auf die Streiks stellte der Arbeitgeberverband Arbeitgeberverband Ein Zusammenschluss von Arbeitgebern zum kollektiven Schutz und zur kollektiven Vertretung ihrer Interessen; kann Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften oder Gewerkschaftsorganisationen führen. der Textilindustrie (Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association, BGMEA) die Produktion in 59 Fabriken vorübergehend ein. Zwei von den Streiks betroffene Fabriken, Windy Apparels Ltd. und Fountain Garments Ltd., haben Strafanzeige gegen 239 Beschäftigte erstattet, während die Hemeem-Gruppe Anzeige gegen 1.000 Arbeiter/innen erstattet haben soll. Bis Anfang Januar 2017 waren mehr als 1.600 Beschäftigte suspendiert worden, und die Polizei hatte Verfahren gegen 600 Arbeiter/innen und führende Gewerkschafter/innen angestrengt.
Viele Textilarbeiter/innen hatten zu große Angst, um an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, und einige gingen sogar aufs Land zurück, um der Verfolgung durch die Polizei zu entgehen. Die meisten örtlichen Gewerkschaftsbüros in Ashulia wurden geschlossen oder verwüstet.

Wegen Gewerkschaftsgründung entlassen29-02-2016

Am 29. Februar 2016 wurden fünf Beschäftigte von Panorama Apparels Ltd, einer Textilfabrik in Gazipur, entlassen oder zur Kündigung gezwungen. Alle fünf hatten Ämter in einer noch nicht zugelassenen Gewerkschaft inne. Als sich die fünf bei der zuständigen staatlichen Stelle über ihre ungerechtfertigte Entlassung beschwerten, stellte diese fest, dass keine Rechtsverletzung vorliege, da die Beschäftigten freiwillig gekündigt hätten. Dieser Beschluss basierte auf den Behauptungen der Fabrikleitung und auf den Kündigungsschreiben, die sie gezwungen worden waren, zu unterschreiben. Mit den Beschäftigten oder ihrer Gewerkschaft sprach die Behörde nicht.

Kurz darauf wurde der Zulassungsantrag der Gewerkschaft abgelehnt. Die Regierung behauptete, dass die Gewerkschaft keine Sitzungen mit ihrer Muttergewerkschaft, der Akota Garment Workers’ Federation (AGWF), abgehalten habe, wie angegeben; dass die beiden Personen, die den Vorsitz bzw. den stellvertretenden Vorsitz der Gewerkschaft übernommen hatten, derzeit nicht in der Fabrik arbeiteten; dass 551 Gewerkschaftsmitglieder nicht identifiziert werden könnten; dass sie nicht 30 Prozent der Belegschaft vertrete und dass ihre Vorstandsmitglieder nicht ordnungsgemäß aufgelistet worden seien. All diese Behauptungen waren entweder falsch oder unzureichend für die Ablehnung des Zulassungsantrages.

Die Gewerkschaft bat zwei der Markenunternehmen, die bei der Fabrik Waren beziehen, einzugreifen, woraufhin eine Schlichtungssitzung anberaumt wurde. Einige Tage vor der Sitzung wurden die fünf Entlassenen von örtlichen Politikern auf Geheiß der Fabrikleitung aufgefordert, zuzugeben, dass sie im Gegenzug für eine Abfindungszahlung freiwillig gekündigt hätten. Sie lehnten dies ab, die Schlichtungssitzung fand statt, und die Fabrikleitung erklärte sich bereit, die Beschäftigten wieder einzustellen und einige Grundregeln bezüglich der Beziehungen zur AGWF einzuhalten. Die Beschäftigten befürchteten im Falle ihrer Rückkehr in die Fabrik jedoch Repressalien. All dies ereignete sich unmittelbar vor einem geplanten dreigliedrigen Delegationsbesuch der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
in dem Land und in der Fabrik.

Zulassung von Gewerkschaften bei drei Textilfabriken der Azim-Gruppe verweigert 31-03-2016

Am 31. März 2016 wurden drei Anträge von Bekleidungsarbeiter/innen auf die Zulassung von Gewerkschaften bei drei zur Azim-Gruppe gehörenden Fabriken (Savar Sweater Ltd., Savar Sweater. Ltd.-A und Orchid Sweater Ltd.) gleichzeitig abgelehnt. Alle drei Gewerkschaften gehörten der unabhängigen Textilarbeiterföderation BIGUF (Bangladesh Independent Garment Workers Union Federation) an, die ihnen Anfang Februar bei der Antragstellung geholfen hatte.

Nachdem sie den Ablehnungsbescheid erhalten hatten, reagierten die Gewerkschaften mit einer detaillierten Antwort, in der sie auf alle angesprochenen Punkte eingingen. Im Falle des Betriebes „Savar Sweater Ltd.-A“ war der Antrag mit der Begründung abgelehnt worden, dass keine derartige Fabrik existiere, obwohl die Beschäftigten über Werksausweise verfügten, auf denen der Name der Fabrik eindeutig vermerkt war. Im Falle der anderen beiden Fabriken hieß es, dass die Gewerkschaft nicht die gesetzlich vorgeschrieben 30 Prozent der Belegschaft vertrete, was gemessen an den IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
-Normen übermäßig viel ist, wobei keinerlei Erklärung dafür abgegeben wurde, wie man zu diesem Schluss gelangt war. Angaben der Gewerkschaften zufolge vertreten sie wesentlich mehr als das Minimum von 30 Prozent.

Gewerkschaftsfeindlichkeit bei Bekleidungsfabrik27-07-2016

Die Bekleidungsfabrik Habib Fashions hat versucht, die Gründung einer Gewerkschaft zu verhindern und dann ihre Tore geschlossen. Die Sommolito Garment Sramik Federation (SGSF) hat am 30. Juni 2016 die Zulassung einer Gewerkschaft in dem Betrieb bei der zuständigen staatlichen Stelle beantragt, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, u.a. durch die Verkürzung der übermäßig langen Arbeitszeit. Die Beschäftigten wurden beispielsweise gezwungen, während des Ramadan im Juni von 6 Uhr morgens bis 22:00 Uhr zu arbeiten, um die Aufträge fristgerecht zu erfüllen.

