4 – Systematische Rechtsverletzungen
Der Globale Rechtsindex des IGB

Kamerun

Die Mitgliedsorganisationen des IGB in Kamerun sind die Confédération des Syndicats Autonomes du Cameroun (CSAC), die Confédération Syndicale des Travailleurs du Cameroun (CSTC) und die Unions des Syndicats Libres du Cameroun (USLC).

Praxis

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Eingriffe in Wahlen der Arbeitnehmervertreter 31-03-2016

Mehrere Gewerkschaftsdachverbände haben den Ablauf der Arbeitnehmervertreter-Wahlen vom März 2016 kritisiert, vor allem das suspekte Verhalten der Arbeitsaufsichtsbeamten und deren laxes Vorgehen gegenüber Arbeitgebern, die wenig geneigt sind, Gewerkschaften bei sich zu akzeptieren. Viele von denen, die der Organisation von Wahlen zugestimmt hatten, haben sich mit den Arbeitsaufsichtsbeamten bezüglich der Ernennung angeblich unabhängiger Arbeitnehmervertreter abgesprochen, um die Gewerkschaften zu umgehen. Zudem haben zahlreiche Beschäftigte aus Angst vor Repressalien seitens ihrer Arbeitgeber gezögert, bei den Wahlen zu kandidieren. Bei dem Holzbetrieb Placam hat der Personalchef den Mitgliedern der Gewerkschaft Fédération syndicale des travailleurs de la construction/travaux publics/bois du Cameroun (FSTBC) nicht nur die Teilnahme an den Wahlen untersagt, sondern sie später auch entlassen, insgesamt 168 Beschäftigte.

Eingriffe und Diskriminierung30-08-2016

Am 30. August 2016 hat der Gewerkschaftsbund Confédération syndicale des travailleurs du Cameroun (CSTC), eine Mitgliedsorganisation des IGB, die Eingriffe der Behörden in seine internen Angelegenheiten verurteilt, nachdem das Arbeitsministerium eine Splittergruppe anerkannt hatte, die behauptete, zum Vorstand gewählt worden zu sein, obwohl die fragliche Wahl kraft eines richterlichen Beschlusses annulliert worden war. Die CSTC hat zudem die einseitige Benennung der Arbeitnehmervertreter in den nationalen Tarifkommissionen seitens des Arbeitsministeriums kritisiert, das die Repräsentativität der Organisationen in den jeweiligen Sektoren dabei nicht berücksichtigt hat.

Gewerkschaftsaktivitäten im Bildungswesen behindert 06-09-2016

Am 6. September 2016 haben die Bildungsinternationale und ihre Mitgliedsgewerkschaften im Bildungswesen das extrem langsame gesetzliche Anerkennungsverfahren für acht Lehrergewerkschaften kritisiert. Die Anerkennungsbemühungen gehen in der Tat zum Teil auf das Jahr 1991 zurück. Die Regierung steht den Gewerkschaften feindselig gegenüber und behindert deren Aktivitäten. Zudem hat sie keinerlei Anstalten gemacht, die mit den Gewerkschaften sowohl im staatlichen als auch im privaten Bildungswesen abgeschlossenen Verträge und Vereinbarungen in Kraft zu setzen, und die Gewerkschaften sind von den Konsultationsgremien ihres Sektors weiterhin ausgeschlossen.

Polizeigewalt bei Protestaktionen der Lehrer- und Richtergewerkschaften 08-12-2016