Die SGSF wurde von der staatlichen Zulassungsstelle über bestimmte Einwände bezüglich ihres Antrages unterrichtet, woraufhin sie begann, Korrekturen vorzunehmen. Während sie daran arbeitete, traf die Fabrikleitung am 19. Juli 2016 mit führenden Vertreter/innen der SGSF zusammen und forderte sie auf, den Zulassungsantrag zurückzuziehen. Als die SGSF dies ablehnte, begann die Fabrikleitung in der Nacht vom 27. Juli 2016 mit der Verlagerung von Maschinen und kündigte ab August 2016 die vorübergehende Schließung der Fabrik an, da es angeblich keine Aufträge gebe. Die in Dhaka ansässige Fabrik war jedoch ein Subunternehmen zahlreicher Betriebe, die für internationale Marken produzieren, und hatte nach wie vor volle Auftragsbücher. Die SGSF ging davon aus, dass die Fabrikschließung ausschließlich darauf abzielte, die Gründung der Gewerkschaft zu verhindern und von künftigen Organisierungsversuchen abzuschrecken.

Weitere gewerkschaftsfeindliche Entlassungen bei Chevron15-12-2016

Im Dezember 2016 hat der internationale Branchenverband IndustriALL Global Union über die Entlassung von 145 Beschäftigten der Ölgesellschaft Chevron in Bangladesch berichtet. Im Mai 2015 hatten die Beschäftigten versucht, eine Gewerkschaft zu gründen und unbefristete Verträge gefordert. Die überwiegende Mehrheit der 500-köpfigen Belegschaft war mit „befristeten“ Verträgen eingestellt worden. Die Gewerkschaftsorganisatoren waren damals unverzüglich entlassen worden, zum Teil per SMS, und anschließend folgten weitere Entlassungen. Das Unternehmen hat die kollektiven Forderungen der Beschäftigten nach festen Verträgen und der Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. ihrer Gewerkschaft während des gesamten Jahres 2016 weiter ignoriert.

Gewerkschaftsfeindlichkeit und ungerechtfertigte Entlassung bei Telekom-Unternehmen07-04-2016

Am 11. Februar 2016 wurde ein aktiver Gewerkschafter unvermittelt von Banglalink, dem zweitgrößten Telekom-Unternehmen in Bangladesch, entlassen. Die Beschäftigten von Banglalink hatten am 7. Februar die Zulassung ihrer Gewerkschaft Banglalink Employees Union (BLEU) beim zuständigen Regierungsbeamten beantragt und ihren Arbeitgeber am selben Tag über die Gewerkschaftsgründung unterrichtet. Am darauffolgenden Tag sprach sich die Geschäftsführung gegen die Gewerkschaft aus, da sie angeblich das Wachstum des Unternehmens behindern würde. Die plötzliche Entlassung des aktiven Gewerkschafters drei Tage später führte zu heftigen Protesten der Beschäftigten. Bei den anschließenden Zusammenstößen wurde der Organisierungssekretär der Gewerkschaft verletzt und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden, was zu weiteren Protesten und zur vorübergehenden Schließung der Unternehmensbüros führte.

Anschließend wurden Gewerkschaftsmitglieder eingeschüchtert und verfolgt, woraufhin sich zwei Gewerkschaftsvertreter gezwungen sahen, ihr Amt niederzulegen. Die Gewerkschaft BLEU hat sich wiederholt um eine Lösung bemüht, aber das Unternehmen lehnte einen Dialog ab. Stattdessen hat die Geschäftsführung die Beschäftigten unter Druck gesetzt, von ihrem freiwilligen Abfindungsprogramm Gebrauch zu machen und von sich aus zu kündigen, wobei sie mit Umstrukturierung und Stellenabbau drohte.

Am 7. März 2016 hat die Regierung die Beschwerde der Gewerkschaft gegen Banglalink wegen unlauterer Arbeitspraktiken abgewiesen. Begründet wurde dies mit der Unzulässigkeit der Beschwerde, da die Gewerkschaft nicht zugelassen sei, und die führenden Gewerkschaftsvertreter wurden davor gewarnt, ohne Zulassung Gewerkschaftsaktivitäten zu verrichten. Der Zulassungsantrag wurde am 7. April mit der Begründung abgelehnt, dass die Gewerkschaft nicht 30 Prozent der Belegschaft vertrete, obwohl es Belege dafür gab, dass sie in der Tat 35 Prozent der Beschäftigten vertrat. Von behördlicher Seite berief man sich auf angebliche Diskrepanzen bei den Unterschriften und es hieß, dass die Gewerkschaft keine Belege für die Einnahme der Mitgliedsbeiträge vorgelegt habe, was keine gesetzliche Zulassungsvoraussetzung ist.

Der Banglalink-Fall wurde in einer Klage des IGB bei der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
sowie bei einer Beschwerde von UNI Global Union bei der OECD angeführt.

Sieben Demonstranten verletzt, als sie die Wahrheit über Todesfälle auf bangladeschischen Abwrackwerften forderten 01-04-2016

Am 1. April 2016 wurden sieben Menschen, darunter ein 16-jähriger Junge, vom Wachpersonal verletzt, das das Feuer auf die Demonstranten eröffnete. Sie hatten gegen den Tod des Arbeiters Mohammad Sumon bei dem bangladeschischen Abwrackunternehmen Kabir Steel protestiert. Der Mann man war am 28. März 2016 von einem Lastwagen, der Stahlschrott von Kabir Steel in Chittagong transportierte, überfahren worden und auf der Stelle tot gewesen. Die Betriebsleitung hatte seinen Leichnam nach drinnen gebracht und sich geweigert, ihn seinen Angehörigen zu übergeben, woraufhin Sumons Familie und Kollegen ihren Protest begannen und die Schnellstraße zwischen Dhaka und Chittagong außerhalb des Werkes etwa zwei Stunden lang blockierten, um die Bestrafung der Verantwortlichen zu fordern. Das betriebliche Wachpersonal folgte der Anweisung von Kabir Steel und eröffnete das Feuer auf die Demonstranten, wobei sieben von ihnen verletzt wurden: Nurun Nabi (20), Delwar (24), Usman (25), Munna (20), Musammat Shahnaz (25), Shabuddin (18) und Samir Ahad (16).

Mohammad Sumon war lediglich einer von vielen bangladeschischen Beschäftigten, die seit Anfang 2016 auf Abwrackwerften ums Leben gekommen waren. Am 20. Januar starb Akkas Mian (42) bei der Asad-Werft in Madam Bibir Hat, Sitakunda Upazila, als eine Eisenplatte auf ihn fiel; am 3. März starb Mohammad Shafiqul Islam Shikder (34), als er auf der Werft OWW, die Mahsin Badsha gehört, eine Klimaanlage aus einem Schiff ausbaute; und am 15. März verstarb Mohammad Morselin (20) im Krankenhaus, nachdem er am 12. März auf der Abwrackwerft SL in Kumira bei der Arbeit von einem Schiff gefallen war.

Polizei greift Krankenpflegepersonal an30-03-2016

Am 30. März hat eine Gruppe von Krankenpfleger/innen im Zentrum von Dhaka protestiert. Als sie der Aufforderung des Polizeipräsidenten, Krishnapada Roy, die Straße zu räumen, nicht folgten, um ihre legitime Versammlung fortzusetzen, ging die Polizei mit Schlagstöcken, Wasserwerfern und Tränengas gegen sie vor.

Sie forderten von der Regierung die Anwendung der vereinbarten, auf dem Dienstalter basierenden Auswahlkriterien bei der Einstellung von rund 10.000 neuen Krankenpfleger/innen im Rahmen der Kommission für den öffentlichen Dienst. Die Kommission hatte diese Kriterien ignoriert, als sie die Stellen in einem Rundschreiben vom 28. März offen ausgeschrieben hatte, ohne das Dienstalter zu berücksichtigen.

Energieriese Chevron entlässt Beschäftigte per SMS, um sie einzuschüchtern und von einem Gewerkschaftsbeitritt abzuschrecken 16-03-2016

Am 16. März 2016 hat IndustriALL ihre Beschwerde gegen Chevron-Bangladesch wiederholt, nachdem sie mehr als ein Jahr lang ignoriert worden war. Im vergangenen Jahr hatte IndustriALL schriftlich die Einstellung der Mobbing- und Einschüchterungskampagne gegen die Beschäftigten der Niederlassung des Multis in Bangladesch gefordert, aber damit offenbar nichts bewirkt.

Chevron entlässt Gewerkschaftsorganisatoren 31-05-2015

Im Mai 2015 hat der in den USA ansässige Öl- und Gasriese Chevron den Beschluss seiner Beschäftigten, eine Gewerkschaft zu gründen, mit der Entlassung der Organisatoren erwidert.

Chevron Bangladesch hatte 463 Beschäftigte, von denen jedoch nur 37 fest angestellt waren. Der Rest arbeitete, zum Teil 20 Jahre lang, mit immer wieder verlängerten befristeten Verträgen, womit gegen das Arbeitsrecht des Landes verstoßen wurde, das befristete Arbeitsverhältnisse auf drei Monate begrenzt. Die Geschäftsführung hatte die wiederholten sowohl mündlichen als auch schriftlichen Forderungen der Beschäftigten nach einer Änderung ihrer inakzeptablen Beschäftigungsbedingungen über viele Jahre hinweg ignoriert. Nach jahrelangen Einschüchterungen beschlossen die Beschäftigten schließlich, im Einklang mit den gesetzlichen Verfahren eine Gewerkschaft in dem Betrieb zu gründen. Die neue Gewerkschaft der Chevron-Beschäftigten hat am 14. April 2015 offiziell ihre Zulassung bei den Arbeitsbehörden beantragt. Von den 463 Beschäftigten traten ihr 218 bei. Am 20. Mai gingen 75 von ihnen vor das Arbeitsgericht, um ihr Recht auf eine Festanstellung durchzusetzen.

Die Geschäftsführung reagierte auf die Zulassung der Gewerkschaft aggressiv. Am 26. Mai schaltete sie die Polizei und die Sicherheitskräfte ein, um das Gewerkschaftsbüro zu versperren. Die Beschäftigten demonstrierten daraufhin vor dem Büro. Einen Tag später, am 27. Mai 2015, entließ Chevron 17 Beschäftigte, deren Namen auf einer Liste verzeichnet wurden, die außerhalb des Büros angebracht wurde. Auf der Liste standen alle gerade gewählten Führungsmitglieder der neuen Gewerkschaft, u.a. ihr Vorsitzender, Saiful Islam, ihr Generalsekretär, Kamaluddin, und ihr Organisationssekretär, Hasanur Rahman Manik.

Als die für die Branche zuständige Gewerkschaft, die Bangladesh Chemical, Energy and Allied Workers’ Federation (BCEAWF), die Wiedereinstellung der Entlassenen, ihre Festanstellung und die Zulassung einer Gewerkschaftsgründung forderte, argumentierte Chevron, dass das Unternehmen nicht für die Missstände verantwortlich sei, da die Beschäftigten bei einem Arbeitsvermittler angestellt seien.

Gewerkschaftsfeindlichkeit und Polizeigewalt gegen Bekleidungsarbeiter 26-07-2015

Zehn Beschäftigte der Bekleidungsfabrik Green Life Clothing Ltd in Zamgora in der Freien Exportzone Ashulia nördlich von Dhaka wurden am 26. Juli 2015 verletzt, als die Polizei mit Schlagstöcken gegen eine Gruppe von Demonstranten vorging, die die Wiedereröffnung der Fabrik forderten. Die Fabrik war auf unbestimmte Zeit geschlossen worden, um einen Teil der Produktionseinheiten in eine andere dem Betrieb gehörende Fabrik zu verlegen. Die Beschäftigten vermuteten, dass die Fabrik vorübergehend geschlossen worden war, um die Gewerkschaft zu zerschlagen.

Gewerkschaft bei Mobiltelefongesellschaft nicht anerkannt05-04-2016

Die Beschäftigten von Grameenphone, das dem norwegischen Unternehmen Telenor gehört, haben mehr als zwei Jahre lang für die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. ihrer Gewerkschaft gekämpft. Die Grameenphone Employees Union wurde im Juni 2012 gegründet, nachdem über 200 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verloren hatten. Die Regierung hat ihren Zulassungsantrag aber mehrfach aus formalen Gründen abgelehnt. Nach einem längeren Gerichtsverfahren wurde die zuständige Behörde schließlich angewiesen, die Gewerkschaft zu registrieren. Die Regierung verweigerte der Gewerkschaft jedoch die formelle Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. , und das Unternehmen reichte beim Obersten Gerichtshof einen Antrag zur Aussetzung der Registrierungsanordnung ein, dem stattgegeben wurde. Anschließend erließ die Regierung neue Vorschriften, mit denen die Definition von „Beschäftigten mit Aufsichtsfunktion“ ausgeweitet wurde, um allen darunter fallenden Arbeitnehmern eine Gewerkschaftsmitgliedschaft zu untersagen. Zudem wurden Mobiltelefone zu einem unerlässlichen öffentlichen Dienst erklärt, so dass die Regierung eingreifen kann, um Streiks und Demonstrationen zu begrenzen oder zu verbieten.

40 Beschäftigte bei Zusammenstoß mit der Polizei verletzt 31-05-2015

Mindestens 40 Beschäftigte der Möbelfabrik Otobi wurden am 5. Mai 2015 bei einem Zusammenstoß mit der Polizei am Rande der Hauptstadt verletzt. Die Beschäftigten demonstrierten vor ihrer Fabrik, um erneut die Zahlung von zwei ausstehenden Monatslöhnen zu fordern, nachdem frühere Forderungen ignoriert worden waren. Als die Beschäftigten aufgebrachter wurden und Berichten zufolge Wurfgeschosse einsetzten, reagierte die Polizei mit Gewalt, feuerte Gummigeschosse ab und warf Tränengaskanister. Mindestens 40 Beschäftigte mussten in örtlichen Krankenhäusern behandelt werden.