Im mehrheitlich englischsprachigen Westen des Landes ist es seit Oktober zu erheblichen sozialen Unruhen gekommen. Ein am 11. Oktober begonnener Richterstreik eskalierte Anfang November bei zwei Märschen in Bamenda und Buea. Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vor, und die Roben und Perücken, die einige der Juristen trugen, wurden zerrissen und konfisziert. Am 21. November begannen die Lehrergewerkschaften ebenfalls einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
. Beide Berufsgruppen protestierten gegen die Marginalisierung der englischen Sprache an den Schulen und Gerichten, obwohl das Prinzip der Zweisprachigkeit in der Verfassung verankert ist. Die minimalen Zugeständnisse der Behörden in Yaoundé, die versuchte Diskreditierung der Gewerkschaften und die Polizeigewalt haben die Spannungen in den überwiegend regierungsfeindlichen Städten weiter verschärft. Laut Amnesty International und dem Hochkommissariat der Vereinten Nationen für Menschenrechte habe die „ungerechtfertigte bzw. exzessive“ Polizeigewalt zwischen dem 23. November und dem 8. Dezember ihren Höhepunkt erreicht und zu zwei bis vier Todesfällen sowie zu zahlreichen Verletzungen geführt. Mehr als 100 Menschen wurden festgenommen und inhaftiert. Zwei unabhängige Radiosender durften kurzfristig nicht senden, und mehrere Wochen lang gab es keinen Zugang zum Internet.

Gewerkschafter willkürlich in Fako inhaftiert09-10-2015

Am 9. Oktober 2015 wurden die Gewerkschafter Agbor Valantine und Ukwandum Samuel auf Anweisung der Behörden des Bezirkes Fako in der Südwestregion verhaftet und auf dem Polizeirevier in Limbe festgehalten. Die beiden willkürlich inhaftierten Gewerkschafter hatten versucht, ihre Kollegen über die eklatanten Eingriffe der staatlichen Behörden und der Cameroon Development Corporation (CDC) in die Aktivitäten und die interne Organisation der Landarbeitergewerkschaft FAWU (Fako Agricultural Workers Union) zu unterrichten. Während des jährlichen FAWU-Kongress in Limbe hatten die CDC-Leitung und die Behörden versucht, die Gewerkschaftswahlen zu beeinflussen, indem sie Polizei- und Armeeangehörige in den Kongresssaal schleusten, um die Abstimmung zugunsten der von ihnen bevorzugten Kandidaten zu beeinflussen.

Überfall auf Büro der Gewerkschaft DISAWOFA 15-08-2015

Im August 2015 wurde das Sekretariat der Landarbeitergewerkschaft DISAWOFA (Divisional Syndicate of Agricultural Workers in Fako) überfallen. Die Türen wurden demoliert, und es wurden Dokumente gestohlen. Es wurde zwar Anzeige wegen Vandalismus und Einschüchterung erstattet, aber eine Untersuchung fand nicht statt.

Cameroon Development Corporation verweigert Gewerkschaftszulassung 07-03-2016

Die Landarbeitergewerkschaft FINAAAWU (Fako Independent Allied Agricultural Workers Union) hat ihre Zulassung als Betriebsgewerkschaft Betriebsgewerkschaft Damit kann entweder eine Unternehmensgewerkschaft oder eine gelbe Gewerkschaft gemeint sein im November 2015 bei der Cameroon Development Corporation beantragt. Die Ausstellung der Zulassungsbescheinigung hat mehr als vier Monate gedauert. Während dieser Zeit konnten FINAAWU-Vertreter nicht an der Wahl des Betriebsrates teilnehmen, die am 1. März 2016 stattfand. Stattdessen wurde Nganso Appolinaire von der Gewerkschaft DISAWOFA gewählt, wobei sich das Unternehmen jedoch weigert, das Wahlergebnis anzuerkennen.