Keine Gerechtigkeit für ermordeten Gewerkschaftsführer drei Jahre nach seinem Tod 05-04-2015

Drei Jahre nach der Folter und Ermordung des Textilarbeiterführers Aminul Islam waren seine Mörder immer noch nicht vor Gericht gebracht worden. Aminul war 39 Jahre alt und verschwand am 4. April 2012. Sein Leichnam wurde einige Tage später gefunden und wies Folterspuren auf. Er war betrieblicher Gewerkschaftsvertreter in einer bangladeschischen Freien Exportzone, Organisator für das Bangladesh Centre for Workers’ Solidarity (BCWS) und Vorsitzender des lokalen Ausschusses der Textilarbeiterföderation BGIWF (Bangladesh Garment and Industrial Workers Federation) in den Bezirken Savar und Ashulia in Dhaka. Er hatte versucht, die Arbeitsbedingungen von rund 8.000 Beschäftigten der Shanta-Gruppe, eines Textilunternehmens in Dhaka, zu verbessern.

Trotz deutlicher internationaler Reaktionen, einschließlich einer Anhörung im US-Kongress, scheint wenig unternommen worden zu sein, um seine Mörder vor Gericht zu bringen. Als die USA im Jahr 2013 die Handelspräferenzen für Bangladesch unter Berufung auf Menschen- und Arbeitnehmerrechtsverletzungen aussetzten, ließ die bangladeschische Regierung Strafanzeigen gegen zwei Textilarbeiterführer fallen, die mit ihm zusammengearbeitet hatten, und kündigte an, dass die Suche nach den für seinen Tod Verantwortlichen intensiviert werde. Tatsächlich wurde jedoch eine gegen eine Verdächtigen eingeleitete Untersuchung eingestellt, und es wurden keine weiteren Schritte unternommen, um den Fall aufzuklären.

Seine Frau berichtet, dass Aminul es aus Angst, abgehört zu werden, nicht wagte, offen am Telefon zu sprechen und dass er willkürliche Anrufe von den Nachrichtendiensten erhalten habe, sogar mitten in der Nacht.

Nach Streik wegen Sicherheitsbedenken entlassen31-05-2015

Am 1. Mai 2015 wurden zwei Beschäftigte entlassen, nachdem sich die Belegschaften der Textilbetriebe NRN Knitting and Garments Ltd und Natural Sweater Village Ltd-2 an einer Protestaktion beteiligt hatten, mit der die Behörden aufgefordert werden sollten, das Gebäude zu inspizieren, in dem ihre Fabriken untergebracht waren, um festzustellen, ob es nach einem Erdbeben noch sicher war. Nach den ersten beiden Entlassungen hat die Gewerkschaft Garment Workers Trade Union Centre am 2. Mai weitere Proteste organisiert, um die Wiedereinstellung ihrer KollegInnen zu fordern. Am 3. Mai wurden daraufhin weitere 27 Beschäftigte entlassen, und die Fabrik wurde geschlossen, weil es angeblich nicht genügend Aufträge gab.

Führende Gewerkschaftsvertreter angegriffen und entlassen, weil sie Sicherheitsbedenken geäußert hatten 02-04-2015

Am 2. April 2015 hat die Geschäftsführung der Bekleidungsfabrik D&D gewerkschaftsfeindliche Beschäftigte angewiesen, mehrere führende Gewerkschaftsvertreter, einschließlich des Vorsitzenden, tätlich anzugreifen. Der Grund war eine Beschwerde der Gewerkschaft vom 16. März im Rahmen des Abkommen über Brandschutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch, der zufolge sich der Betrieb nicht an die Sicherheitsvorschriften gehalten habe. Bei einer im Rahmen des Abkommens durchgeführten Inspektion am 19. März wurde dies bestätigt.

Die in der Fabrik vertretene Gewerkschaft, die der Textilarbeiterföderation BGIWF (Bangladesh Garment and Industrial Workers Federation) angehört, wurde im Dezember 2014 zugelassen, und am 14. Januar 2015 hat sie mit Blick auf Tarifverhandlungen einen Forderungskatalog vorgelegt. Im Laufe der folgenden drei Monate hat die Geschäftsführung kontinuierlich führende Vertreter der Gewerkschaft versetzt, Basismitgliedern mit einer Erhöhung der Produktionsziele gedroht, falls sie mit einem der Gewerkschaftsführer redeten, von ihr kontrollierte Scheingewerkschaften in der Fabrik ins Leben gerufen und zahlreiche Beschäftigte gezwungen, eine Petition zur Ablehnung der Gewerkschaftsforderungen zu unterschreiben. Die Gewerkschaftsführer erhielten zudem anonyme Anrufe, bei denen ihnen mit Gewalt gedroht wurde.

Nach den Angriffen vom 2. April forderte die D&D-Geschäftsführung die Kündigung von neun führenden Gewerkschaftsvertretern. Als sie sich weigerten, schaltete sie die Polizei ein, die denen, die sich einer Kündigung widersetzten, mit einer Festnahme drohte. Bis auf den Gewerkschaftsvorsitzenden, der gewaltsam vom Betriebsgelände entfernt und bedroht wurde, willigten sie ein. Beschwerden und Wiedereinstellungsforderungen gegenüber dem Arbeitgeberverband Arbeitgeberverband Ein Zusammenschluss von Arbeitgebern zum kollektiven Schutz und zur kollektiven Vertretung ihrer Interessen; kann Tarifverhandlungen mit Gewerkschaften oder Gewerkschaftsorganisationen führen. der Textilindustrie (Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association, BGMA) waren vergeblich. Es war monatelanger Druck seitens der Abnehmer auf Drängen der am Bangladesch-Abkommen beteiligten Parteien erforderlich, um die D&D-Geschäftsführung dazu zu veranlassen, die Gewerkschafter wieder einzustellen, was sie schließlich am 15. Dezember 2015 tat.

Weitverbreitete Gewerkschaftsfeindlichkeit in Textilfabriken01-04-2015

IIm April 2015 hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) einen Bericht über die Arbeitnehmerrechte in bangladeschischen Textil- und Bekleidungsfabriken veröffentlicht (“Whoever Raises Their Head, Suffers the Most: Workers’ Rights in Bangladesh’s Garment Factories”). Der Bericht basiert auf Gesprächen mit mehr als 160 Beschäftigten in 44 Fabriken und dokumentiert zahlreiche Rechtsverletzungen und gewerkschaftsfeindliche Taktiken der Arbeitgeber. Trotz der jüngsten Arbeitsrechtsreformen, so Human Rights Watch, müssten Beschäftigte, die versuchen, Gewerkschaften zu gründen, mit Drohungen, Einschüchterungen, Entlassung und zum Teil körperlichen Angriffen seitens der Fabrikleitung oder zu diesem Zweck angeheuerter Dritter rechnen.

Eine führende Gewerkschaftsvertreterin bei einer Fabrik in Gazipur berichtet beispielsweise, dass sie, als sie und andere im Januar 2014 eine Gewerkschaft gründen wollten, brutal angegriffen und Dutzende entlassen wurden. Ein Gewerkschaftsvorsitzender in einer anderen Fabrik wurde verprügelt, als er zusammen mit seiner Frau, die ebenfalls angegriffen wurde, von der Arbeit kam. „Sie wurde auf den Kopf und den Rücken geschlagen. Ihre Arme wurden schwer verletzt und bluteten. In einem ihrer Finger wurden mehrere Knochen gebrochen. Sie musste 14 Mal am Kopf genäht werden. Als sie auf Mira einschlugen, drohten sie ihr mit noch mehr Prügel, falls sie Interesse an Gewerkschaftsaktivitäten hätte.“ Ein anderer Organisator, dem von Schlägern ein Bein gebrochen wurde, sagte: „Einer der Schläger schrie mich an, dass er mir die Zunge abschneiden würde, wenn ich noch einmal den Namen der Gewerkschaft in den Mund nehme.“

Die Folge dieser Taktiken ist, dass es trotz der jüngsten Arbeitsrechtsreformen in weniger als 10 Prozent der Textil- und Bekleidungsfabriken eine Gewerkschaft gibt, und das vor dem Hintergrund der jüngsten Katastrophen in der bangladeschischen Textil- und Bekleidungsindustrie (des Brandes in der Fabrik Tazreen im Jahr 2012 und des Einsturzes des Rana-Plaza-Gebäudes im Jahr 2013) mit Hunderten Toten. „Wenn Bangladesch eine weitere Katastrophe wie die von Rana Plaza verhindern will, dann muss das Arbeitsrecht wirksam in Kraft gesetzt und sichergestellt werden, dass die Textilarbeiter/innen das Recht haben, ihre Besorgnis über die Sicherheit und die Arbeitsbedingungen zu äußern, ohne Repressalien oder ihre Entlassung fürchten zu müssen“, so Phil Robertson, der stellvertretende Asien-Direktor von Human Rights Watch.

Auch bei der im Januar 2016 vom IGB, von IndustriALL und UNI Global Union vorgenommenen Auswertung des Bangladesch-Nachhaltigkeitspaktes wurde Kritik geübt. Der Nachhaltigkeitspakt wurde von der Europäischen Union und der Regierung von Bangladesch mit Unterstützung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
) ins Leben gerufen, um die Arbeitnehmerrechte und den Arbeitsschutz in der Textil- und Bekleidungsindustrie des Landes zu verbessern. Wie aus der Auswertung hervorgeht, bleibt das bangladeschische Arbeitsgesetz aus dem Jahr 2013 jedoch hinter den internationalen Arbeitsnormen in Bezug auf Tarifverhandlungen und Vereinigungsfreiheit Vereinigungsfreiheit Das Recht auf die Gründung von und den Beitritt zu Gewerkschaften nach eigener Wahl sowie das Recht der Gewerkschaften, ungehindert zu arbeiten und ihre Aktivitäten ohne unzulässige Eingriffe zu verrichten.

vgl. IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
zurück, und trotz Anmerkungen der IAO Internationale Arbeitsorganisation Eine dreigliedrige Organisation der Vereinten Nationen (UN), die 1919 ins Leben gerufen wurde, um die Arbeits- und Lebensbedingungen zu fördern. Sie ist die für die Formulierung und Überwachung internationaler Arbeitsnormenwichtigste internationale Organisation.

vgl. Dreigliedrigkeit, IGB-Leitfaden für internationale Gewerkschaftsrechte
wurde während des Jahres 2015 nichts unternommen, um entsprechende Änderungen vorzunehmen. Unterdessen sind Gewerkschaften in den Freien Exportzonen (FEZ Freie Exportzone Ein besonderes Industriegebiet eines Landes, in dem importierte Materialien vor ihrer erneuten Ausfuhr verarbeitet werden; soll vor allem ausländische Investoren anziehen, denen besondere Anreize wie die Ausnahme von bestimmten Handelsbarrieren, Steuern, Regeln und/oder arbeitsrechtlichen Bestimmungen geboten werden. ) nach wie vor verboten, während die Sozialausschüsse nicht über dieselben Privilegien verfügen und keine Tarifverhandlungen stattfinden. „Die Beweise sind zwingend und eindeutig: Es ist immer noch extrem schwer für die Beschäftigten in Bangladesch, ihre grundlegenden Arbeitnehmerrechte wahrzunehmen. Die Tatsache, dass viele von ihnen nicht in der Lage sind, Gewerkschaften zu gründen oder beizutreten und Tarifverhandlungen über ihre Arbeitsbedingungen zu führen, bedeutet, dass Fortschritte bei der Gebäudesicherheit und beim Brandschutz sowie bei anderen Beschäftigungsbedingungen nicht nachhaltig und künftige Tragödien unvermeidbar sein werden.“

Arbeitgeber greift in Gewerkschaftswahlen ein 17-03-2014

Berger Paints, ein Farbenhersteller mit einem Marktanteil in Bangladesch von mehr als 65 Prozent, hat den Generalsekretär der Betriebsgewerkschaft Betriebsgewerkschaft Damit kann entweder eine Unternehmensgewerkschaft oder eine gelbe Gewerkschaft gemeint sein bei Berger Paints entlassen, unmittelbar bevor er zum dritten Mal in Folge wiedergewählt werden sollte. Anschließend setzte das Unternehmen die übrige Belegschaft unter Druck, kurz darauf eine Gewerkschaftswahl abzuhalten. Angaben von IndustriALL zufolge sei das Wahlergebnis „durch die offensichtliche Entlassungsgefahr bei einem zu lautstarken Einsatz für die Beschäftigten erheblich beeinflusst worden.“

Arbeitgeber lehnt Verhandlungen mit repräsentativen Gewerkschaften ab31-12-2014

Die Azim-Gruppe, einer der größten und einflussreichsten Arbeitgeber des Landes, hat sich während des gesamten Jahres 2014 konsequent geweigert, Gewerkschaften in der Bekleidungsfabrik Global Garments anzuerkennen. Erst nachdem eine US-amerikanische Gewerkschaft amerikanische Einkäufer unter Druck gesetzt hatte, nicht mehr bei der Azim-Gruppe zu kaufen, erklärte sie sich schließlich im Dezember 2014 bereit, eine Gewerkschaft zuzulassen.