Chinesischer Arbeitgeber ignoriert Arbeiterforderungen auf Großbaustelle 31-07-2015

Am 11. und 12. Juli sind die Ordnungskräfte brutal gegen einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
der Arbeiter auf der Staudammbaustelle in Menve’lé vorgegangen. Angaben der Streikenden zufolge haben die Polizisten Tränengas eingesetzt und mit scharfer Munition in die Menge geschossen. Zehn Streikende, darunter zwei Frauen, hätten in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen, und mehrere Menschen seien verhaftet worden. Am 17. Juli hat die Presse über weitere Gewalttätigkeiten berichtet. Die vom Gewerkschaftsdachverband Gewerkschaftsdachverband Dachorganisation auf nationaler, regionaler oder Bezirksebene, die sich aus ihren Mitgliedsgewerkschaften zusammensetzt; bezeichnet häufig einen Verband oder Dachverband eines Landes. Confédération camerounaise du travail (CCT) unterstützten Streikenden haben die Missbräuche seitens des Arbeitgebers, des chinesischen Unternehmens Sinohydro, verurteilt: sexuelle Misshandlung, Korruption und willkürliche Entlassungen, schlechte Arbeitsbedingungen usw. Laut Arbeitgeber sei nur eine Minderheit der 1.448 Beschäftigten für den Arbeitskonflikt Arbeitskonflikt vgl. Arbeitskampf verantwortlich. Der Minister für Arbeit und soziale Sicherheit hat dies dennoch zum Anlass genommen, persönlich zu intervenieren, um Zusagen des Arbeitgebers in Bezug auf den Beginn eines sozialen Dialogs und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erhalten.

Verzögerungen bei der Überweisung von Beiträgen an Gewerkschaften09-06-2015

Der Freie Gewerkschaftsbund von Kamerun, USLC, berichtet, dass Arbeitgeber oft die Überweisung von Gewerkschaftsbeiträgen durch das Check-off-System verzögern, und somit die finanziellen Mittel der Gewerkschaften beschränken. Er berichtet auch, dass es Störungen und Manipulationen in Gewerkschaftswahlen von Seiten der Arbeitgeber gab, die zuletzt die Arbeitnehmer im Gesundheitsbereich in Mfoundi und Bauarbeiter, die von chinesischen Unternehmen beschäftigt sind, beeinträchtigen.

Gewerkschaftsfeindliche Belästigungen in Bank09-06-2015

Der Freie Gewerkschaftsbund von Kamerun (Union des Syndicats Libres du Cameroon - USLC) berichtet, dass Mitglieder der Finanzgewerkschaft bei der multinationalen ATTIJARIWAFA-Bank regelmäßig verbaler Belästigung durch das Management ausgesetzt sind, und dass es mehrere Fälle gab, in denen die Gewerkschaftsvertreter an eine anderen Stelle versetzt worden sind, ohne dass der Arbeitsinspektor darüber informiert wurde. Die Belästigung ist so hartnäckig, dass die Gewerkschaft in Betracht zieht, an den nächsten Wahlen der gewerkschaftlichen Vertretung, die im Januar 2016 stattfinden, nicht teilzunehmen.

Die USLC berichtet auch, dass im Bankensektor allgemein eine eklatante Diskriminierung vorherrscht. Arbeitgeber bevorzugen es in der Regel lieber nur mit einer Gewerkschaft zu verhandeln und den Rest zu ignorieren.

Drei Transportgewerkschaftsführer wegen Aufruf zum Streik verhaftet; ein Gewerkschaftsführer zu Gefängnisstrafe verurteilt10-03-2015

Jean Collins Ndefossokeng, Präsident der nationalen Gewerkschaft der Arbeiter im Land-Transport-Sektor (SYNESTER) und Joseph Deudie, Präsident der nationalen Gewerkschaft der Berufskraftfahrer und Transportarbeiter Kameruns (SYNACPROTCAM) wurden am 16. Januar 2015 verhaftet. Sie wurden von der mobilen Interventionsgruppe von Yaoundé, den Sicherheitskräften, nach dem Verteilen von Flugblättern, die für einen geplanten Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
warben, wegen „Verteidigung des Verbrechens, Volksverhetzung und terroristische Aktivitäten“ verhaftet.

Kameruns neues Terrorgesetz Nr. 2014/028 vom 23. Dezember 2014 wurde weitgehend als Reaktion auf die Aktivitäten von Boko Haram eingeführt. Die Gewerkschaftsführer warnten, dass die Behörden versuchten, Gewerkschaftsaktivitäten mit Terrorakten in Verbindung zu bringen.