Polizei beendet Streik mit Tränengas und Schlagstöcken31-08-2014

Im August 2014 setzte die Polizei Tränengas ein und stürmte eine Bekleidungsfabrik mit 400 Beschäftigten in Dhaka, in der ein Hungerstreik begonnen hatte, um die Zahlung ausstehender Löhne und ihres Urlaubsgeldes zu fordern.

„Die Polizei hat uns mit Tränengas und Schlagstöcken gezwungen, die Fabrik zu verlassen“, berichtet Moshrefa Mishu vom Tuba-Group-Sramik-Sangram-Komitee, das 15 Bekleidungsgewerkschaften vertritt. Einige Beschäftigte hatten blutende Kopfwunden, andere tränende Augen.

Regierung verweigert Zulassung von Gewerkschaften30-11-2014

Es gab zahlreiche Berichte über Gewerkschaften in der Bekleidungsindustrie, deren Anträge auf Zulassung vom Staat und/oder von Fabrikbesitzern abgelehnt oder hinausgezögert wurden.

Basic Apparels in Uttara entließ beispielsweise 72 Beschäftigte und Gewerkschaftsmitglieder, darunter drei Vorstandsmitglieder, nachdem sie im September 2013 einen Zulassungsantrag gestellt hatten. Im Februar 2014 war noch nicht über den Antrag entschieden worden.

In einem im August 2014 veröffentlichten Bericht heißt es, dass in nur zwei Prozent der Fabriken, deren Management den Arbeitgeberverbänden Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association (BGMEA) und Bangladesh Knitwear Manufacturers and Exporters Association (BKMEA) angehört, Gewerkschaften vertreten sind.

In 73 Prozent der BGMEA- und BKMEA-Fabriken und in 89 Prozent der Fabriken, die diesen Verbänden nicht angehören, gibt es jedoch Mitbestimmungsgremien, denen Vertreter sowohl der Fabrikeigener als auch der Belegschaft angehören. Die Gewerkschaften bezeichnen diese Gremien als „Marionetten“ der Fabrikeigner, da sie diese begünstigen.

Ende November 2014 erklärte der Staatsminister für Arbeit, Mujibul Haque Chunnu, dass mehrere Gewerkschaften seines Erachtens schlecht für den Bekleidungssektor seien, wie das Beispiel Kambodschas gezeigt habe, dessen Textilindustrie nach der Zulassung zu vieler Gewerkschaften erheblichen Schaden genommen habe.

Generalsekretär der Transportarbeitergewerkschaft zu Tode gehackt05-05-2014

Am 5. Mai 2014 wurde die Leiche des Generalsekretärs der Busfahrergewerkschaft in Jhenaidah auf der Baro-Brücke in Arappur gefunden. Er war am Tage zuvor von einer Bande zu Tode gehackt worden, die von der Presse als „unbekannte Übeltäter“ bezeichnet wurde.

Die Führung der Busfahrergewerkschaft von Jehnaidah rief als Reaktion auf den Mord zum Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
auf.

Gewerkschafter bedroht und angegriffen18-09-2014

Körperliche Gewalt, sexuelle Belästigung, tätliche Angriffe und Entlassungen werden oft eingesetzt, um Arbeitnehmer von der gewerkschaftlichen Organisierung Organisierung Der auf die Gründung von oder den Beitritt zu einer Gewerkschaft hinauslaufende Prozess bzw. Bemühungen darum, dass andere Beschäftigte eine Gewerkschaft gründen oder einer Gewerkschaft beitreten. abzuhalten. Darüber wird besonders oft in der Bekleidungsindustrie (RMG = ready-made garments) berichtet. Belegschaftsmitglieder, die Gewerkschaften in RMG-Fabriken in Gazipur, Ashulia und Tongi in Dhaka sowie in Potanga und Nasirabad in Chittagong gründen wollten, wurden geschlagen, eingeschüchtert, bedroht (einschließlich Morddrohungen), entlassen und von Fabrikmanagern und Vorarbeitern gezwungen, selbst zu kündigen. Einige Fabrikbesitzer haben lokale Verbrecherbanden angeheuert, um die Arbeiter sogar in ihren eigenen Häusern zu bedrohen oder anzugreifen. Viele weibliche Arbeitskräfte berichten, sie seien bedroht und sexuell belästigt worden.

Eine Arbeiterin erzählt, dass Belegschaftsmitglieder in ihrem Betrieb die Formulare für die Zulassung einer Gewerkschaft dem Fabrikbesitzer vorgelegt und dieser die Unterlagen in den Papierkorb geworfen und gedroht habe, er werde eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft niemals zulassen. Bei einem durch Unbekannte ausgeführten Überfall (wobei einer der Täter eine Schere als Waffe benutzte) wurden zwei ihrer Kolleginnen angegriffen, die sich ebenfalls an der Gewerkschaftsgründung beteiligen wollten. Zwei Wochen später bekam sie von einigen Männern, darunter ein bekannter Gangster und der Bruder des Fabrikbesitzers, Besuch in ihrem Haus und wurde bedroht. Danach willigte sie ein, ihre Arbeit zu kündigen.

In einer anderen Fabrik kündigte ein Aufseher an, jede Frau, die sich einer Gewerkschaft anschließt, werde ohne Kleidung auf die Straße geworfen. In einem anderen Werk erklärte ein Aufseher, eine Arbeiterin, die sich für die Gründung einer Gewerkschaft eingesetzt hatte, habe seinen Betrieb „verschmutzt“, sie solle deshalb gehen und in einem Bordell arbeiten. Ein Gewerkschaftsorganisator in einem anderen Werk erzählt, er sei telefonisch aufgefordert worden, nicht mehr zur Arbeit zu erscheinen; sollte er sich weigern, werde man ihn umbringen. Als er am nächsten Tag trotzdem im Betrieb erschien, wurde er von einer Gruppe von Männern eingekreist, die ihn verprügelten und mit Messern attackierten.

Am 22. Februar 2014 wurden ein Textilarbeiterführer und vier Gewerkschaftsorganisatoren der Bangladesh Federation for Workers Solidarity, darunter zwei Frauen, von etwas zwei Dutzend Männern angegriffen, als sie eine Rede vor der Belegschaft des Bekleidungsunternehmens Chunji Knit Ltd hielten. Alle fünf Gewerkschaftsvertreter wurden verprügelt, getreten und zu Boden geworfen. Eines der Opfer wurde von der Gruppe getrennt, schwer zusammengeschlagen und ganz in der Nähe bewusstlos auf die Straße geworfen. Eine weibliche Gewerkschaftsorganisatorin wurde ebenfalls geschlagen, die Kleider wurden ihr vom Leib gerissen, und ihr wurde eine Vergewaltigung angedroht. Der Textilarbeiterführer wird vermisst.

Am 26. August 2014 wurde eine weibliche Gewerkschaftsvorsitzende direkt vor einem Werk der Azim Group mit einer Eisenstange angegriffen und am Kopf verletzt, die Wunde musste mit mehr als 20 Stichen genäht werden. Am 10. November 2014 wurde eine weibliche Gewerkschaftsorganisatorin in einem anderen Betrieb der Azim Group von Angreifern zu Boden geworfen und geschlagen, einer ihrer männlichen Kollegen wurde vertrieben und verprügelt. Eine andere Gewerkschafterin konnte noch in den Betrieb gelangen, wurde dann aber aus der Tür und aus dem Aufnahmeradius der Kameras gedrängt.

Am 18. September 2014 berichteten Belegschaftsmitglieder der Lifestyle Fashions Maker Ltd, dass sie mit Eisenstangen und Bambusstöcken von 20-25 Personen nach einer Auseinandersetzung über die Gründung einer Gewerkschaft angegriffen wurden. Nach diesem Angriff gab es mindestens 30 Verletzte.

Gewerkschaften und Menschenrechtsgruppen haben berichtet, dass es praktisch keine Reaktion der Polizei auf die Angriffe auf Gewerkschafter einschließlich Entführung, Folter und Mord an dem Arbeitsaktivisten Aminul Islam im April 2012 gegeben habe. Im April 2014 war niemand wegen dieses Mordes verhaftet oder verurteilt worden.

GewerkschafterInnen verprügelt09-02-2015

Am 22. Februar 2014 wurden fünf GewerkschaftsorganisatorInnen schwer verletzt, als rund zwei Duzend Angreifer sie schlugen, traten und zu Boden warfen, als sie in einem Schlafsaal mit den dort untergebrachten Arbeitern sprachen. Einer der Organisatoren wurde weggeschleppt, verprügelt und in der Nähe bewusstlos zurückgelassen. Er und eine Organisatorin mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die OrganisatorInnen, die alle mit der Bangladesh Federation of Workers Solidarity zusammenarbeiten, wollten Beschäftigte unterstützen, die für die Zahlung des Mindestlohns in ihrer Fabrik gekämpft und die Gewerkschaft um Hilfe gebeten hatten. In der Fabrik, die für westliche Marken produziert, sind rund 4.500 Menschen beschäftigt, von denen sich viele am 18. Februar 2014 an einem Lohnprotest beteiligt hatten, der letztendlich von der Polizei beendet worden war.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung09-02-2015

Golgar Hussein, der Generalsekretär der Gewerkschaft der Beschäftigten von Berger Paints Bangladesh, wurde am 4. Dezember 2013 aufgrund seiner Gewerkschaftsaktivitäten entlassen. Die Gewerkschaft in Kalurghat, Chittagong, hat trotz jahrelanger Eingriffe und Einschüchterungsmaßnahmen seitens der Betriebsleitung und regelmäßiger Verstöße gegen die Arbeitsgesetze und den Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
überlebt. Zwischen 2000 und 2011 wurden elf Mitglieder und Amtsträger der Gewerkschaft aufgrund ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen. Nach der Entlassung Golgars setzte die örtliche Betriebsleitung die Beschäftigten unter Druck, am 27. Januar 2014 Gewerkschaftswahlen abzuhalten.

Polizei greift Protestierende an07-08-2014

Am 7. August 2014 hat die Polizei Beschäftigte des Textilunternehmens Tuba Group nach einem elftägigen Hungerstreik für die Zahlung ihrer ausstehenden Löhne und Id-Zulage daran gehindert, ihren Betrieb zu betreten. Die Polizei setzte Gummigeschosse, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die aufgebrachten Beschäftigten von dem Betriebsgelände in der Hauptstadt zu vertreiben. Moshrefa Mishu und Joly Talukder, führende Vertreterinnen der Textilarbeiter/innen, wurden verhaftet.

Polizeigewalt26-11-2013

Im November 2013 hat der Mindestlohnrat eine 77-prozentige Erhöhung des Mindestlohns auf 5.300 Taka (68 US-Dollar) angekündigt, was die Arbeitgeber jedoch behaupteten, nicht zahlen zu können. Am 11. November 2013 protestierten die Beschäftigten gegen die Weigerung der Arbeitgeber, die höheren Mindestlöhne und den vom Mindestlohnrat festgelegten Satz, nach wie vor der niedrigste für Textilarbeiter/innen weltweit, zu zahlen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Gummigeschosse ein, um die Proteste zu beenden, wobei mehr als 50 Menschen verletzt wurden. Rund 250 Fabriken wurden in der Industriezone Ashulia am Rande der Hauptstadt Dhaka geschlossen.

Gewalt und Eingriffe in Demonstrationen13-05-2013

Am 13. Mai 2012 protestierten Beschäftigte der Ha-Meem Group gegen Gewaltakte der Betriebsleitung gegenüber der Belegschaft. Die Polizei griff in die Demonstrationen ein, wobei mindestens 100 Beschäftigte verletzt wurden.

Mindestens 100 Textil-, Bekleidungs- und Verpackungsbetriebe in Ashulia wurden am 11. Juni 2012 einen Tag lang geschlossen, nachdem Hunderte Beschäftigte von Artistic Design, einer Verpackungsanlage der Ha-Meem Group in Narasinghapur, für eine Lohnerhöhung demonstriert hatten. Tausende Beschäftigte der Bekleidungsfabriken entlang der Schnellstraße zwischen Narasinghapur und Banglabazar schlossen sich der Demonstration an. Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen die Beschäftigten vor, um die Straße zu räumen, wobei zehn Menschen verletzt wurden.

Im Juli 2012 schossen die Sicherheitskräfte auf drei Beschäftigte, die für Lohnerhöhungen demonstriert hatten.

Am 16. September 2012 setzte die Polizei Gummigeschosse und Tränengas gegen Tausende Bekleidungsarbeiter/innen ein, die in einer wichtigen Industriezone außerhalb Dhakas für eine Verkürzung der Arbeitszeit demonstrierten. Bei den Zusammenstößen wurden zwei Polizisten und ungefähr 50 Beschäftigte verletzt.