Die beiden Gewerkschaften hatten am 19. Januar einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
geplant, der vom 5. Januar verschoben worden war, um gegen von staatlich anerkannten Versicherungsunternehmen auferlegten Änderungen und gegen Kraftstoffpreiserhöhungen zu protestieren. Bei der Organisation des Streiks hatten die Gewerkschaften alle rechtlichen Vorschriften Kameruns befolgt.

Am 19. Januar wurde Fioko Patrice, von der nationalen Gewerkschaft der Arbeiter im Land-Transport-Sektor (SYNESTER) verhaftet, angeklagt und zu sechs Monaten Gefängnis in Kamerun wegen des selben Vergehens nach dem Verteilen von Flugblättern, die für einen Streik Streik Die gängigste Form einer Arbeitskampfmaßnahme; eine kollektive Arbeitsniederlegung der Beschäftigten für eine bestimmte Zeit; kann vielfältige Formen annehmen.

vgl. Generalstreik, unterbrochener Streik, rollierender Streik, Sitzstreik, Sympathiestreik, wilder Streik, Bummelstreik
warben, verurteilt.

Jean Collins Ndefossokeng und Joseph Deudié wurden am 30. Januar freigelassen, nachdem sie für 15 Tage unter den Bestimmungen des neuen Anti-Terror-Gesetzes festgehalten worden waren. Nach umfassenden Gewerkschaftsprotesten, einschließlich einer internationalen Gewerkschaftskampagne, wurde Fioko Patrice am 27. Februar freigelassen, nachdem er sechs Wochen seiner sechsmonatigen Strafe abgesessen hatte. Anfang März wurde bekannt, dass alle Anklagen gegen die drei Gewerkschafter fallengelassen worden sind.

Plantagenarbeiter wegen Teilnahme an Streik verhaftet25-12-2014

Arbeiter der Plantage Hevecam streikten am 14. Dezember anlässlich eines Streits über die Bezahlung. Die Arbeiter forderten eine 100-prozentige Lohnerhöhung und einen Bonus in Form eines dreizehnten Monatsgehalts. Das Unternehmen bot, je nach Besoldungsstufe, zwischen 50 und 55 Prozent und keinen Jahresbonus an. Bis zum 20. Dezember war keine Lösung in Sicht, und Gendarmen patrouillierten die Plantagen, um ein Auge auf die Streikenden zu haben. 127 Arbeiter wurden von den Gendarmen festgenommen und für zwei Tage in Kribi in Haft genommen. Sie wurden am 25. Dezember freigelassen. Es wurde nach Verhandlungen eine Einigung erzielt, die allerdings nicht alle Forderungen der Arbeiter erfüllt.

Regierung versucht, Bildungsgewerkschaften zu untergraben31-07-2014

Roger Kaffo Fokou, Generalsekretär der Gewerkschaft Syndicat national autonome de l’enseignement secondaire (SNAES), der unabhängigen Gewerkschaft für Arbeiternehmer in der sekundären Bildung, berichtete, dass die Bildungsgewerkschaften bis Juli 2014 Sanktionen ausgesetzt waren. Er warnte, dass Graswurzel-Gewerkschaften abgebaut wurden, und dass die Regierung die Gewerkschaften begünstigte, die eine Genehmigung der Regierung erhalten hatten, wodurch sie finanzielle Unterstützung erhalten. Anfang des Jahres waren die Gewerkschaften an einer Reihe von Streiks über die langsame Reaktion der Regierung, versprochene Verbesserungen der Arbeitsbedingungen umzusetzen, beteiligt.

Gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung31-05-2012

Seit Mai 2012 nimmt die Betriebsleitung des Unternehmens Orange führende Gewerkschaftsvertreter ins Visier, die über einseitig vorgenommene Änderungen ihrer Arbeitsverträge informiert wurden.