Gewalt und Eingriff in Tarifverhandlungen12-02-2013

Am 12. Februar 2012 wollten der Präsident und der Generalsekretär der Gewerkschaft der Beschäftigten bei Coats Bangladesh Ltd. (CBLEU) Verhandlungen über einen Arbeitskonflikt Arbeitskonflikt vgl. Arbeitskampf im Industriegebiet Tejgaon in Dhaka beginnen. Die Betriebsleitung konfiszierte ihre Mobiltelefone und hielt sie gewaltsam über Nacht fest.

Gewalt und Eingriffe in Streiks30-01-2012

Am 30. Januar 2012 wurden mindestens 40 Beschäftigte vom Sicherheitspersonal der Textilbetriebe Rashida Knitting and Ware Limited und Megha Textile Ltd in der freien Exportzone Ishwardi angegriffen und verletzt, als sie gegen fristlose Entlassungen und die Nichtzahlung des Urlaubsgeldes protestierten.

Polizeigewalt in Textilfabrik Rana Plaza05-06-2013

Die Polizei eröffnete das Feuer auf Beschäftigte, die nahe der ehemaligen Fabrik Rana Plaza für angemessenere Löhne demonstrierten und die von der Regierung und dem Verband der Bekleidungshersteller und -exporteure Bangladeschs (BGMEA) zugesagte Zahlung ausstehender Löhne forderten. Lokalen Medienberichten zufolge sollen 50 Menschen von der Polizei verletzt worden sein. Die Zahl der Todesopfer der Brandkatastrophe von Rana Plaza beträgt Berichten zufolge nunmehr 1.130.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung30-01-2012

Die Beschäftigten von Rosita Knitwears (Pvt.) Ltd. und M/S Megatex Knitters (Pvt.) Ltd. in der FEZ Freie Exportzone Ein besonderes Industriegebiet eines Landes, in dem importierte Materialien vor ihrer erneuten Ausfuhr verarbeitet werden; soll vor allem ausländische Investoren anziehen, denen besondere Anreize wie die Ausnahme von bestimmten Handelsbarrieren, Steuern, Regeln und/oder arbeitsrechtlichen Bestimmungen geboten werden. Ishwardi begannen am 30. Januar 2012 mit Protesten gegen gravierende Arbeitnehmerrechtsverletzungen, wobei es u.a. um die sexuelle Belästigung einer Arbeitnehmerin und verschiedene Unstimmigkeiten bezüglich jährlicher Lohnerhöhungen und Urlaubstage ging. Das Ergebnis der Unruhen war, dass insgesamt 291 Beschäftigte, darunter die Vorsitzenden der Arbeitnehmerorganisation (WWA) von Rosita und Megatex, entlassen wurden. Nach Verhandlungen mit internationalen Abnehmern und dem Inhaber von Rosita and Megatex, der South Ocean Group, haben die beiden Firmen eingewilligt, die WWA-Vorsitzenden Helal (Rosita) und Belal (Megatex) sowie die weiteren 289 Beschäftigten wieder einzustellen und bei der FEZ Freie Exportzone Ein besonderes Industriegebiet eines Landes, in dem importierte Materialien vor ihrer erneuten Ausfuhr verarbeitet werden; soll vor allem ausländische Investoren anziehen, denen besondere Anreize wie die Ausnahme von bestimmten Handelsbarrieren, Steuern, Regeln und/oder arbeitsrechtlichen Bestimmungen geboten werden. -Behörde (BEPZA) beantragt, dass sie von der „Schwarzen Liste” der FEZ Freie Exportzone Ein besonderes Industriegebiet eines Landes, in dem importierte Materialien vor ihrer erneuten Ausfuhr verarbeitet werden; soll vor allem ausländische Investoren anziehen, denen besondere Anreize wie die Ausnahme von bestimmten Handelsbarrieren, Steuern, Regeln und/oder arbeitsrechtlichen Bestimmungen geboten werden. gestrichen werden. Allerdings hat die BEPZA die Genehmigung der Wiedereinstellung verweigert und dies damit begründet, dass dies früher nicht üblich gewesen sei und die Bestimmungen der BEPZA eine Wiedereinstellung von gekündigten Beschäftigten an ihrem früheren Arbeitsplatz nicht vorsähen. Natürlich gibt es keine gesetzliche oder sonstige Bestimmung, nach der die Wiedereinstellung von entlassenen Beschäftigten verboten ist (und sollte es auch nicht geben). Abgesehen davon gab es bereits frühere Fälle von Wiedereinstellungen.

Gewerkschafter ermordet01-07-2012

Im Juli 2012 wurden zwei Arbeiter in der Akij-Bidi-Fabrik im Bezirk Daulatpur, Mintu Hossain und Rokibul Islam (Letzerer ein führendes Gewerkschaftsmitglied), von staatlichen Wachleuten getötet und 35 verletzt. Dem Vernehmen nach eröffneten die Wachleute das Feuer auf die demonstrierenden 3.000 Beschäftigten, die vor dem Werksgelände für eine Auszahlung überfälliger Löhne und eine generell bessere Bezahlung demonstriert hatten. Der Fabrikdirektor, Khurshid Alam, hatte den Befehl zum Schießen gegeben. Alam wurde zwar in der Zwischenzeit festgenommen, doch ist unklar, wie sein Fall weiter behandelt wird.

Aminul Islam, ein Organisator beim bangladeschischen Zentrum für Arbeitnehmersolidarität, wurde im April 2012 tot aufgefunden. Er war 2010 von der Polizei und dem Nachrichtendienst verhaftet und gefoltert worden. Den vorliegenden Informationen zufolge war Aminul Islam kein Opfer von zielloser Gewalt, sondern er wurde gezielt wegen seiner Gewerkschaftsarbeit getötet. Der Mord an ihm sollte zweifellos als klare Botschaft an Gewerkschaften und NGOs verstanden werden, nicht gegen niedrige Löhne, mörderische Arbeitszeiten und erbärmliche Arbeitsbedingungen, für die die Bekleidungsindustrie berüchtigt ist, zu protestieren. Einige Verdächtige wurden inzwischen verhört, aber verhaftet, geschweige denn strafrechtlich verfolgt, wurde bisher noch niemand. Es wird davon ausgegangen, dass Geheimdienstmitglieder in den Mord verwickelt sind. Am beunruhigendsten ist jedoch, dass Bangladeschs Premierministerin Sheik Hassina der BBC gegenüber Zweifel geäußert hat, dass Aminul Islam jemals ein Arbeitnehmerrechtsaktivist war. Ferner sagte sie, niemand habe vor Islams Tod jemals von ihm gehört.

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