Gewalt gegenüber Gewerkschaftern und Missachtung einer Vereinbarung08-11-2012

Am 8. November 2012 wurden rund 500 Mitglieder der kamerunischen Musikergewerkschaft SYCAMU brutal von der Polizei in Yaoundé angegriffen. Zahlreiche Künstler/innen, darunter die 85-jährige Anne-Marie Nzié, die als „Goldene Stimme Kameruns" bekannt ist, wurden zu Boden geworfen und verprügelt. Dreiundsechzig Musiker wurden festgenommen und stundenlang festgehalten. Die SYCAMU-Mitglieder hatten dagegen protestiert, dass eine neue Vereinbarung über die Zahlung von Tantiemen nicht ordnungsgemäß umgesetzt wurde.

Tarifverhandlungen – verhöhnt, veraltet oder gar nicht vorhanden30-11-2009

De facto hatte die kürzlich erfolgte Unterzeichnung mehrerer Tarifabschlüsse aber kaum Auswirkungen. Gewerkschaften, die man für zu fordernd oder zu unabhängig befand, wurden von den Verhandlungen ausgeschlossen, beispielsweise im Bankwesen. Die Journalistengewerkschaft Kameruns (SNJC) protestierte dagegen, dass der 2008 nach drei Jahren erbitterter Verhandlungen verabschiedete Tarifvertrag Tarifvertrag Eine gewöhnlich schriftliche Vereinbarung, die die Ergebnisse von Kollektiv-/Tarifverhandlungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern enthält.

vgl. Kollektiv-/Tarifverhandlungen
von der Mehrheit der Arbeitgeber im Pressebereich nicht umgesetzt wird. Zu den Forderungen der Arbeiter bei der kamerunischen Wassergesellschaft Camerounaise des Eaux (CCE), die Anfang Mai streikten, gehörte auch die Überarbeitung des seit 40 Jahren unveränderten Tarifvertrags. Die Tarifgespräche wurden sowohl von den öffentlichen als auch von den privaten Arbeitgebern kollektiv missachtet. Jüngstes Beispiel: Am 1. Mai forderten sechs Lehrergewerkschaften die Einrichtung des CDPS, des permanenten Dialogs (Cadre permanent du dialogue social) und verurteilten gleichzeitig das völlige Fehlen eines einheitlichen Vorgehens im Primär- und Sekundarbereich.

Einmischung und Diskriminierung01-05-2009

In den vergangenen Jahren hat die Regierung diejenigen Arbeitnehmerorganisationen begünstigt, die ihrer Meinung nach leichter zu kontrollieren sind. Sie hat übermäßig strenge Zulassungsbestimmungen erlassen, um den Gewerkschaften, die in ihren Augen zu unabhängig sind, die Anerkennung Anerkennung Die Bestimmung einer Gewerkschaft durch die zuständige staatliche Stelle zur Tarifpartei für die Beschäftigten in einer gegebenen Tarifeinheit oder die Akzeptanz der kollektiven Vertretung der Beschäftigten durch eine Gewerkschaft seitens des Arbeitgebers. zu verweigern. Der Gewerkschaftsbund für den öffentlichen Dienst (CSP), einer der sieben Gewerkschaftsdachverbände des Landes, ist seit seiner Gründung im Jahr 2000 beispielsweise immer noch nicht anerkannt worden und seine Mitglieder wurden immer wieder schikaniert. Die Kundgebung zum 1. Mai, die der CSP sonst regelmäßig am Rande der offiziellen Gedenkfeier organisiert hatte, wurde am Vorabend um 21 Uhr verboten. Jean-Marc Bikoko, Präsident des CSP und gleichzeitig Koordinator der Informations- und Aktionsplattform über die Verschuldung Kameruns, war Opfer von Einschüchterungsversuchen: Anonyme Anrufer warnten ihn, dass der Geheimdienst sich sehr für sein Tun und Lassen interessierte.

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